2. Training Österreich-GP: Hamilton 1., Pérez zaubert

Von Mathias Brunner
Formel 1
​Nach den zweiten 90 Minuten freies Training zum Österreich-GP liegt Weltmeister Lewis Hamilton weiter vorne. Die Sensation des Trainings: Sergio Pérez in der Kopie des 2019er Mercedes von Racing Point.

Dreieinhalb Monate hatten die Grand-Prix-Fans wegen der Corona-Pandemie auf Formel-1-Action verzichten müssen, und dann endete das erste freie Training auf dem Red Bull Ring 2020 exakt in der Reihenfolge der WM 2019: Weltmeister Lewis Hamilton vor seinem Mercedes-Stallgefährten Valtteri Bottas und Max Verstappen im Auto von Red Bull Racing-Honda.

Renault bestätigte: Die verlorenenen Luftleitelemente am Wagen von Esteban Ocon gingen auf Randsteinritte zurück, der Franzose konnte erst mit 25 Minuten Verspätung ins Trainingsgeschehen eingreifen. Erleichterung bei Sergio Pérez: Ein Problem mit der Ölversorgung (sichtbar durch blauen Rauch) war schnell gelöst. Auch das Leck im Bremssystem des Haas von Romain Grosjean war repariert.

Das Programm der Rennställe: Erste kurze Läufe auf weichen Pirelli, später Dauerläufe – immer vorausgesetzt, die Technik spielt mit.

Bei 20 Grad Lufttemperatur und 30 Grad Pistentemperatur zeigte AlphaTauri-Fahrer Daniil Kvyat auf dem Randstein am Ausgang von Kurve 1 einen Dreher. Auch Formel-1-Neuling Nicholas Latifi kreiselte. Die Fahrer fingen an, mehr Gas zu geben und nutzten die Pistengrenzen grosszügig. Teilweise zu grosszügig. Formel-1-Rennchef Michael Masi und seine Arbeitskollegen mussten die Zeiten einiger Piloten streichen – die Messschleifen hatten die Sünder gnadenlos als zu weit von der Piste entfernt entlarvt.

Selbst ein Weltmeister ist immer am Feilen. Pete Bonnington, Renningenieur von Lewis Hamilton, machte den sechsfachen Champion darauf aufmerksam, dass er in Kurve 3 am meisten Zeit verliere. Lewis am Funk trocken: «Ja, ich fahre sie zu weit aussen an.»

Nach 35 Minuten: Bestzeit der Mercedes-Kopie von Racing Point unter Sergio Pérez, kurz darauf konnte das Valtteri Bottas im 2020er Mercedes 0,4 Sekunden schneller. Sebastian Vettel im Ferrari aber ein Hauch langsamer als der Mexikaner Pérez! Hier deutet sich an, was wir schon beim Wintertest von Barcelona gewittert hatten – Mercedes ist Klassenbester, und wenn Ferrari nicht aufpasst, müssen sie sich hinter den Pink-Panther anstellen.

Red Bull Racing-Fahrer Alex Albon war mit dem Handling seines Autos unzufrieden, zu viel Abtrieb an der Vorderachse, liess den Frontflügel anders trimmen und ging erneut mit weichen Reifen auf die Bahn. «Iceman» Kimi Räikkönen (Alfa Romeo) war kurz im Kies.

Nach Hälfte des Trainings roch es nach Hammer-Time: Lewis Hamilton ging mit neuen, rot markierten Pirelli auf die Bahn. In der ersten Kurve stand ein McLaren kurz im Weg, der Engländer liess sich davon nicht beeindrucken, die letzten zwei Kurven waren nicht sauber, aber dennoch war der Champion zwei Zehntelsekunden schneller als Bottas – Bestzeit! Der Finne monierte am Funk, dass der Wagen in den schnellen Bögen des Red Bull Rings noch zu wenig stabil liege. Später hatte der WM-Zweite von 2019 Probleme mit der Schaltung, möglicherweise wegen eines Hydraulikproblem.s

Carlos Sainz musste einen Versuch mit weichen Pirelli abbrechen, weil eine Frontflügelstrebe brach, der Madrilene war ein wenig zu gierig gewesen auf einem Randstein.

Hinter den überlegenen Mercedes bahnt sich ein grandioser Mehrkampf im Mittelfeld an: Racing Point, Ferrari, Renault, McLaren, die Reihenfolge wird von Rennstrecke zu Rennstrecke variieren, vielleicht sogar von Tag zu Tag auf der gleichen Bahn. Von den Rängen 2 bis 8 lagen teilweise Fahrer von sechs verschiedenen Teams – so sollte es immer sein!

Nach einer Stunde rutschte Max Verstappen (heute mit dem Handling seines Autos unzufrieden) in der gleichen Kurve 5 von der Bahn wie zuvor Kimi Räikkönen, der Niederländer rumpelte durchs Kiesbett und konnte weitermachen. Er war mit weichen Pirelli unterwegs gewesen. Auch Verstappens Stallgefährte Albon rutschte von der Strecke, der Thai-Brite aber in Kurve 1. Der Wagen von Red Bull Racing-Honda ist schneller, aber noch nicht ideal auf die Piste getrimmt (zu viel Übersteuern beim Einlenken).

RBR-Teamchef Christian Horner bleibt gelassen: «Leider haben wir wegen des Ausrutschers von Max einen schnellen Lauf erhalten, aber wir haben genug Daten, um ungefähr hochzurechnen, wo wir stehen.»

Die Top-Ten: Lewis Hamilton vor Bottas, Pérez, Vettel, Ricciardo, Norris, Stroll, Verstappen, Leclerc und Sainz.

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