Max Verstappen: Test im V12-Aston Martin Valkyrie

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Auch so kann sich ein Formel-1-Pilot auf die Wintertests in Barcelona vorbereiten: Die Red Bull Racing-Honda-Fahrer Max Verstappen und Alex Albon rückten in Silverstone mit dem Aston Martin Valkyrie aus.

Vor nicht allzu langer Zeit haben die Weltmeister Sebastian Vettel und Lewis Hamilton davon geschwärmt, wie cool es wäre, in der Formel 1 mit V12-Saugmotoren zu fahren. Die Red Bull Racing-Honda-Piloten Max Verstappen und Alex Albon kamen in Silverstone diesem Feeling recht nahe – sie rückten mit dem Hypercar Aston Martin Valkyrie aus, der von einem 6,5-Liter-V12-Motor mit Energierückgewinnung angetrieben wird. Der Niederländer und der Thai-Brite bewegten jenen VP1-Prototypen, der normalerweise von Chris Goodwin bewegt wird.

Der achtfache GP-Sieger Max Verstappen schwärmte: «Ich weiss noch, dass ich vor mehr als einem halben Jahr hier in Silverstone zugeschaut habe, als der Aston Martin erstmals auf die Bahn ging. Das war im Rahmen des britischen Grand Prix. Noch schöner ist es natürlich, selber am Lenkrad zu sitzen – vor allem dann, wenn es sich um so ein tolles Auto handelt.»

«Das Fahrzeug ist wirklich der Hammer, auch wenn wir noch am Entwickeln sind. Das Leistungsvermögen ist mit nichts Anderem zu vergleichen. Ich kenne keinen anderen Wagen, der so viel Abtrieb aufbaut, zudem sieht das Auto super-aggressiv aus. Das war ein Riesenspass!»

Der Londoner Alex Albon meinte: «Mich hat zunächst mal aus den Socken gehauen, wie dieser Wagen aussieht. Und dann das Handling! Er sieht nicht nur aus wie ein Rennwagen, er fährt sich auch so. Der Wagen fühlt sich federleicht an, obschon er so viel Abtrieb aufbaut, er lenkt knackig ein. Klar ist das mit einem Formel-1-Auto nicht ganz zu vergleichen, aber du spürst die Fliehkräfte in den Kurven gut. Ich kenne jedenfalls kein anderes Strassenauto, das dem Leistungsvermögen eines GP-Renners so nahe kommt.»

Neben VP1 mit Verstappen und Albon waren auch VP2 und VP3 auf der Bahn, mit den Testfahrern Chris Goodwin, Darren Turner und Alex Lynn.

Der Traum von Adrian Newey

Supersportwagen-Fans aus der ganzen Welt haben das Aston-Martin-Projekt Valkyrie von Anfang an mit enormem Interesse verfolgt – ein Supersportwagen mit echtem Rennwagen-Feeling. Neben dem gewaltigen Motor findet der Kenner eine Energierückgewinnung, die ähnlich funktioniert wie im GP-Renner. Das mit einer Wippenschaltung am Lenkrad betätigte Siebenganggetriebe stammt von der Firma Ricardo, welche Motoren und Getriebe für die McLaren-Strassensportwagen baut und auch für zahlreiche Formel-1-Rennställe tätig ist. Die Karbonzelle des Chassis wird bei der kanadischen Firma Multimatic gebacken. Die Elektronik für Motor und Fahrsicherheitssysteme stammt von Bosch, die Bremsanlage von Alcon und Surface Transforms.

Aston Martin-CEO Andy Palmer sagte selbstsicher: «Wie leistungsstark das wirklich ist? Ganz einfach – wir wären in der Formel 1 unter den Top-10! Und selbst unser Grundmodell der Valkyrie wäre in einem Le-Mans-Feld unter den besten Drei.»

Die rund 3 Millionen Euro teuren Aston Martin Valkyrie sind ausverkauft, alle 150 davon. Von der Rennversion AMR Pro werden zusätzliche 25 Stücke gebaut, auch die sind verkauft. Die ersten Fahrzeuge sollen noch 2020 ausgeliefert werden.

Mit Projekten wie dem atemraubenden Valkyrie hält Red Bull den genialen Technikchef Adrian Newey bei Laune. Ein solches Supersportwagenprojekt ist genau, das den genialen Engländer reizt und ihn davon abhält, mit einem anderen Arbeitgeber zu liebäugeln. So gab es wiederholt Angebote aus Maranello für den besten Formel-1-Techniker der Gegenwart.

Red Bull Advanced Technologies und Aston Martin wollten nichts weniger, als ein bahnbrechendes Hyper-Auto zu bauen – eine Symbiose von Formel-1-Technik mit Aston-Martin-Design. Red-Bull-Technikchef Adrian Newey arbeitete dabei eng mit dem Kreativchef von Aston Martin zusammen, Marek Reichman.

Adrian Newey: «Seit ich sechs Jahre alt war, hatte ich zwei Träume – Rennwagen zu entwerfen und einen Supersportwagen obendrein. Das erste Ziel konnte ich ausleben, das andere köchelte immer ein wenig vor sich her, ich habe zahllose Entwürfe gemacht im Laufe der Jahre. Nun ergab sich diese Möglichkeit mit Aston Martin, und ich finde das überaus aufregend.»

«Auch wenn wir ein extremes Sportauto gebaut haben, so musst du doch immer gewisse Kompromisse eingehen. Schliesslich soll der Wagen alltagstauglich sein. Bei den Modellen für die Rennstrecke hingegen müssen wir keine Zugeständnisse machen und können extrem entwickeln. Alle Aspekte sind optimiert worden: Aerodynamik, Chassis, Antrieb, Gewicht. Das Ergebnis ist ein Auto, dessen Leistungen jenseits von allem liegen, was wir bislang von einem überdachten Zweisitzer erlebt haben.»

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