Alvaro Bautista weiß: Er war das Versuchskaninchen
Mit den Rängen 3, 1 und 2 in Assen hat Titelverteidiger Alvaro Bautista (Aruba.it Ducati) die Führung in der Superbike-WM übernommen. Mit seinen sportlichen Leistungen in den Niederlanden ist er sehr zufrieden.
"Das einzige Normale war das Superpole-Race am Sonntagvormittag", fasste Alvaro Bautista das von Wetterkapriolen geprägte Assen-Wochenende zusammen. Er merkte schnell, dass er im Sprint auf trockener Strecke mit dem superweichen SCQ-Hinterreifen zu Beginn nicht so stark pushen konnte, wie er wollte.
Dann musste er auch noch dem stark bremsenden Michael Rinaldi ausweichen, um eine Kollision zu vermeiden, und geriet neben die Strecke. "Das hat mich viele Positionen gekostet; vielleicht hatte ich zum Ende des Rennens mehr Reifen übrig als die anderen, weil ich nicht gleich voll fahren konnte. Für mich hat sich etwas Schlechtes als etwas Gutes herausgestellt", bemerkte Alvaro.
Aruba-Ducati-Teamkollege Nicolo Bulega, als WM-Leader nach Assen gereist, lag zeitweise mit 2,9 sec Vorsprung in Führung. Doch in den letzten drei der zehn Runden nahm ihm Bautista 4,3 sec ab und der Spanier siegte nach einer kompromisslosen Aufholjagd 2,6 sec vor dem Italiener.
Als Bautista auf Platz 8 lag, rechnete er nicht mehr damit, das Rennen gewinnen zu können. "Ich sah, wie weit Nicolo vorne lag", erzählte der 39-Jährige beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. "Ich dachte mir, wenn ich es aufs Podium schaffe, dann ist das wie ein Sieg. Doch Runde für Runde wuchsen meine Podestchancen, die Reifen meiner Gegner bauten stark ab. Ich verstand nicht warum, weil mein Gefühl gut war.
Im zweiten Hauptrennen am Sonntagnachmittag wurde der dreifache Weltmeister
"Es war schade, dass es in Rennen 2 zwischenzeitlich regnete und wir dadurch etwas langsamer machen mussten", bemerkte der 61-fache Laufsieger Bautista. "Dabei kühlten meine Reifen ab – als ich wieder pushte, hatte ich nicht mehr dasselbe Gefühl und den gleichen Grip. Es war trotzdem gut, weil ich alles gab, was ich konnte. Die Bedingungen sind, wie sie sind. Gegen sie kann man nichts machen, man muss sich anpassen."
Der Titelverteidiger betonte, wie schwierig es ist, bei einsetzendem Regen vorne zu fahren – er war das Versuchskaninchen. "Du musst alles herausfinden", erklärte Bautista. "Die Verfolger sehen den vorne und wissen, dass sie das Gleiche tun können. Dadurch haben sie automatisch mehr Vertrauen. Der Führende weiß nicht, was ihn erwartet und wie weit er gehen kann."
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