Weltmeister Yoshimura SERT: «Stürzen war verboten»

Von Tim Althof
Die Saison der FIM Endurance-WM 2021 ging am vergangenen Wochenende in Most zu Ende und wie im Vorjahr gewann Suzuki den WM-Titel. Für die Koorperation mit Yoshimura war es der erste, für SERT bereits der 17. Triumph.

Nach dem Sieg im Juni beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans folgte in Estoril ein schweres Rennen für das Suzuki-Werksteam von Yoshimura SERT Motul. In Portugal reichte es am Ende nur zu Rang 17 im Rennen. Beim zweiten 24-Stunden-Rennen der Endurance-WM-Saison in Le Castellet rückte die Mannschaft wieder alles auf Position: Gregg Black, Sylvain Guintoli und Xavier Simeon gewannen auch den Bol d’Or, während alle anderen Werksmannschaften vorzeitig aus dem Rennen ausschieden.

Für das Finale in Most zählte somit nur noch eine Zielankunft, denn mit VRD IGOL Experiences (Yamaha) konnte Suzuki nur noch ein Team von der EWC-Titelverteidigung abhalten. Am Ende landete Yoshimura SERT nach sechs Stunden auf Platz 3, die Herausforderer mit Florian Alt beendeten das Rennen frühzeitig mit einem Motorschaden an der R1. Das Suzuki-Team feierte den 17. Titelgewinn in der Langstrecken-Weltmeisterschaft.

Teamchef Damien Saulnier war nach dem letzten Rennen des Jahres überglücklich. «Wir wollten unbedingt den Titel holen und wir haben auf einen Podestplatz gehofft. Es war ein schöner Kampf mit VRD IGOL Experiences und deren Ausfall ist sehr bitter», zeigte der Franzose Mitgefühl. «Im Ziel gab es viele Emotionen, sehr viel Freude und Dankbarkeit gegenüber Yoshimura, denn diese Partnerschaft hat zu beeindruckender Arbeit geführt. Ich bin sehr stolz auf das Team, denn das Paket aus Motorrad, Reifen und Fahrer hat sehr gut funktioniert. Dominique Méliand hat mir die Schlüssel von SERT anvertraut und ich bin glücklich, dass ich dem Team als Teamchef einen zweiten Titel geben konnte.»

«Ich bin sehr dankbar und geehrt, den Titel gleich im ersten Jahr unserer Teilnahme als Team Yoshimura SERT Motul zu gewinnen», sagte Yohei Kato, der gemeinsam mit Saulnier das Team verantwortet. «Für uns wurde in diesem Jahr ein Traum wahr, denn wir konnten mit Le Mans und dem Bol d‘Or die zwei bekanntesten 24-Stunden-Rennen gewinnen.»

Der Japaner fügte hinzu: «Dieser WM-Titel ist der erste für das neue Team und der 20. für Suzuki. Wir werden weiter gut zusammenarbeiten, um die GSX-R1000R zu einem noch besseren Paket weiterzuentwickeln. Wir verpflichten uns dazu, die Fans für eine noch bessere Meisterschaft zu begeistern und Yoshimura SERT wird alles geben, um den Titel zu verteidigen.»

Einer der beiden Neuzugänge für die Saison war der ehemalige MotoGP-Fahrer Xavier Simeon. Der Belgier konnte mit viel Talent einen wilden Rutscher in Kurve 1 abfangen, was ihn letztendlich sehr stolz machte. «Ich hatte einen kleinen Schreckmoment im Rennen, aber Stürzen war in diesem Lauf verboten», betonte er und war sich im anschließend im Klaren: «Ich hatte Glück, dass ich das Bike noch retten konnte. Wir hatten weniger Druck als beim Bol d’Or, wo wir uns die verlorenen Punkte aus Estoril zurückholen mussten. In Most konnten wir mit Bedacht an das Rennen gehen und den Titel für das gesamte Team erobern.»

«SERT ist wahrscheinlich eines der besten Teams in der Endurance-Geschichte. Die Zusammenarbeit mit Yoshimura hat sich ausgezahlt, denn wir haben ein unglaubliches Bike bekommen», sagte Fahrer Gregg Black nach der Siegerehrung am Samstag. «Das Team hat hart gearbeitet und für uns ist es eine Ehre, auf diesem Motorrad fahren zu dürfen. Auch in der Strategie hat das Team sehr oft gezeigt, was möglich ist. Das ist sehr wichtig, denn nicht immer kommt es darauf an, das schnellste Team zu sein.»

Auch der Superbike-Weltmeister von 2014, Sylvain Guintoli, hat seinen Anteil am WM-Titel. «Diese Saison war wie ein Traum, denn alles lief nach Plan. Das genialste waren die Siege in Le Mans und Le Castellet, beides Events, die ich unbedingt einmal gewinnen wollte», stellte der Franzose klar. «Wir sind hier her gekommen mit dem Titelgewinn im Hinterkopf und wir wollten unbedingt aufs Podium und am Ende haben wir den Job erledigt.»

Ergebnis 6h Most
Pos Fahrer, Motorrad Klasse Zeit/Diff
1 BMW Motorrad World Endurance (Reiterberger, Foray, Mikhalchik), BMW M 1000 RR EWC 213 Runden
2 YART-Yamaha (Canepa, Fritz, Hanika), Yamaha YZF-R1
EWC +0,070
3 Yoshimura SERT Motul (Black, Simeon, Guintoli), Suzuki GSX-R1000 EWC + 1 Runde
4 Webike SRC Kawasaki France (Guarnoni, E. Nigon, Checa), Kawasaki ZX-10R
EWC + 1 Runde
5 Wojcik Racing Team (Rea, Morais, Linfoot), Yamaha YZF-R1
EWC + 2 Runden
6 ERC Endurance Ducati (Gines, Zanetti, Masson), Ducati Panigale V4R
EWC + 2 Runden
7 No Limits Motor Team (Calia, Scassa, Masbou), Suzuki GSX-R1000
SST + 5 Runden
8 TME Racing (Salac, König, Juda), Yamaha YZF-R1
SST + 6 Runden
9 ENERGIE ENDURANCE 91 (Pesek, Choy, Roussange), Kawasaki ZX-10RR
SST + 10 Runden
10 Team Aviobike (Gesslbauer, Schafzahl), Yamaha YZF-R1 SST + 10 Runden
13 Motobox Kremer Racing (Dehaye, Ströhlein, Walchhütter), Yamaha YZF-R1
EWC + 11 Runden
15 Team Bolliger Switzerland (Walraven, Bühn, Pellijeff), Kawasaki ZX-10RTeam EWC + 12 Runden
16 Team 18 Sapeurs Pompiers (Clere, J. Nigon, Steinmayr), Yamaha YZF-R1 SST + 15 Runden
20 LRP Poland (Vincon, Lewandowski, Krzemien), BMW S 1000 RR
EWC + 37 Runden
DNF  VRD IGOL EXPERIENCES (Alt, Marino, Terol), Yamaha YZF-R1
EWC  
DNF F.C.C. TSR Honda France (Hook, Di Meglio, Takahashi), Honda CBR 1000RR-R  
EWC  
EWC-Gesamtwertung

Pos Team Punkte
1 Yoshimura SERT Motul 175,5
2 BMW Motorrad World Endurance 133
3 Webike SRC Kawasaki France 115,5
4 VRD IGOL EXPERIENCES
105
5 F.C.C. TSR Honda France
91
6 YART-Yamaha 88
7 MOTO AIN 85,5
8 Motobox Kremer Racing
85
9 ERC Endurance Ducati
79,5
10 MACO Racing Team
70,5
11 Wojcik Racing 57,5
12 Tati Team Beringer 45,5
13 Team LRP Poland 
44
14 Team Bolliger Switzerland
37
15 EMRT Endurance Monaco
22
16 GT Endurance 18
17 3ART Best of Bike 13

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