Lewis Hamilton (Mercedes): «Das reicht noch nicht»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton und Valtteri Bottas in neuen Farben

Lewis Hamilton und Valtteri Bottas in neuen Farben

​Lewis Hamilton hat in der Pause wegen Corona viele Menschen angesprochen, weniger in seiner Rolle als Weltmeister, sondern eher als Botschafter gegen Rassismus. Aber er sagt: «Das reicht noch nicht.»

Der sechsfache Formel-1-Champion Lewis Hamilton hat das Gewicht seiner Worte ausgiebig dazu genutzt, um Stellung zu beziehen. Kein anderer Formel-1-Rennfahrer war in den vergangenen Wochen so präsent, aber es ging weniger um Leistungen auf der Rennstrecke, sondern eher darum, welche Fortschritte wir zwischenmenschlich machen müssen. Der 35jährige Engländer sagte in unmissverständlichen Worten, was er von Ungleichheit und Rassismus hält.

Mercedes ging noch einen Schritt weiter. Die Silberpfeile treten in dieser Saison in Schwarz auf. Der 84fache GP-Sieger Hamilton dazu: «Es ist wichtig, dass wir uns weiterbilden – egal ob als Einzelperson, als Marke oder als Unternehmen – und dass wir bedeutsame Veränderungen für Gleichberechtigung und Integration umsetzen. Ich habe in meinem Leben selbst Rassismus erlebt und gesehen, wie meine Familie und meine Freunde Rassismus ausgesetzt waren. Deshalb kommt mein Aufruf zu Veränderungen aus tiefstem Herzen.»

«Als ich mit Teamchef Toto Wolff über meine Hoffnungen gesprochen habe, was wir als Team erreichen können, sagte ich, dass unser Zusammenhalt nun besonders wichtig ist. Ich möchte Toto und dem Vorstand von Mercedes ein riesiges Dankeschön dafür aussprechen, dass sie sich die Zeit genommen haben, um zuzuhören, zu reden, meine Erlebnisse und Leidenschaft wirklich zu verstehen und für das klare Statement, dass wir uns als Unternehmen verändern und verbessern wollen.» 

Am Red Bull Ring ergänzt der Champion: «Wir hatten viel Zeit zum Reflektiere, auch über Dinge, die zuvor vielleicht ein wenig im Hintergrund gestanden waren. Es ist eine Schande, dass ein weiterer Tod eines schwarzen Menschen vonnöten war, um Veränderungen zu bewegen und um mehr Leute aufzufordern, sich über Rassismus zu informieren. Ich habe viel Zeit mit den Entscheidungsträgern der Formel 1 verbracht, in Form von Zoom-Videokonferenzen, um darüber zu sprechen, was wir als Sport in dieser Hinsicht unternehmen und verändern können. Wir müssen mehr machen, keine Frage, aber das ist mal ein Anfang. Und ich werde nicht ruhen, um mehr Veränderungen zu erreichen. Andere Farben im Fahrerlager reichen nicht.»

Werden die Fahrer am GP-Wochenende ein Zeichen setzen und in die Knie gehen? Lewis: «Ich habe noch nicht mit allen Piloten reden können. Aber was immer wir machen, das müssen wir als Einheit machen. Wir haben hier das erste Rennen des Jahres. Und natürlich möchten wir etwas machen. Als Team haben wir bereits Zeichen gesetzt. Ich bin gespannt, was die anderen Rennställe machen.»

Hamilton über das kommende Wochenende, was die sportliche Seite angeht: «Die Piste liegt recht hoch, üblicherweise ist es heiss, das bedeutete alles, dass wir nicht immer im besten Arbeitsbereich unseres Autos lagen. Wir hoffen, das ist mit dem 2020er Auto anders.»

«Im Winter hat Red Bull Racing einen ganz starken Eindruck gemacht, die liegen uns wohl am ehesten im Nacken. Max Verstappen macht als Fahrer jedes Jahr Fortschritte, und hier in Österreich sind Max und das Team immer stark. Also gehe ich davon aus, dass dies wieder so sein wird.»

«Ob wir nun acht Rennen fahren oder 22, das ändert für uns nichts. Es ist keine normale Saison, das steht fest, aber die Aufgabe ist die gleiche – wir wollen Weltmeister werden.»

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