Formel 1 2020: Welche GP bleiben? Was fällt flach?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Max Verstappen bei der Eröffnung der umgebauten Zandvoort-Strecke

Max Verstappen bei der Eröffnung der umgebauten Zandvoort-Strecke

​Offiziell sind die GP von Australien, Bahrain, Vietnam, China, der Niederlande und von Spanien verschoben. Nur Monaco ist abgesagt. Es ist absehbar: Nicht alle WM-Läufe werden nachgeholt.

Am 19. März bestätigt die Formel-1-Führung: Auch die Rennen in den Niederlanden und Spanien sind offiziell verschoben, nur Monaco hat bestätigt – es wird 2020 keinen Grossen Preis im Fürstentum geben. Wenn überhaupt, dann erleben wir frühestens im Juni einen Grand Prix. Dazu kommen die abgeblasenen WM-Läufe von Australien, Bahrain, Vietnam und China. Längst ist klar: Die Formel-1-Führung wird versuchen, ein Programm aus 16 bis 18 Rennen aufzustellen, dies innerhalb von nur sechs Monaten statt wie üblich neun, das wird den Fachkräften alles abverlangen. AlphaTauri-Teamchef Franz Tost spricht über eine WM, wie es sie noch nie gegeben hat.

Franz, lass davon sprechen, welche Rennen gute Chancen haben, zu einem späteren Zeitpunkt nachgeholt zu werden, und welche Grands Prix wohl über die Klinge springen müssen. Fangen wir an mit Australien.

Ich kann mir nur schwer vorstellen, dass wir 2020 einen Grossen Preis in Melbourne erleben. Im Albert-Park wird jeweils die ganze Infrastruktur fürs Formel-1-Rennen auf- und dann wieder abgebaut. Und im Park finden ja auch andere Veranstaltungen statt, da kann man diese F1-Instrastruktur nicht einfach stehen lassen. Daher erwarte ich nicht, dass wir uns in diesem Jahr nochmals in Melbourne sehen werden.

Wie sieht es mit Bahrain aus?

Das ist eine ganz andere Geschichte. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieses Rennen Ende November nachgeholt wird, auf der Hand liegen würde ein Paket aus zwei arabischen Läufen, also Bahrain und dann WM-Finale in Abu Dhabi. Das würde aus von der Logistik her am meisten Sinn machen.

Vietnam ist eines jener Rennen, welche die Formel-1-Führung in der Ära nach Ecclestone auf die Beine gestellt hat. Ich glaube, da gibt es gute Chancen, den Lauf nachzuholen.

Ja, das sehe ich auch so. Das habe ich vorher angedeutet – wenn die Saison dann endlich mal läuft, müssen wir es schaffen, einige Rennen noch zusätzlich reinzupacken. Daher auch keine Pause im August. Sofern wir in Vietnam fahren können, könnte ich mir einen Termin im September oder Oktober vorstellen.

Shanghai wäre für die F1-Führung aus finanziellen Gründen wichtig, die Chinesen lassen sich ihr Rennen angeblich rund 40 Millionen Dollar kosten. Aber auch hier gilt: Wie soll das eingepasst werden?

China ist ein schwierigeres Thema. Das geht im Grunde nur in einer Kombination mit Japan, einfach wird das nicht.

Ist der Plan von Formel-1-Sportchef Ross Brawn nachvollziehbar und richtig, wenn er den Teams sagt: «Macht euch darauf gefasst, dass wir mehr Monate haben werden, in welchen wir zwei oder gar drei Rennen in Folge haben – dafür aber mit nur zwei Tagen Fahrbetrieb.»

Das ist ein Versuch wert, ich sehe das positiv. Die Frage wird halt sein, wie die Veranstalter darauf reagieren. Denn sie brauchen den Freitag, um zusätzliche Karten zu verkaufen. Wenn sie dem zustimmen, dann können wir es mal probieren, das Rennwochenende etwas anders zu gestalten. Wenn wir so viele Läufe in knapper Zeit haben, dann muss man halt auch Abstriche machen.

Die Niederlande wird meine Meinung nach gute Chancen haben, einen anderen Platz fürs Rennen von Zandvoort zu erhalten.

Zandvoort wird zu hundert Prozent einen Platz erhalten, davon bin ich überzeugt, ich schätze, es wird August.

Und Spanien?

Die haben auch keine schlechten Chancen, am wahrscheinlichsten im Juli oder August, wenn wir mit der Formel 1 ohnehin in Europa unterwegs sind.

Monaco war von Anfang an fragwürdig, nicht?

Ja, dass ein Grand Prix von Monaco nachgeholt wird, konnte ich mir nie vorstellen. Der Aufbau war bereits in vollem Gange, der ist nun abgebrochen. Die Infrastruktur fürs Rennen beeinträchtigt ja alles, Verkehr, Geschäftsleben, auch hier gilt wie in Melbourne – die kann man nicht einfach monatelang stehenlassen.

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