Ralf Schumacher rät Vettel zu einem Einjahresvertrag

Von Vanessa Georgoulas
Ralf Schumacher

Ralf Schumacher

Die Spekulationen um einen möglichen Ferrari-Abgang von Sebastian Vettel reissen nicht ab. Doch das wäre kein schlauer Schritt , ist sich GP-Veteran Ralf Schumacher sicher. Er rät zu einem Einjahresvertrag.

Ob der bei Renault leidgeprüfte Daniel Ricciardo, der starke McLaren-Star Carlos Sainz oder gar das Ferrari-Eigengewächs Antonio Giovinazzi – für die Formel-1-Gerüchteköche bieten sich viele Namen zur Spekulation über die Nachfolge von Sebastian Vettel an. Der Deutsche verhandelt derzeit mit der Scuderia über eine mögliche Verlängerung seines Vertrages, der nach der Saison 2020 ausläuft.

Details zu den Gesprächen gibt von den beteiligten Parteien wie gewohnt nicht für die Öffentlichkeit, wohl aber Berichte über einen möglichen Einjahresvertrag, den die Ferrari-Verantwortlichen dem vierfachen Champion vorgelegt haben sollen. Und auch über den Unmut des Deutschen über das Angebot. Dieser wäre verständlich, schliesslich hat sein Teamkollege Charles Leclerc ein Abkommen mit dem Team aus Maranello geschlossen, das erst nach 2024 ausläuft.

Vettel selbst bestätigt nur die Verhandlungen, schweigt sich aber eisern aus, wenn es um die Dauer oder die finanzielle Seite des Vertrages geht. Für GP-Veteran Ralf Schumacher steht fest: Auch eine einjährige Verlängerung des Abkommens wäre für den Heppenheimer ein Gewinn. Im Sky Sports HD-Gespräch erklärt der Bruder des Rekord-Weltmeisters Michael Schumacher: «Für Ferrari und Sebastian verlief die vergangene Saison natürlich nicht so optimal, deshalb versucht man dort, alles zu optimieren. Deshalb glaube ich, dass ein Einjahresvertrag möglich ist, gerade in diesen Zeiten.»

Ralf weiss: «Entscheidend werden für Sebastian folgende Fragen sein: Fühlt er sich wohl und glaubt er, dass er mit dem Team um die WM fahren kann? Und man muss natürlich auch ganz ehrlich sagen, welche Alternativen bieten sich ihm sonst? Ausser er tauscht das Cockpit mit Lewis Hamilton, sehe ich nicht, wie er ein Auto bekommen soll, mit dem er wahrscheinlich um den Sieg mitfahren kann. Denn Red Bull hat schon gesagt, dass sie keinen Platz mehr für ihn haben.»

Deshalb würde ein Ferrari-Abgang auch einen Neuanfang bedeuten. «Er müsste ganz von vorne anfangen, und ob er das will, in seinem für Motorsportverhältnisse auch schon etwas höheren Alter, weiss man ja auch nicht», mahnt der 44-Jährige. Das McLaren-Team sei zwar auf einem guten Weg. «Das wäre also ein Kandidat», räumt er ein. «Aber sie sind auch noch weit von der Spitze entfernt und ihnen steht ein Wechsel des Motorenpartners bevor. Das ist also sehr schwierig. So gesehen glaube ich, dass er bei Ferrari für ein weiteres Jahr sehr gut aufgehoben wäre», kommt der heutige Sky-F1-Experte zum Schluss.

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