Esteban Ocon zu Stroll: «Ich unterstütze keinen Hass»

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Der Franzose Esteban Ocon wird bei Force India sein Cockpit für den Kanadier Lance Stroll räumen müssen. Das erzeugt in den sozialen Netzwerken viel Unmut. Ocon nimmt jetzt Stroll in Schutz.

Als klar war, dass Lawrence Stroll mit einer Gruppe weiterer Investoren Force India inhaliert, lag es auf der Hand: Der kanadische Selfmade-Millionär wird so bald als möglich seinen Sohn Lance in einen Force-India-Renner setzen. Damit war auch gewiss – die Zeit des Franzosen Esteban Ocon bei Force India läuft ab. Es kommt noch schlimmer: Bei Renault und McLaren geht Ocon leer aus, und wenn er nicht bei Williams unterkommen sollte, werden wir den überaus begabten Franzosen im kommenden Jahr nicht am Start sehen.

Das hat in den sozialen Netzwerken viel Unmut erzeugt. Weltmeister Lewis Hamilton sprach zahlreichen Fans aus dem Herzen, als er festhielt: «Wenn ein so talentierte Fahrer wie Esteban in der Formel 1 kein Cockpit findet, dann stimmt mit diesem Sport etwas nicht.»

Sich ein Cockpit kaufen oder gleich ein ganzes Team, das stösst zahlreichen Grand-Prix-Freunden sauer auf. Zielscheibe ihrer Kritik: Lance Stroll. Nun ist es ausgerechnet Ocon, der für seinen Rennfahrerkollegen Partei ergreift.

Der französische Mercedes-Nachwuchsfahrer hat ein Bild von sich und Stroll auf Instagram gepostet, auf dem Flug Richtung Sotschi. Dazu schreibt Ocon: «Wir haben vielleicht einen anderen Hintergrund, aber wir teilen die gleiche Leidenschaft, den Wettbewerbsgeist und die Liebe für den Sport. Also seid respektvoll und zeigt eure Unterstützung. Nichts im Leben ist einfach, und wir arbeiten alle sehr hart, um in der Formel 1 zu sein.»

In Sotschi fügt Ocon hinzu: «Dieser Hass in den sozialen Netzwerken ist kaum erträglich, das ist nicht akzeptabel. Lance ist mein bester Kumpel im Fahrerlager, ich kenne ihn seit vielen Jahren. Ich unterstütze keinen Hass.»

Dass der 22-Jährige aus Evreux Gefahr läuft, eine einjährige Zwangspause einlegen zu müssen, sorgt bei Wolff für viel Ärger. Der Wiener schimpfte: «Was in diesem Jahr im Juli und August abging, ist einfach unglaublich. Da lief so viel Politik im Hintergrund ab, versteckte Interessen und Lügen. Und am Ende werden nicht alle Talente ein Auto für 2019 finden, wahrscheinlich wird Esteban einer von ihnen sein.»

Ocon am Donnerstag in Sotschi: «Es hat sich seit Singapur nichts geändert. Ich bin noch immer ohne Vertrag. Es kann sein, dass ich im nächsten Jahr auf der Ersatzbank sitze, werde ich 2020 zurück sein – stärker denn je.»

IndyCar kommt für Ocon nicht in Frage: «Ich will mich ganz auf die Formel 1 konzentrieren. IndyCar ist eine lässige Serie, aber für mich steht die Formel 1 im Mittelpunkt. Das einzig Positive derzeit ist die Unterstützung durch Mercedes. Ich weiss, dass sie alles für mich machen, um meine Zukunft zu sichern.»

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