Lewis Hamilton über Ayrton Senna: Woanders weinen

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton 2017 in Montreal mit einem Helm von Ayrton Senna

Lewis Hamilton 2017 in Montreal mit einem Helm von Ayrton Senna

​Formel-1-Weltmeister Lewis Hamilton spricht über die Imola-Rennstrecke, die für ihn wegen des tödlichen Unfalls von Ayrton Senna am 1. Mai 1994 eine ganz besondere Bedeutung hat.

Selbst nach all den Jahren hat sich das für Lewis Hamilton nicht geändert: «Wenn ich zu historisch bedeutenden Rennstrecken komme, nach Monaco oder Silverstone, wenn ich weiss, dass auf einer solchen Bahn die Grössten gefahren sind, dann bedeutet mir das etwas. Wir alle wissen, was 1994 hier in Imola passiert ist. Ich habe mir heute die Zeit für eine Runde genommen auf dieser geschichtsträchtigen Bahn. Dabei kam ich an der Unfallstelle von Ayrton vorbei. Es ist nun mehr als 26 Jahre her, dass wir ihn verloren haben. Zu wissen, dass er hier gefahren ist, dass er hier tun konnte, was er am meisten liebte, das berührt mich.»

«Natürlich erinnere ich mich an jenen 1. Mai. Ich war auf der Kartstrecke Rye House. Mein Vater hatte damals einen roten Vauxhall Cavalier, mit einem weissen Anhänger, mit Gasheizung. Ich half meinem Vater, ein Rad am Kart zu wechseln. Ich weiss nicht, wer es ihm gesagt hat, aber mein Vater erfuhr, dass Ayrton gestorben ist. Ich musste weggehen, denn mein Vater hat es nicht erlaubt, dass ich vor ihm heule. Ich musste woanders weinen. Das war schwer. Ich versuchte, meine Trauer in eine noch bessere Leistung umzusetzen, und ich glaube, ich habe beim nächsten Rennen gewonnen. Aber in den Wochen danach hatte ich am Tod Sennas schwer zu nagen.»

Imola brachte Hamilton auch andere Gefühle zurück: «Ich habe während meiner Runde die Schönheit dieser Gegend auf mich einwirken lassen. Es fühlte sich an wie das erste Mal, als ich nach Italien kam. Wenn du als dreizehnjähriger Kart-Fahrer aus England nach Italien kommst, dann ist alles komplett anders. Das ist ein Gefühl, das mich lang nicht mehr überkommen hat, aber heute war es so. Ich hatte ständig diese Erinnerungen an meine Kart-Zeiten.»

Wir leben in einer Formel Hamilton: Der Engländer dominiert die Königsklasse seit Jahren, mit fünf WM-Titeln in den vergangenen sechs Jahren. Wenn die Saison normal weiterläuft, sind eine erfolgreiche Titelverteidigung und der siebte Titel des Unersättlichen nur eine Frage der Zeit. In der Corona-verkürzten Saison 2020 lässt Hamilton seinen Gegnern wenig Luft zum Atmen: Acht Siege in zwölf Rennen, nur beim Saisonauftakt in Österreich (Vierter) nicht auf dem Siegerpodest.

Hamilton hat den Siegerrekord von Michael Schumacher übertroffen und steht nun bei 92 Siegen, er ist in Portugal auch zum 45. Mal in Serie in die Punkte gefahren, eine Serie, die in Silverstone 2018 begonnen hat. In Imola ist Hamilton noch nie einen Grand Prix gefahren: Der letzte San Marino-GP hier fand 2006 statt, 2007 debütierte Lewis bei McLaren. Gewinnt er in Italien, so wäre das die 29. Formel-1-Strecke, auf welcher er gewinnt – natürlich auch dies ein Rekord.

Der Mercedes-Star sagt vor dem Emilia Romagna-GP-Wochenende: «Wenn wir in eine neue Saison gehen, dann erwarten wir nie, dominant zu sein. Natürlich ist das ein Traum-Szenario, aber du weisst vor einem Rennen nie, wie sich der Wagen benehmen wird und ob du genug getan hast. Wir bleiben wachsam, mit hochgekrempelten Armen, wir geben immer alles, als hätten wir noch nie gewonnen. Das ist eines der Erfolgsgeheimnisse.»

Portugal-GP, Portimão

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:30:00,085 h
2. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +25,592 sec
3. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +34,508
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +1:05,312 min
5. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
6. Carlos Sainz (E), McLaren, +1 Runde
7. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +1 Runde
8. Esteban Ocon (F), Renault, +1 Runde
9. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1 Runde
10. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +1 Runde
11. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
12. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +1 Runde
13. Lando Norris (GB), McLaren, +1 Runde
14. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
15. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, +1 Runde
16. Romain Grosjean (F), Haas, +1 Runde
17. Kevin Magnussen (DK), Haas, +1 Runde
18. Nicholas Latifi (CDN), Williams, +2 Runden
19. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +2 Runden
Out
Lance Stroll (CDN), Racing Point, Aufgabe

WM-Stand nach 12 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 256 Punkte
2. Bottas 179
3. Verstappen 162
4. Ricciardo 80
5. Leclerc 75
6. Pérez 74
7. Norris 65
8. Albon 64
9. Gasly 63
10. Sainz 59
11. Stroll 57
12. Ocon 40
13. Vettel 18
14. Kvyat 14
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Giovinazzi 3
17. Räikkönen 2
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 435
2. Red Bull Racing 226
3. Racing Point 126
4. McLaren 124
5. Renault 120
6. Ferrari 93
7. AlphaTauri 77
8. Alfa Romeo 5
9. Haas 3
10. Williams 0

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