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Mick Schumacher in Russland: Fabelhafte Ausgangslage

​Starke Leistung des 21jährigen Ferrari-Nachwuchspiloten Mick Schumacher: Im Abschlusstraining zum Formel-2-Hauptrennen in Sotschi erringt er Startplatz 3. Schnellster Mann ist Yuki Tsunoda.

Formel 1

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Mick Schumacher ist Tabellen-Leader in der Formel 2, aber von der Pole-Position zu einem Hauptrennen konnte der Ferrari-Zögling noch nie losfahren. An den bisherigen neun F2-Wochenenden war der Engländer Callum Ilott der Qualifying-König, mit vier Bestzeiten, vor Red Bull-Junior Yuki Tsunoda mit zwei und Guanyu Zhou, Felipe Drugovich und Christian Lundgaard mit je einer Bestzeit im Abschlusstraining. Und die ist in der Formel 2 vier Meisterschaftspunkte wert, also beim heissen Titeltanz nicht zu verachten.

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Bei prachtvollen Bedingungen hatte sich im freien Training auf dem Olympia-Gelände von Sotschi angedeutet: Die glatte Pistenoberfläche begünstigt Fahrfehler – selten haben wir in einem freien Training so viele Verbremser erlebt. Fehler aber konnten sich die 22 Nachwuchsfahrer in der Qualifikation nicht erlauben: Nur 30 Minuten, nur zwei Sätze der weichsten Pirelli-Reifen, die – auch dies besonders in der Formel 2 – im freien Training nicht ausprobiert werden dürfen. Sorgfältiges Aufwärmen dieser Reifen ist so wichtig wie sich eine freie Runde zu verschaffen.

Das wusste auch Mick Schumacher, der als erster Fahrer auf die Bahn ging, gefolgt von seinem Prema-Stallgefährten, Ferrari-Juniorkollegen und Rivalen um einen Platz in der Formel 1 – Robert Shwartzman.

Die Autos werden für diese dreissig Minuten betankt, sind mit dem zweiten Reifensatz zum Schluss der Quali schneller. Aber niemand kann dann eine freie Bahn oder eine fehlerlose Runde garantieren, also ist der Lauf mit dem ersten Reifensatz als Grundlage ganz wichtig.

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Schumachers bester Startplatz zum Formel-2-Hauptrennen 2020: Rang 3 in Silverstone. Mit dem ersten Reifensatz fuhr er kurz Bestzeit, dann kam jener Mann, der sich im Rennen wohler fühlt als in der Quali – der St. Petersburger Robert Shwartzmann. Er konnte in neun Qualifyings nur drei Mal unter die schnellsten Fünf vorstossen. Der Russe war drei Zehntel schneller als Mick, Drittschnellster der Moskauer Nikita Mazepin. Der Inder Jehan Daruvala konnte das noch besser: schneller als Shwartzman! Yuki Tsunoda schob sich vor Mick Schumacher auf Rang 3.

Callum Ilott rammte beim Aufwärmen fast den Renner von Luca Ghiotto (die FIA-Rennkommissare werden sich das nach dem Training anschauen), der Engländer blieb komplett im Verkehr stecken, so wie auch Christian Lundgaard. Der Däne nur Sechstschnellster, Ilott einen Rang dahinter. Renault-Junior Lundgaard am Funk: "Unfassbar, was das für Idioten sind da draussen."

Mick Schumacher gönnte seinen Walzen eine Runde Abkühlung, dann nahm der Formel-3-Champion von 2018 einen neuen Anlauf – rutschte aber kurz vor der Bahn und konnte sich nicht verbessern. Wohl aber Nikita Mazepin: neue Bestzeit. Der Russe konnte sich nicht lange freuen, dann legte Daruvala nach, während ein weitere Red Bull-Junior, Juri Vips, einen Dreher zeigte, aber weiterfahren konnte. Auch Tsunoda wurde schneller, beide Autos von Teamgründer Trevor Carlin also vorne – Daruvala vor Tsunoda, Mazepin Shwartzman und Schumacher auf Rang 5. Callum Ilott nur auf Rang 11.

Zehn Minuten vor Schluss das übliche Bild: Zuerst warten alle Fahrer, dann fahren sie geschlossen auf die Bahn – heisse Szenen garantiert. Lundgaard wartete, bis die meisten Piloten rausgefahren waren und suchte sein Glück auf diese Weise.

Mick Schumacher rückte auf Rang 3 vor, dann aber hatte Ilott endlich eine freie Runde, der Engländer noch schneller. Shwartzman hatte einen kleinen Rutscher dabei, keine Verbesserung. Der Chinese Guanyu Zhou rückte auf Rang 3 vor. Vorne noch immer die beiden Carlin-Fahrer, Daruvala vor Tsunoda.

Dann ging alles drunter und drüber: Bestzeit für den Red Bull-Fahrer Yuki Tsunoda – vor Daruvala und Schumacher, der sich an Ilott vorbeischieben konnte, ganz wichtig im Kampf um die Meisterschaft. Der Japaner Tsunoda, heisser Anwärter für ein Cockpit bei AlphaTauri 2021, ganze sechs Tausendstelsekunden schneller als Daruvala.

Formel-2-Qualifying in Sotschi

1. Yuki Tsunoda (J), Carlin, 1:48,688

2. Jehan Daruvala (IND), Carlin, +0,006

3. Mick Schumacher (D), Prema Racing, +0,195

4. Callum Ilott (GB), Uni-Virtuosi Racing, +0,359

5. Luca Ghiotto (I), Hitech Grand Prix, +0,542

6. Christian Lundgaard (DK), ART Grand Prix, +0,564

7. Robert Shwartzman (RU), Prema Racing, +0,596

8. Jack Aitken (GB), Campos Racing, +0,618

9. Guanyu Zhou (RCH), Uni-Virtuosi Racing, +0,623

10. Nikita Mazepin (RU), Hitech Grand Prix, +0,786

11. Juri Vips (EST), DAMS, +0,951

12. Pedro Piquet (BR), Charouz Racing System, +0,992

13. Louis Delétraz (CH), Charouz Racing System, +1,011

14. Marcus Armstrong (NZ), ART Grand Prix, +1,181

15. Jake Hughes (GB), BWT HWA Racelab, +1,274

16. Felipe Drugovich (BR), MP Motorsport, +1,288

17. Dan Ticktum (GB), DAMS, +1,526

18. Marino Sato (J), Trident, +1,661

19. Roy Nissany (IL), Trident, +1,768

20. Artem Markelov (RU), BWT HWA Racelab, +1,800

21. Giuliano Alesi (F), MP Motorsport, +2,255

22. Guilherme Samaia (BR), Campos Racing, +2,687

Stand nach 18 von 24 Rennen

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1. Schumacher 161

2. Ilott 153

3. Lundgaard 145

4. Shwartzman 140

5. Mazepin 127

6. Tsunoda 127

7. Delétraz 122

8. Zhou 108

9. Ghiotto 89

10. Drugovich 79

11. Ticktum 77

12. Nobuharu Matsushita (J) 42

13. Armstrong 36

14. Aitken 35

15. Daruvala 26

16. Vips 16

17. Alesi 8

18. Markelov 5

19. Nissany 5

20. Sean Gelael (RI) 3

21. Piquet 2

22. Sato 1

23. Samaia 0

24. Hughes 0

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