Barcelona-Test, Tag 1: Die grössten fünf Aufreger

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Die Formel 1 des Jahres 2020 hat in Barcelona ihre Visitenkarte abgegeben. Wir sagen, was im Fahrerlager des Circuit de Barcelona-Catalunya am ersten Testtag am meisten zu reden gegeben hat.

Der erste Wintertesttag der Königsklasse des Jubeljahres 2020 (70 Jahre Formel 1) ist gelaufen, zurück bleiben fünf starke Eindrücke, völlig unterschiedlicher Art.

Aufreger Nummer 1 lieferte ein Mann, der überhaupt nicht auf der Rennstrecke zu sehen war – Ferrari-Star Sebastian Vettel. Der vierfache Weltmeister stellte sich noch brav zum ersten Test-Gruppenfoto der Piloten auf, dann verabschiedete sich der Heppenheimer ins Hotel, von einer Erkältung gebeutelt. Ferrari hat daraufhin das Programm umgestellt. Charles Leclerc fuhr den kompletten Mittwoch und wird auch am Donnerstagmorgen im Auto bleiben. Sollte Vettel bis dann fit sein, übernimmt er am Donnerstagmittag und fährt auch am Freitag.

Aufreger Nummer 2 ist die unfassbare Standfestigkeit der neuen Formel 1. Hier die gefahrenen Runden der verschiedenen Rennställe in der Übersicht:

Mercedes 173 Runden
Racing Point 110
Red Bull Racing 168
AlphaTauri 116
McLaren 161
Renault 117
Ferrari 132
Alfa Romeo-Sauber 138
Williams 136
Haas 106

Das ergibt 1357 Runden oder 20,5 GP-Distanzen oder 6316,835 Kilometer! Nie war die Technik der neuen Formel-1-Renner am ersten Testtag eindrucksvoller. Vor dem Hintergrund des neuen Testreglements (nur noch sechs statt acht Tage) haben die Rennställe ihre Hausaufgaben ganz offensichtlich sehr gut gelöst.

Aufreger Nummer 3: Stell dir vor, wir haben eine neue Formel 1, und beide Silberpfeile liegen wieder vorne. Zyniker im Fahrerlager sagen: Drei Silberpfeile, denn der Racing Point-Renner ist eine glatte Mercedes-Kopie. Das führt uns automatisch zu …

Aufreger Nummer 4: Der (hüstel, hüstel) Racing Point RP20-Mercedes. Wohlwollende Zeitgenossen sagen, dass sich Technikchef Andy Green vom Weltmeister inspirieren liess. Andere sprechen von einer schamlosen Kopie oder gar von einem Klon.

Green kann die Aufregung nicht ganz verstehen und weist darauf hin, dass man sich immer am Besten der Branche orientiere, nicht am Zweit- oder Drittplatzierten einer Weltmeisterschaft. Green beteuert, immerhin hätte sein Team das Auto selber genaut. Ein kleiner Nadelstich Richtung Haas, deren 2020er Auto verdächtig an einen 2019er Ferrari erinnert. Nicht zu vergessen AlphaTauri, die sich beim 2020er Auto an den letztjährigen Red Bull Racing-Renner anlehnen.

AlphaTauri-Teamchef Franz Tost kann den ganzen Wirbel ohnehin nicht ganz nachvollziehen: «Es gehört zur Formel 1, dass man sich von den Gegnern etwas abschaut.»

Aufreger Nummer 5 lieferte in unseren politisch ach so korrekten Zeiten Williams-Pilot George Russell, der sich beim Thema Corona-Virus einen Witz erlauben wollte. Auf die Frage, ob er als Fahrer Anweisungen erhalten habe, wie er sich vor der Erkrankung schützen solle, sagte der junge Engländer tatsächlich: «Kein Sex mit Tieren, höre ich.»

Barcelona-Test, Tag 1

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:16,976 (94 Runden) C2
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:17,313 (79) C3
3. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,375 (58) C3
4. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,516 (168) C3
5. Daniil Kvyat (RU), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,698 (116) C3
6. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:17,842 (161) C3
7. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:17,873 (55) C2
8. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:18,004 (62) C3
9. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:18,168 (73) C3
10. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:18,282 (52) C2
11. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:18,289 (132) C3
12. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:18,382 (63) C3
13. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:18,386 (59) C3
14. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,466 (106) C3
15. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:20,096 (79) C3

Pirelli-Reifen von C1 (hart) bis C5 (extraweich)

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