Trotz Handicap: Garrett Gerloff überzeugte in Misano
Nach Zwischenfälle in Aragón und Estoril zog Garrett Gerloff (Yamaha) beim Meeting in Misano nicht den Unmut seiner Kollegen auf sich. Dass er zu den besten SuperbikePiloten gehört, bewies er als Fünfter im zweiten Lauf.
Bei den letzten fünf Meetings war Garrett Gerloff dreimal in kontroverse Vorfälle verwickelt. Zuerst beförderte er in Magny-Cours im Oktober 2020 in der ersten Kurve die BMW-Piloten Tom Sykes und Eugene Laverty ins Kiesbett, beim Auftakt der Superbike-WM 2021 in Aragón konnte Jonathan Rea einen Sturz nur knapp vermeiden, als der GRT-Yamaha-Pilot versuchte, den Kawasaki-Star zu überholen. Und in Estoril rammte der Texaner Ducati-Werksfahrer Michael Ruben Rinaldi ins Heck.
Für letzteres Vergehen wurde der talentierte 25-Jährige bestraft und musste am vergangenen Wochenende in Misano im ersten Rennen aus der Boxengasse starten, 10 sec hinter dem Feld. Dass Gerloff als Zwölfter dennoch in die Punkteränge fuhr, ist gleichermaßen erstaunlich wie beeindruckend.
"Auf jeden Fall war es gut, in den Rennmodus zu wechseln und obwohl ich aus der Boxengasse starten musste, war es gut, alle Runden zu fahren und viele Informationen für den Rennsonntag zu sammeln. Insgesamt war ich froh, dass ich mein Bike ins Ziel gebracht habe, einige Überholmanöver durchführen konnte und Punkte einfahren konnte – aber definitiv will ich mehr als das."
Im Superpole-Race ging Gerloff vom Ende des Feldes ins Rennen und stürmte bis auf Platz 8 nach vorne. Und weil das als Startposition für den zweiten Lauf zählte, erreichte der US-Amerikaner im zweiten Lauf als Fünfter sein bestes Finish an diesem Rennwochenende.
"Es war ein sehr herausforderndes Wochenende", hielt Gerloff fest. "Im Training hat es gut angefangen, aber dann konnte ich in der Superpole nicht einmal eine Zeit fahren; Außerdem musste ich in Rennen 1 aus der Boxengasse starten, danach im Superpole-Race von hinten. Es war definitiv ein mental herausforderndes Wochenende, aber ich bin sehr glücklich, es so zu beenden, es gibt mir viel Selbstvertrauen. Im zweiten Lauf hatte ich mit dem Bike das beste Gefühl am ganzen Wochenende. Hätte ich in der Superpole und im ersten Rennen das gleiche Setup gehabt, hätten wir mindestens um das Podium kämpfen können."
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