Formel 1: Reaktion auf Sabotage-Vorwurf

Max Verstappen nach Pole-Position: «Auto beschädigt»

Von Mathias Brunner
Max Verstappen geht auf die entscheidende Runde

Max Verstappen geht auf die entscheidende Runde

Der Niederländer Max Verstappen bestätigt den tollen Eindruck aus dem Wintertest und aus dem freien Training: Vierte Pole-Position, ideale Ausgangslage für den Bahrain-GP – obschon sein Wagen beschädigt war!

Zum ersten Mal in seiner Formel-1-Karriere hat Max Verstappen zwei Pole-Positions in Folge erobert: Nach der schnellsten Zeit einen Tag vor dem WM-Finale von Abu Dhabi 2020 nun Bestzeit im Qualifying zum Grossen Preis von Bahrain 2021.

Die vierte Pole (nach Ungarn und Brasilien 2019 sowie Abu Dhabi 2020) war nicht selbstverständlich: Denn kurz vor Schluss des ersten Quali-Segments ratterte der zehnfache GP-Sieger über einen Randstein, ein Teil des Unterbodens seines Red Bull Racing-Renners flatterte davon. Doch als es darauf ankam, zeigte Verstappen, wer Chef ist im Bahrain International Circuit – seine 1:28,997 min waren gute vier Zehntelsekunden schneller als der beste Versuch von Weltmeister Lewis Hamilton.

Dem langjährigen Formel-1-Fahrer Martin Brundle ist aufgefallen: «Ich habe nie in den letzten Jahren einen so entspannten Verstappen erlebt. Ich habe den Eindruck, er weiss ganz genau, was für einen tollen Rennwagen er in diesem Jahr hat.»

Verstappen nach dem idealen Beginn seiner Saison: «Unser Wintertest war sehr ermutigend verlaufen, aber natürlich ist das nie eine Garantie dafür, dass es dann beim Saisonstart auch gut läuft.»

«Das ganze Wochenende hier lief sehr gut. Aber der Wind ändert die ganze Zeit, da musst du höllisch aufpassen, keinen Fehler zu machen. Im zweiten Quali-Teil haben wir die mittelharten Reifen verwendet, das im Hinblick aufs Rennen. Der erste Quali-Versuch in Q3 war nicht so gut, der zweite hingegen sehr. Am meisten freue ich mich, dass sich die ganze Arbeit meines Teams ausbezahlt hat.»

Erstmals ist Max zu Beginn einer Saison Schnellster: «Ich spüre nicht Erleichterung, aber du arbeitest immer darauf hin. Wir wussten, in welchen Bereichen wir arbeiten mussten. Das haben wir getan.»

Hand aufs Herz: War Max’ Wagen nach dem Randsteinritt beschädigt? «Ein wenig, ja. Aber das hat beim Fahren keinen grossen Einfluss gehabt.»

«Im Laufe des Qualifyings habe ich versucht, ganz sauber zu fahren. Aber diese Piste ist sehr eigenwillig. Wind wirkt sich stark aus, und die Reifen verhalten sich nicht immer gleich. Am Schluss habe ich das gut hinbekommen.»

«Ich habe mich am Funk deshalb ausdrücklich beim Team bedankt, weil ich weiss, wie viel Arbeit alle bei uns in dieses Auto gesteckt haben. Diese Arbeit hat sich nun bezahlt gemacht.»

«Auch Honda hat einen tollen Job gemacht mit dem neuen Motor. Damit will ich jetzt nicht andeuten, dass sie in den vergangenen Jahren nicht gut gearbeitet hätten, sie haben einfach noch mehr zugelegt. Die Honda-Leute sind echter Racer, sehr leidenschaftlich und emotional, eingentlich untypisch für Japaner. Ich mag das sehr.»

Was das Rennen angeht, so will sich Max nicht in die Karten schielen lassen. Auf die Frage, wie es um den Red Bull Racing-Speed im Dauerlauf stehe, meint er: «Das werden wir wohl am Sonntag herausfinden.»

Es soll windiger werden zum Rennen hin und markant kühler. Welche Auswirkungen wird das haben? Max gleichmütig: «Klar werden sich alle abstrampeln, um sich geänderten Verhältnissen anzupassen. Aber damit muss man eben klarkommen.»

Qualifying, Bahrain

01. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:28,997
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:29,385
03. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, 1:29,586
04. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, 1:29,678
05. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda,1:29,809
06. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:29,927
07. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, 1:29,974
08. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21,1:30,215
09. Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault, 1.30,249
10. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:30,601
11. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, 1:30,659
12. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:30,708
13. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda,1:31,203
14. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, 1:31,238
15. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, 1:33,430
16. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, 1:31,724
17. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes, 1:31,926
18. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, 1:32,056
19. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, 1:32,449
20. Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari, 1:33,273

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