Landshut-Teamchef: «Endlich ordentlicher Ligabetrieb»

Von Manuel Wüst
Speedway-Bundesliga
Das starke Team des AC Landshut: Vorne links kniend Teamchef Klaus Zwerschina

Das starke Team des AC Landshut: Vorne links kniend Teamchef Klaus Zwerschina

Der AC Landshut ist mit 19 Titeln Rekordmeister in der deutschen Speedway-Bundesliga. Auch abseits der Piste lieferte der Club eine beachtliche Entwicklung ab und kann auf eine treue Fan-Schar zählen.

1973 wurde die deutsche Speedway-Bundesliga von den Clubs aus Rodenbach, Bremen, Olching und Ruhpolding ins Leben gerufen. In den folgenden 46 Jahren triumphierte 19 Mal der AC Landshut und schwang sich damit zum Rekordmeister auf. 2019 gewann zum dritten Mal nach 1997 und 2014 der MSC Brokstedt den Titel.

SPEEDWEEK.com unterhielt sich vor der Saison 2020 mit Landshuts Teamchef Klaus Zwerschina.

Klaus, die Zahl 20 soll in diesem Jahr beim AC Landshut eine große Rolle spielen?

Es ist ein offenes Geheimnis, dass wir 2020 gerne unseren 20. Meistertitel nach Landshut holen möchten. Die Jungs und das ganze Team drumherum sind hochmotiviert, aber wir wissen auch um die Schwere der Aufgabe. Da gibt es drei Vereine, die genau das verhindern und lieber selber Meister werden wollen.

Durch die neue Fahrerkategorisierung ist es für uns noch mal ein Stück härter geworden, am Ende der Saison ganz oben zu stehen, aber wir werden unser Bestes geben. Die Teams sind ausgeglichener als je zuvor, in jedem Bundesligarennen werden Nuancen den Ausschlag über Erfolg oder Misserfolg geben. Die Fans aller Teams können sich auf eine ganz heiße Saison freuen.

Der Modus der Bundesliga sieht für 2020 keine entscheidenden Finalrennen um den Titel mehr vor. Wie ist deine Meinung dazu?

Dieser neue Modus ist von allen beteiligten Vereinen so beschlossen worden. Das ist erst mal gut so, weil Einigkeit bestand. Es ist uns endlich gelungen, einen ordentlichen Ligabetrieb mit Hin- und Rückkampf darzustellen, was wir in Landshut schon immer befürwortet haben. Da gibt es dann auch für die Teams keine Ausreden mehr nach dem Motto, «aber ich musste ja da auswärts ran und hier daheim…»

Es wäre natürlich schön, wenn man bei diesem normalen Ligamodus am Ende noch ein Finale aufsetzen könnte, Erster gegen Zweiter. Momentan geht das aber nicht. Zum einen ist es so, dass einige Vereine sich schwertun, ein mögliches viertes Heimrennen zu stemmen. Wer selber bei einem Veranstalter aktiv ist, kann das sicher ein Stück weit nachvollziehen. Zum anderen ist der Bahnsportkalender in Deutschland so dicht gepackt, dass man jetzt schon zu tun hatte, diese sechs Renntage pro Verein ordentlich zu verplanen.

Das hört sich seltsam an, weil bei uns der Bahnsport eine Randsportart ist. Aber wenn man dann noch versucht auf Überschneidungen mit anderen Ligen und den ganzen Prädikaten zu achten, wird das ganz schön happig. Und mal will ja nach Möglichkeit auch immer sein bestes Team am Start haben.

Wird somit jedes einzelne Rennen umso wichtiger für euch? Bisher war man mit drei Siegen in vier Rennen zumeist im Finale.

Grundsätzlich ist jedes Rennen wichtig und soll wenn möglich gewonnen werden. Dann erledigen sich alle Rechenspiele von selber. Aber wir sind hier nicht bei «Wünsch dir was» und den Plan haben andere sicher auch.

Ich habe mir darüber noch keine Gedanken gemacht, ob jetzt vier Siege ausreichen oder es fünf sein müssen. Am Ende müssen wir mehr Punkte auf dem Konto haben als unsere Konkurrenten. Im Lauf des Wettbewerbs werden wir sehen, wie viele das sein müssen. Wichtig ist, gut in die Saison zu starten. Da haben wir am 1. Mai auswärts in Brokstedt schon mal eine harte Nuss zu knacken.

Wie wird das Team des ACL aussehen?

Wir werden gegenüber dem Vorjahr eigentlich nichts verändern. Mark Riss will wieder voll angreifen, daher sehen wir keinen dringenden Handlungsbedarf. Natürlich werden wir uns in aller Ruhe nach ein oder zwei Alternativen auf der Ausländerposition umschauen, sollte es bei Vaclav Milik zu Terminkonflikten kommen. Aber das machen wir mit der bewährten Ruhe und Gelassenheit. Das Grundgerüst steht.

Die Mannschaften der Devils zeichneten sich durch große Konstanz aus, meist bleiben die Fahrer lange beim ACL. Ist das der Schlüssel zum Erfolg?

Sicher spielt das eine große Rolle. Die Jungs fahren jetzt schon über Jahre hinweg zusammen, kennen sich ganz gut und wissen, wie man sich untereinander motivieren kann. Bestes Beispiel waren die Finalrennen 2019, als wir ohne Martin Smolinski auskommen mussten und die Jungs noch mal als Team eine Schippe draufgelegt haben – auch wenn es am Ende nicht ganz gereicht hat.

Für uns ist es wichtig, eine Identifikation mit den Fans und den Sponsoren zu schaffen, dafür ist ein konstantes Team unerlässlich. Und vor allem ein Team, welches nahbar ist und sich auch vor und nach den Rennen und bei Sponsorenterminen Zeit nimmt. Das klappt bei uns ganz gut.

Die Termine 2020:

01.05. MSC Brokstedt Wikinger – AC Landshut Devils

09.05. MC Güstrow Torros – MSC Brokstedt Wikinger

06.06. MC Nordstern Stralsund – MSC Brokstedt Wikinger

14.06. AC Landshut Devils – MC Güstrow Torros

27.06. MC Güstrow Torros – AC Landshut Devils

27.06. MSC Brokstedt Wikinger – MC Nordstern Stralsund

04.07. MC Nordstern Stralsund – MC Güstrow Torros

24.07. AC Landshut Devils – MSC Brokstedt Wikinger

15.08. MC Nordstern Stralsund – AC Landshut Devils

05.09. MC Güstrow Torros – MC Nordstern Stralsund

20.09. MSC Brokstedt Wikinger – MC Güstrow Torros

10.10. AC Landshut – MC Nordstern Stralsund

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