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George Russell: Pechvogel als Mercedes-Star 2022?

Von Mathias Brunner
George Russell in Imola vor Giovinazzi, Vettel und Räikkönen

George Russell in Imola vor Giovinazzi, Vettel und Räikkönen

​Obschon George Russell inzwischen in 35 WM-Läufen punktelos geblieben ist, wird er als kommender GP-Sieger gehandelt. Was muss passieren, damit der Mercedes-Schützling 2022 im Silberpfeil sitzt?

Das Rennschicksal erzeugt oft Widersprüche: Der 22jährige Mercedes-Schützling George Russell hat hintereinander die Titel in der GP3 (2017) und in der Formel 2 gewonnen (2018), Superstar Fernando Alonso stuft ihn als besten jungen GP-Fahrer ein; aber bei inzwischen 35 Formel-1-Rennen ist der schlaksige Engländer ohne Punkte geblieben (nur zwei Fahrer haben eine noch schlechtere Bilanz), und der Vielgelobte ist WM-Letzter.

Dennoch hat Russell besonders in den Qualifyings Leistungen gezeigt, welche über die Schwächen des Williams-Rennwagens hinwegtäuschen. Das Talent von George ist offensichtlich, ihm fehlte einfach bisher das Rennglück, und in wenigen Situationen hat er selber gepatzt, wie beim Crash während der Safety Car-Phase in Imola. «Der grösste Fehler in meiner Karriere», schimpfte Russell nachher.

Russell wird 2021 eine dritte GP-Saison bei Williams fahren, was danach passiert, ist völlig offen. Logisch wäre für Mercedes-Benz, den britischen Junior 2022 ins Werks-Team zu holen, anstelle von Valtteri Bottas – wenn wir gleichzeitig davon ausgehen, dass Lewis Hamilton der Königsklasse verbunden bleibt.

Aber was muss für solch eine Beförderung passieren? Mercedes-Teamchef Toto Wolff sagte vor kurzem gegenüber den Kollegen der Sky: «Alles wird davon abhängen, wie die kommende GP-Saison verläuft. Es liegt auf der Hand, dass George die Zukunft gehört.»

George Russell zur kommenden Saison: «Wir bringen ständig nächste Teile, das ist wichtig, denn wir fahren 2021 mit fast den gleichen Fahrzeugen wie in dieser Saison. Wir wollen weiter nach vorne, und ich hoffe auf weitere Fortschritte, so dass

Die unmittelbare Zukunft bedeutet für Russell, dass er zuschauen wird: Im ersten freien Training zum Bahrain-GP wird der Israeli Roy Nissany seinen Wagen übernehmen. «Das erste Training ist wenig repräsentativ, von daher ist es nicht ganz so schlimm, bei diesen 90 Minuten zuschauen zu müssen.»

Russell wird den Williams-Ingenieuren bei der kniffligen Frage Abstimmung beistehen. Denn auch das englische Traditions-Team kämpft mit dem typischen Bahrain-Problem: Die freien Trainings 1 und 3 in der Wüste Sakhir finden bei Tageslicht statt und damit unter anderen Temperaturen als Training 2, Qualifikation und Rennen. Wie geht ein Rennstall dabei vor?

George Russell sagt auf die Frage von SPEEDWEEK.com in Bahrain: «Du musst die Erkenntnisse aus dem ersten Training mit grosser Vorsicht geniessen und darfst dich nicht auf den falschen Weg locken lassen, was das Set-up angeht. Das Wochenende in Bahrain ist genau aus diesem Grund so eigenwillig, und das gilt auch ein wenig für Abu Dhabi – alles konzentriert sich auf diese zweite Training, weil dann die Verhältnisse am aussagekräftigsten sind.»

«Generell fahre ich gerne in Bahrain, ich freue mich auch auf einen Nacht-GP. Und das Aufwärmen der Reifen sollte kein Problem sein. Ich gehe davon aus, dass wir auf Augenhöhe mit Alfa Romeo und Haas antreten werden.»

Türkei-GP, Istanbul

1. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:42:19,313 h
2. Sergio Pérez (MEX), Racing Point, +31,633 sec
3. Sebastian Vettel (D), Ferrari, +31,960
4. Charles Leclerc (MC), Ferrari, +33,858
5. Carlos Sainz (E), McLaren, +34,363
6. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, +44,873
7. Alex Albon (T), Red Bull Racing, +46,484
8. Lando Norris (GB), McLaren, +1:01,259 min
9. Lance Stroll (CDN), Racing Point, +1:12,353
10. Daniel Ricciardo (AUS), Renault, +1:35,460
11. Esteban Ocon (F), Renault, +1 Runde
12. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri, +1 Runde
14. Pierre Gasly (F), AlphaTauri, +1 Runde
13. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes, +1 Runde
15. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo, +1 Runde
16. George Russell (GB), Williams, +1 Runde
Out
Kevin Magnussen (DK), Haas, Aufgabe
Romain Grosjean (F), Haas, Schäden nach Kollision mit Latifi
Nicholas Latifi (CDN), Williams, Schäden nach Kollision mit Grosjean
Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo, Getriebedefekt

WM-Stand nach 14 von 17 Rennen

Fahrer
1. Hamilton 307 Punkte
2. Bottas 197
3. Verstappen 170
4. Pérez 100
5. Leclerc 97
6. Ricciardo 96
7. Sainz 75
8. Norris 74
9. Albon 70
10. Gasly 63
11. Stroll 59
12. Ocon 40
13. Vettel 33
14. Kvyat 26
15. Nico Hülkenberg (D) 10
16. Räikkönen 4
17. Giovinazzi 4
18. Grosjean 2
19. Magnussen 1
20. Latifi 0
21. Russell 0

Marken
1. Mercedes 504
2. Red Bull Racing 240
3. Racing Point 154
4. McLaren 149
5. Renault 136
6. Ferrari 130
7. AlphaTauri 89
8. Alfa Romeo 8
9. Haas 3
10. Williams 0

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