Zukunft von Sebastian Vettel: Ferrari hat Plan B

Von Mathias Brunner
Formel 1
Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel

Daniel Ricciardo und Sebastian Vettel

​Ferrari und Sebastian Vettel bestätigen, dass Verhandlungen laufen über eine Vertragsverlängerung, über 2020 hinaus. Der Deutsche will sich zu Details nicht äussern. Natürlich hat Ferrari einen Plan B in der Schublade.

Charles Leclerc ist bis Ende 2024 an Ferrari gebunden. Was aber wird aus Sebastian Vettel, wenn sein Vertrag Ende 2020 ausläuft? Ferrari-Teamchef Mattia Binotto hat mehrfach klargemacht: «Sebastian Vettel ist unsere erste Wahl. Die Verhandlungen laufen, eine Vertragsverlängerung mit ihm hat Priorität. Aber das ist nicht alleine unsere Entscheidung.»

Sebastian Vettel hat Verhandlungen bestätigt, spricht aber nicht über die Dauer eines neuen Abkommens und schon gar nicht über die Finanzen. Der vierfache Champion sagt lediglich: «Früher habe ich Verträge über jeweils drei Jahre abgeschlossen. Mein Alter sollte hier kein eingrenzender Faktor sein.»

Italienische Medien spekulieren: Vettel sei lediglich ein Einjahresvertrag angeboten worden, zu deutlich weniger Gehalt als bisher. Ferrari sagt dazu lediglich – über solche Interna werde grundsätzlich nicht gesprochen.

Natürlich ist Ferrari-Teamchef Mattia Binotto clever genug, Plan B in der Schublade zu haben. Auf seiner Liste möglicher Vettel-Nachfolger sollen drei Namen stehen: Daniel Ricciardo, Carlos Sainz und Antonio Giovinazzi.

Im Testwinter meinte der Australier Ricciardo auf die Frage, was es für ihn bedeuten würde, eines Tages im roten Renner aus Maranello zu sitzen, antwortete er knapp: «Darauf kann ich nicht antworten. Sebastian hat ein nettes Auto. Aber ich will dass das Renault-Projekt funktioniert, ich wollte nie von Red Bull Racing weg und dann auf den nächstmöglichen Zug aufspringen. Ich will mit Renault an die Spitze kommen.»

Die Fans erinnern sich: War nicht einmal von einem Vorvertrag für Daniel die Rede gewesen, bevor Ferrari Leclerc holte? Dem damaligen Red Bull Racing-Piloten Ricciardo wurde unterstellt, zu viel Geld verlangt zu haben. Und Ferrari habe die Nummer-1-Position von Vettel nicht gefährden wollen.

Daniel Ricciardo hatte von Anfang an klargemacht, was er nicht will: «Ich bestehe auf identischem Material, die zweite Geige spiele ich nicht. Ich bin in einer Position, dass ich ein Wörtchen um die Spitze mitreden kann. Wenn ein Team sagen würde: ‘Also wir würden dich gerne unter Vertrag nehmen, aber du musst dich hinter deinem Stallgefährten anstellen’, dann unterzeichne ich nicht.»

«Ich hätte von Ferrari mehr Interesse erwartet. Aber irgendetwas ist passiert, ich weiss auch nicht. Wer behauptet, dass ich zu viel Geld verlangt hätte, der lügt. Offenbar hat jemand meine Ankunft verhindert. Wer? Das wüsste ich auch gerne. Ich habe mit Ferrari gesprochen, aber sie waren sich wohl schon mit Leclerc einig, also ist mein Abkommen verfallen. Ich kann nur für sie hoffen, dass sie die richtige Entscheidung getroffen haben, ich wünsche ihnen Glück. Und was mich und Ferrari angeht: Ich möchte noch viele Jahre Formel 1 fahren, und wer weiss – vielleicht kreuzen sich unsere Wege eines Tages wieder.»

Und Carlos Sainz? Der Madrilene sagt zu Ferrari: «Alle wissen, dass ich mich bei McLaren zuhause fühle und dass wir über eine mehrjährige Vertragsverlängerung sprechen. Aber klar ist es schön, wenn du mit Ferrari in Verbindung gebracht wirst, ich sehe das als Kompliment. Im Moment will ich mich auf McLaren konzentrieren.»

Aber auch für Sainz gilt ein alter Leitsatz der Formel 1: Jeder Fahrer träumt davon, Ferrari-Werkspilot zu sein.

Antonio Giovinazzi schliesslich glaubt fest daran, dass er eine Chance hat, 2021 im Ferrari zu sitzen. «Ich wäre ein Lügner, würde ich behaupten, nicht von Ferrari zu träumen. Ich weiss genau – wenn ich 2020 gute Leistungen zeige, dann habe ich eine Chance, 2021 Stallgefährte von Charles Leclerc zu werden.»

«Einfach war die Saison 2019 nicht. Ich will mal andere Piloten sehen, die zwei Jahre so gut wie keine Rennen bestreiten, und dann in Sachen Speed in der Nähe eines Kimi Räikkönen sind. Die Grundgeschwindigkeit stimmt. Was er mir voraus hatte, das war Rennerfahrung, Starts, Strategien, Boxenstopps, Reifen-Management. Für 2020 ist das Ziel simpel. Ich muss Kimi schlagen. Dann habe ich auch eine Chance, zu Ferrari zu rücken.»

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