Yamaha setzt auf Locatelli: «Nur eine Frage der Zeit»
Einziger Yamaha-Fahrer, der beim Saisonauftakt der Superbike-WM 2024 auf Phillip Island siegfähig war, war Werkspilot Andrea Locatelli. Der Italiener ist stärker denn je, sagt Rennchef Andrea Dosoli.
Während Jonathan Rea an seinem ersten Rennwochenende mit Yamaha strauchelte und auch bei Dominique Aegerter und Remy Gardner vom Junior-Team Giansanti Racing nicht alles glattlief, zeigte Andrea Locatelli seine stärkste Performance seit seinem Aufstieg in die Superbike-WM 2021. Nur der Sturz im zweiten Lauf auf einem sicheren Podestplatz trübte das Bild. Im ersten Rennen und im Superpole-Race stand er als Zweiter auf dem Podium.
Aus Sicht des Italieners gab es für die Saison 2024 im Werksteam Pata Prometeon Yamaha zwei entscheidende Änderungen: Sein bisheriger und übermächtiger Teamkollege Toprak Razgatlioglu wechselte zu BMW und sein bisheriger Cheftechniker Andrew Pitt wurde Rea zugewiesen. Locatellis neuer Crew-Chief kommt aus dem MotoGP-Umfeld.
"Es war deutlich zu sehen, dass Andrea einen großen Schritt gemacht hat", sagte Yamaha-Rennchef Andrea Dosoli. "Das zeigte sich nicht nur an seiner Leistung, sondern für mich vor allem an seiner Herangehensweise an das Wochenende. Vor Phillip Island hatten er und sein Crew-Chief Tom O'Kane ein klares Ziel vor Augen: Sie wollten ein Rennen gewinnen, und ihre Performance hat deutlich gemacht, dass sie das hätten schaffen können. Sowohl im Superpole-Race als auch im zweiten Rennen war er der schnellste Fahrer auf der Strecke und hat beeindruckende Überholmanöver vorgeführt. Nur der Verschalter in den Leerlauf in der letzten Runde verhinderte den Sieg in Rennen 2. Ich bin zu 100 % davon überzeugt, dass er den Sieg in diesem Rennen verdient hat."
Obwohl Phillip Island schon immer für Überraschungen gut war, glaubt Dosoli im Fall von Locatelli nicht an eine Eintagsfliege.
"Andrea hat einen neuen Grad an Reife gezeigt, denn er hat das ganze Wochenende über eine Siegermentalität an den Tag gelegt; er denkt wie ein Sieger", meint der Italiener. "Das ist eine Kombination aus den Schritten, die er selbst unternommen hat, aber auch aus dem, was er von seinem neuen Crew-Chief gelernt hat, und dazu möchte ich sowohl Andrea als auch seiner Crew gratulieren. Es ist jetzt nur noch eine Frage der Zeit, bis er seinen ersten WorldSBK-Sieg einfährt."
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