Mick Schumacher (Haas-Ferrari): «Das ist verblüffend»

Von Mathias Brunner
​Ferrari-Junior Mick Schumacher spricht nach seinem zweiten Bahrain-Testtag im Haas-Ferrari über interessante Lehren, die er aus fast jeder Runde zieht, und über eine Schrecksekunde an der Box.

Formel-2-Champion Mick Schumacher hatte vor dem dreitägigen Wintertests in Bahrain festgehalten: «Unser Ziel muss darin bestehen, so viele Runden wie möglich zurückzulegen, um vor dem ersten GP-Wochenende sagen zu können – wir sind so gut vorbereitet wie nur irgend möglich.»

Von daher kann sich Mick Schumacher nach dem zweiten Bahrain-Halbtag wahrlich nicht beklagen: Von jenen Fahrern, die nicht den ganzen Tag lang im Rennwagen sassen, legte Ferrari-Junior Schumacher am meisten Runden zurück, nämlich 88, was eineinhalb GP-Distanzen enspricht. Kein Rennstall hat am zweiten Tag mehr Runden abgespult als Haas (164).

Dazwischen gab es eine Schrecksekunde in der Haas-Box: Mick erhielt das grüne Licht zum Losfahren, doch der Mann am vorderen Wagenheber war noch nicht aus dem Weg gegangen. Zum Glück flog nur der Wagenheber davon, nicht der Mechaniker.

Mick Schumacher sagt in einer Videokonferenz am Abend des 13. März auf die Frage von SPEEDWEEK.com zur persönlichen Zwischenbilanz: «Generell bin ich mit dem Tag sehr zufrieden, es lief um Einiges besser als am Freitag. Ich kam viel mehr zum Fahren. Besonders happy bin ich mit den Dauerläufen, vom Gefühl her halten die Reifen am GP-Renner besser als am Formel-2-Auto, ich kann mehr angreifen, was schön ist.»

«Auch die Qualifying-Runden waren interessant. Weil ich am Freitag wenig gefahren war, fand ich es am Anfang schwierig, einen Rhythmus zu finden. Mit meiner Steigerung bin ich zufrieden. Es war auch wichtig, mit weichen Reifen ein Gefühl für den Wagen zu erhalten. Wir wollen uns da noch gar nicht mit den Anderen vergleichen, da ist dann das erste Quali-Segment am GP-Wochenende von Bahrain aussagekräftiger. Davon abgesehen spult jeder Rennstall sein eigenes Programm runter, auf die ganzen Rundenzeiten ist momentan kein Verlass.»

Wo ortet Schumacher eine Baustellen für den letzten Testtag? «Ich würde jetzt nicht sagen, dass ich eine Baustelle habe. Es gibt jedoch Kleinigkeiten, an welchen ich noch arbeiten will, etwa bei der Arbeit mit dem Rennsitz oder bei der Passgenauigkeit des Helms.»

Wie fand Schumacher die Begegnung mit den anderen Piloten auf der Strecke? Mick sagt: «Was mich verblüfft hat – man merkt extrem, wie unterschiedlich die Fahrzeuge sind. Wenn du hinter einem Williams herfährst, dann sind die Verwirbelungen hinter diesem Auto ganz anders als etwa von einem Mercedes. Ich finde das interessant und will auch da möglichst viel lernen. Wenn ich also die Möglichkeit erhalte, einem Gegner zu folgen, dann nehme ich die meist wahr.»

«Man muss sich das so vorstellen: Wenn du alleine auf der Bahn bist, baut dein Auto viel Haftung auf, und wenn du hinter einem Gegner fährst, dann kann diese Haftung schlagartig wegbrechen. Ein Beispiel: Du bremst alleine eine Kurve an, am richtigen Bremspunkt, alles in Ordnung. Wenn du hinter einem Gegner die gleiche Kurve anbremst, kannst du vorsichtshalber zehn Meter früher aufs Bremspedal treten, und dennoch blockiert ein Rad. Daran muss man sich gewöhnen.»

«Du musst lernen, dass jedes Auto andere ‚dirty air’, also Luftwirbel aufbaut. Ganz zum Schluss des Testtags hatten wir die Möglichkeit, einen stehenden Start zu üben. Danach habe ich mich sofort hinter einen Mercedes gehängt, um eben genau das Fahrverhalten in den Verwirbelungen dieses Autos zu testen. Ich habe gemerkt: Hinter dem Mercedes herzufahren, das ist einfacher als hinter dem Williams. Aus solchen kleine Szenen kann ich sehr viel mitnehmen.»

Und was war jetzt bei der Szene mit dem Wagenheber? «Da habe ich mich gewaltig erschrocken, weil mir nicht klar war, ob ich nicht vielleicht etwas falsch gemacht hatte. Letztlich war es ein Missverständnis. Wir haben auch daraus etwas gelernt.»

«Grundsätzlich verlaufen die Boxenstopps viel schneller als in der Formel 2. Du fängst schon kurz nach dem Anhalten an, die richtige Drehzahl zu halten, um nach dem Reifenwechsel wieder loszufahren, du suchst bereits den Schleifpunkt der Kupplung. Das ist alles viel intensiver als in der Formel 2, aber es macht auch mehr Spass.»

Bahrain-Test, Tag 2

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, 1:30,289 (58 Runden) Reifenmischung C5
2. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 1:30,413 (87) C5
3. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:30,693 (71) C5
4. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:30,586 (52) C4
5. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:30,760 (125) C5
6. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:30,903 (73) C5
7. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, 1:32,672 (132) C4
8. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:31,682 (117) C2
9. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:32,215 (52) C3
10. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, 1:32,339 (128) C2
11. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, 1:32,684 (57) C4
12. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, 1:32,883 (88) C3
13. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 1:33,072 (56) C3
14. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, 1:33,101 (76) C4
15. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:33,399 (58) C2
16. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:38,849 (10) Prototyp

Bahrain-Test, Tag 1

1. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:30,674 (139 Runden) Reifenmischung C3
2. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:30,889 (46) C3
3. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:31,146 (129) C4
4. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:31,782 (46) Prototyp
5. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, 1:31,919 (57) C3
6. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:31,945 (68) C3
7. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:32,203 (45) C2
8. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda, 1:32,231 (74) C3
9. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, 1:32,727 (37) C2
10. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:32,912 (42) C2
11. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:33,242 (59) C3
12. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:33,320 (63) C3
13. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:33,742 (51) Prototyp
14. Roy Nissany (IL), Williams FW43B-Mercedes, 1:34,789 (83) C2
15. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, 1:34,798 (70) C3
16. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, 1:36,127 (15) C2
17. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, 1:36,850 (6) C2


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