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Scott Redding: Zweifel am Konzept des BMW-Motors

Von Ivo Schützbach
Seit Jahren grübeln BMW-Piloten, weshalb ihre Motorräder weniger Grip produzieren als jene der Konkurrenz. Nach vielen Änderungen an der M1000RR bleibt für Scott Redding nur noch ein großer Posten übrig.

Jedem bei BMW war bewusst, dass der Saisonstart in Australien und Indonesien auf Grund der speziellen Streckencharaktere und Bedingungen dort schwierig werden würde. Der Blick auf den WM-Stand bestätigt dies: Scott Redding, Michael van der Mark, Garrett Gerloff und Loris Baz liegen geschlossen auf den Rängen 14 bis 17.

Schwierig war für BMW wegen des niedrigen Griplevels in den vergangenen Jahren auch der Circuit de Barcelona-Catalunya. Der deutsche Hersteller will die beiden Testtage Donnerstag und Freitag nutzen, um einige der Schwächen der M1000RR auszumerzen.

Baz ist nach seinem Unfall in Mandalika rekonvaleszent, sollte bis zum Europa-Auftakt in Assen (21.–23. April) aber wieder fit sein. In Montmelo testet das Team Bonovo action nur mit Gerloff.

«Wir haben Fortschritte erzielt, nur ist es jetzt deutlich härter», meinte Redding im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Wir haben auf Strecken getestet, die hart für uns sind. Dieses Motorrad ist sehr abhängig von der Strecke: Auf der einen ist es sehr gut, auf der nächsten ist es sehr schwierig. Ich hoffe, dass wir uns im Schnitt verbessern können. Dass wir die guten Rennen weiterhin haben und die schlechten nicht mehr so schlecht sind. Das wird aufgrund der Pace der anderen in diesem Jahr aber schwierig.»

Als Redding seinen Vertrag mit BMW unterschrieb, hatte er sich ausgemalt, dass 2022 ein Lernjahr wird und er 2023 permanent in den Top-3 mitmischt. Obwohl in dieser Saison erst zwei Events hinter uns liegen, muss man nicht Nostradamus sein, um vorherzusagen, dass daraus nichts wird.

«Ich hatte andere Erwartungen», räumte der Engländer ein. «Ich habe erwartet, dass wir für dieses Jahr einen Schritt machen. Wir haben auch Schritte gemacht, das ausschlaggebende Problem wurde aber nicht gelöst: mangelnder Seitengrip. Das führt in Summe dazu, dass wir dort stehen, wo wir letztes Jahr standen. Wir haben jetzt eine andere Motorradkonfiguration, die sich in gewissen Bereichen anders verhält, unsere Schwäche ist aber weiterhin die gleiche.»

Nicht erst seit BMW 2019 werksseitig in die Superbike-WM zurückkehrte, hören wir die Klagen der Fahrer, das Motorrad habe zu wenig Grip. Ein Problem, das sich nicht einfach lösen lässt.

«Weil da so viele Faktoren reinspielen», erklärte Redding. «Als ich bei Ducati war, hatten wir das gleiche Problem. Wir hatten keinen Seitengrip, sobald der Reifen aber voll auflag, war Grip vorhanden. Mit der BMW haben wir keinen Seitengrip und können keinen Grip in der Beschleunigung generieren. Ducati hat zwei Jahre gebraucht, um das in den Griff zu bekommen. Als ich sie verließ, fanden sie eine Lösung. Ich weiß, was sie alles geändert haben. Sie waren damals aber näher an dem Fenster dran, in dem das Motorrad funktioniert, als wir es jetzt sind. Wir rätseln immer noch, ob es an der Schwinge, dem Stoßdämpfer, der Umlenkung oder an sonst etwas liegt. Viele Dinge könnten die Ursache sein, das macht es so schwierig. Letztes Jahr haben wir die Schwinge gewechselt und ein paar Sachen am Motor und Chassis verändert. Den Punkt haben wir aber nie genau getroffen. Was machst du dann? Änderst du den Motor komplett? Baust du die Umlenkung komplett um? Fest steht für mich nur, dass ein Reihenvierzylinder-Screamer-Motor immer hoch dreht und nie genug Grip produziert. Deshalb kamen sie in MotoGP davon ab und haben sich für V4-Motoren entschieden. Ein Reihenvierzylinder mit Big-Bang-Zündfolge würde auch helfen. Wir versuchen das Gleiche mit dem Screamer zu erreichen, was sehr schwer ist.»


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