Christian Horner, Red Bull Racing: Das muss fair sein

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Das Testprogramm ist gekürzt worden: Nur noch sechs Tage statt acht vor dem WM-Auftakt, keine Testfahrten mehr in der Saison. Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner: «Das muss den Piloten gegenüber fair sein.»

Der frühere GP-Pilot Stefan Johansson hat als früherer Ferrari-Pilot gesagt: «Ich kann mich daran erinnern, wie mir die Ferrari-Jungs erzählten: ‘Wenn wir ein paar Tage frei hatten, dann klingelte garantiert schon bald das Telefon, und Michael Schumacher meinte – gibt es nichts zu testen? Oder er hat gleich vorgeschlagen, was man alles ausprobieren könnte.’ Das war natürlich jene Zeit, in welcher es keine Testbeschränkungen gab, die Teams konnten Tag und Nacht testen, wenn sie das wollten.»

«Viele Rennställe taten sich damals mit den japanischen Bridgestone schwer. Selbst einige Stallgefährten von Michael kamen mit diesen Reifen nicht zurecht. Das lag nur daran, dass Schumacher die Walzen mit seiner Arbeit gewissermassen auf sich selber massgeschneidert hat. Sie passten perfekt zu seinem Fahrstil. Und genau solche Vorteile musst du dir als Rennfahrer herausarbeiten. Heute sind Tests noch wichtiger als damals, weil die Piloten viel weniger zum Fahren kommen.»

Der Schwede hat Recht: Freies Testen haben wir schon lange nicht mehr, und weil für 2020 gleich 22 Rennen geplant sind, mehr denn je, sind als Zugeständnis ans Personal der Rennställe die Testfahrten weiter eingedampft worden – nur noch sechs Wintertesttage statt wie bislang acht, keine Testfahrten mehr innerhalb der Saison. Das hat auch zum Umdenken bei den Teams geführt, wie Red Bull Racing-Teamchef Christian Horner am Circuit de Barcelona-Catalunya bestätigt.

«Wenn du nur noch sechs Tage mit einem Fahrzeug hast, dann muss dein Testprogramm gegenüber beiden Fahrern fair sein. Den Ingenieuren wäre es am liebsten, an einem bestimmten Tag nur einen Fahrer im Auto zu haben – weil dann die Aussagen konstanter sind. Wenn du nach einem halben Tag umstellst, um den zweiten Piloten ins Auto zu setzen, dann kann das den ganzen Rhythmus brechen. Gleichzeitig hast du ein so gedrängtes Programm, dass du irrsinnig viel Arbeit in den Tag stopfen musst. Da kann es von Vorteil sein, zur Mittagspause den anderen Piloten ins Auto zu setzen.»

Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte einmal zu diesem Thema: «Wir haben gute Erfahrungen mit dieser Fahrer-Rochade gemacht, weil die Piloten auf diese Weise frisch bleiben.»

Am ersten Barcelona-Testtag machen dies zahlreiche Rennställe: Valtteri Bottas, dann Lewis Hamilton bei Mercedes-Benz; Robert Kubica, dann Antonio Giovinazzi bei Alfa Romeo-Sauber; Esteban Ocon, dann Daniel Ricciardo bei Renault; Williams arbeitet mit George Russell und Nicholas Latifi, Racing Point mit Sergio Pérez und Lance Stroll.

Barcelona-Test, Tag 1, Stand nach sechs Stunden

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:17,293 (33 Runden) C3
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:17,313 (79) C3
3. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,375 (58) C3
4. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,787 (115) C2
5. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:18,001 (103) C2
6. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:18,004 (62) C3
7. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:18,168 (73) C3
8. Daniil Kvyat (RU), AlphaTauri AT01-Honda, 1:18,219 (63) C2
9. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:18,289 (88) C3
10. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:18,351 (14) C2
11. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:18,386 (59) C3
12. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,466 (65) C3
13. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:18,896 (27) C4
14. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:19,024 (7)
15. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:20,096 (18) C3

Pirelli-Reifen von C1 (hart) bis C5 (extraweich)

Zum Vergleich: Bestzeit am ersten Tag 2019
Sebastian Vettel, Ferrari SF90, 1:18,161 (169 Runden)

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