Trotz Reiseverboten: Besuch im Honda-Museum

Von Mathias Brunner
​Weltweit ist wegen der Corona-Pandemie die Bewegungsfreiheit von vier Milliarden Menschen eingeschränkt. Die Betreiber der «Honda Collection Hall» am Twin Ring Motegi bieten einen virtuellen Rundgang!

Fast die Hälfte der Menschen ist in ihrer Bewegungsfreiheit eingeschränkt: Rund vier Milliarden in mehr als 90 Ländern sind von Massnahmen betroffen, den Kontakt zwischen den Menschen zu reduzieren und damit die Verbreitung des Virus SARS-CoV-2 zu verlangsamen.

Am 7. April hat der japanische Premierminister Shinzo Abe den Notstand für den besonders betroffenen Grossraum Tokio sowie einzelne andere Provinzen ausgerufen. Der Regierung wird vorgeworfen, gemessen an Nachbarländern viel zu träge auf die Bedrohung zu reagieren. Rund 5500 Japaner sind an Covid-19 erkrankt, 99 davon haben die Lungenkrankheit nicht überlebt. 56 Millionen Japaner – fast die Hälfte der Gesamtbevölkerung – in Tokio, den Nachbarprovinzen Chiba, Kanagawa und Saitama sowie in den Provinzen Osaka, Hyogo und Fukuoka sind aufgerufen, bis 6. Mai möglichst zu Hause zu bleiben.

In dieser schwierigen Zeit ist ein Besuch der tollen «Honda Collection Hall» an der Twin Ring Motegi-Rennstrecke nicht möglich. Die Betreiber des Honda-Museums bieten stattdessen eine virtuelle 360º-Tour durch die Geschichte des japanischen Unternehmens. Die exklusive und Kollektion umfasst mehr als 300 Exponate, von den Autos über die Motorräder bis zu den Power-Produkten – Rennsport inklusive. Der Zugang erfolgt direkt über dieses Portal.

Honda eröffnete das Museum 1998 zum 50-jährigen Jubiläum des Unternehmens. Die «Collection Hall» ist Ausdruck der Leidenschaft, der Faszination und der Träume, die hinter den Autos, den Motorrädern, den Power-Produkten, den Serienfahrzeugen, den Formel-1-Autos und den Rennmotorrädern stehen.

Die virtuelle Tour zeigt die wichtigsten Exponate aus jedem Winkel und aus nächster Nähe, mit der Möglichkeit, das eine oder andere Video direkt anzusteuern – intuitiv und bequem, direkt von Zuhause aus.

Von der Geschichte im Erdgeschoss führt die Treppe direkt auf die erste Etage, mit den Autos, Motorrädern und Power Produkten, die den Namen Honda seit sieben Jahrzehnten in die Welt tragen. Zu den exklusiven Exponaten zählen der S500 von 1963, das erste kompakte Sportfahrzeug von Honda, genauso wie der Prelude, der NSX oder der Civic.

Das dritte Stockwerk der Collection Hall steht im Zeichen des Rennsports, von den Grand-Prix-Rennwagen über die GTs bis zu den Motorrädern, die Geschichte schrieben und zum Teil noch heute auf den Rennstrecken der Welt unterwegs sind. Die Besucher können Raritäten wie den McLaren-Honda von Ayrton Senna sehen oder die 6-Zylinder RC166, mit der Mike Hailwood an der Isle of Man TT brillierte, um nur einige Beispiele zu nennen.

Besonders bemerkenswert ist ein schwarzes Formel-1-Auto, das nie an einem GP-Wochenende zum Einsatz kam und fallweise ausgestellt wird. Es handelt sich um einen intern Karasu (Krähe) genannten Versuchsträger.

Honda hat damals eine ganze Reihe solcher Experimentalfahrzeuge gebaut, wie ich bei einem Besuch in Motegi feststellen konnte. Ich schlenderte über das Gelände zu einer Garage hinüber, das Tor stand offen, also guckte ich rein – das stand ein halbes Dutzend pechschwarzer, nie bei einem Grand Prix eingesetzter Formel-1-Boliden! Es dauerte einige Minuten, bis mich ein Honda-Angestellter entdeckte und höflich, aber bestimmt aus der Garage schickte.

Die von Honda RC100 genannte Krähe wurde 1993 gebaut und in Suzuka getestet. Darüber hinaus entstanden die Modelle RC101 und RC101B in verschiedenen Varianten. Sie haben nichts mit jenem Honda RA099 zu tun, den die Japaner vor der Jahrtausendwende bauten, damals getestet von Max Verstappen. Aber Projektleiter Dr. Harvey Postlethwaite 1999 einem Herzanfall erlag, verlief der Plan zum Einsatz eines Werksrennwagens im Sand.

Die drei schwarzen Honda-Renner waren Fingerübungen der Honda-Techniker, um sich in Sachen Formel-1-Know how auf dem letzten Stand zu halten. Sie sind im Honda-Museum nicht permanent zu sehen.

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