Valtteri Bottas zum Baku-Pech: «Was soll ich machen?»

Von Mathias Brunner
Valtteri Bottas: Pech in Aserbaidschan

Valtteri Bottas: Pech in Aserbaidschan

​Mercedes-Fahrer Valtteri Bottas verlor den sicher scheinenden Sieg im Aserbaidschan-GP durch einen Platten, drei Runden vor Schluss. Der Finne sagt in Barcelona: «Was sollte ich denn machen?»

Valtteri Bottas hat in Baku einen sicher scheinenden Sieg verloren, als er auf einem Trümmerteil den rechten Hinterreifen seines Mercedes aufschlitzte. Valtteri Bottas sagt: «Ich habe nichts gesehen, ich habe nichts gespürt.» Mercedes-Teamchef Toto Wolff sprach von einem faustgrossen Teil, das der Silberpfeilfahrer wohl überfahren hatte. Und der Wiener Wolff stellte die berechtigte Frage in den Raum, wie ein solches Stück übersehen werden konnte. In aller Wahrscheinlichkeit stammte es von einem Teil des Toro Rosso von Pierre Gasly oder des Haas von Kevin Magnussen, nachdem sich die beiden beim Re-Start in die Haare geraten waren. Bottas hatte das Pech, als Führender zuerst auf dieses Karosserieteil zu treffen.

Bottas blickt am Circuit de Barcelona-Catalunya zurück: «Was soll ich denn machen? Ich wüsste nicht, wie ich das hätte verhindern können. Die Piste ist gewiss breit genug, um einem Teil auszuweichen, aber ich habe nichts gesehen. Ich habe mir die Bordaufnahmen mehrfach angeschaut, sogar Bild um Bild. Auch aus dieser Perspektive war das Teil nicht zu erkennen. Ich schätze, ich hatte einfach Pech.»

Im vergangenen Testwinter hatten wir alle das Gefühl: Mercedes zeigt überhaupt nicht, was sie wirklich auf dem Kasten haben. Die Silberpfeile rollten meist auf harten Reifen herum. Seither ist viel passiert, vor allem stellte sich heraus – das beste Auto ist nicht der Mercedes, sondern der Ferrari. Valtteri: «Es fühlt sich gar nicht so an, als wären wir vor nur drei Monaten hier gewesen. Aber in drei Monaten kann sich in der Formel 1 viel ändern. Wir waren hier im Testwinter stark. Seither sind wir besser geworden. Ferrari und Red Bull sind aber noch besser geworden. Also rechne ich erneut mit einem harten Kampf. Aber ich weiss aus den Wintertests – wir haben eine gute Grundabstimmung.»

Wie lange hat Bottas gebraucht, um den Tiefschlag von Baku zu verdauen? Valtteri: «Am Montagabend fühlte ich mich wieder halbwegs gut. Es ist sehr schmerzhaft, ein Rennen auf diese Weise zu verlieren. Aber es ist nur ein Grand Prix. Am Montag dachte ich schon ans nächste Rennen. Und es bringt nichts, über das Vergangene Trübsal zu blasen.»

«Was schön ist: Lewis kam nach dem Rennen sofort zu mir und sagte, ich hätte an diesem Tag den Sieg verdient. Das fand ich nett von ihm und zeigt den Respekt, der zwischen uns herrscht.»

Ein wenig Balsam auf die Seele war auch die Bandini-Trophäe, die Bottas erhalten hat. «Ich wusste von dieser Auszeichnung, und ich kannte auch die eindrucksvolle Liste der Gewinner. Aber ich hätte nie mit solch einem Trubel in Italien gerechnet und mit diesem warmen Empfang. Das war erste Sahne.»

Zurück zur WM 2018. Valtteri weiss: «Mit etwas Glück könnte ich WM-Leader sein. Das gibt mir die Gewissheit, dass ich um den Titel mitreden kann. Es ist kein Geheimnis, dass ich noch lange bei Mercedes bleiben möchte. Ich will mit guten Leistungen zeigen, dass ich diesen Platz verdiene. Meine Leistungen in den ersten Rennen waren stark genug.»

«Wir haben einige Verbesserungen im Gepäck, am Frontflügel, an den Luftleit-Elementen. Wir wollen bei allen Rennen den Wagen Schritt um Schritt verbessern und die Schlagzahl bei den Entwicklungen hochhalten.»

Valtteri Bottas scheint näher an Lewis Hamilton dran zu sein als 2017. Der Finne glaubt: «Es geht immer nur um Details, oft von Training zu Training, sogar von Runde zu Runde. Ich glaube, ich kann Hamilton herausfordern. Wieso? Weil ich ständig dazulerne. Ich war schon zum Schluss der Saison 2017 flott unterwegs, diesen Schwung konnte ich in die neue Saison mitnehmen. Das zweite Jahr fühlt sich anders an als mein erstes mit Mercedes. Weil ich inzwischen viel mehr weiss.»

Was die Konkurrenz angeht, so meint Bottas: «Jedem ist klar, wie wichtig eine gute Trainingsplatzierung besonders hier in Barcelona ist. Ferrari hat im Quali-Trimm erheblich zugelegt. Um zu gewinnen, müssen wir hier die Nase vorn haben. Da liegt es nahe zu denken – wir sollten die Abstimmung so trimmen, dass wir im Quali-Trimm vielleicht schneller sind als im Renn-Trimm. Nur besteht zwischen diesen beiden Abstimmungen gar kein grosser Unterschied mehr.»

Über die verlorenen Punkte macht sich Bottas keine Sorgen: «Mir sind die WM-Zähler wichtiger, die vor mir liegen. Wir haben 17 Rennwochenenden vor uns.»

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