Mercedes nicht schnell genug: Alarm oder Bluff?

Von Mathias Brunner
Formel 1
Lewis Hamilton und Andrew Shovlin

Lewis Hamilton und Andrew Shovlin

​Andrew Shovlin, der leitende Mercedes-Ingenieur, schlägt Alarm: «Wir sind zu wenig gut in schnellen Kurven, und davon gibt’s in Imola und Portugal jede Menge.» Ist die Besorgnis echt oder ein Bluff?

Jeder ging nach dem starken Bahrain-Training von Red Bull Racing-Honda davon aus: Max Verstappen würde den WM-Auftakt in der Wüste Sakhir gewinnen. Aber dann zeigten die Mercedes-Strategen und Weltmeister Lewis Hamilton ihr ganzes Können, und nur mit einer makellosen Leistung konnten sie Max Verstappen niederringen.

Nun schlägt Andrew Shovlin Alarm. Der leitende Mercedes-Ingenieur Andrew Shovlin sagt nach dem ersten Saisonrennen: «Wir sind zu wenig gut in schnellen Kurven, und davon gibt’s in Imola und Portugal jede Menge. Da haben die Anderen derzeit einen deutlichen Vorteil.»

«Bahrain ist ein Sonderfall», findet der englische Techniker. «Der Wind spielt immer eine grosse Rolle, und die Bahn geht hart auf die Hinterreifen. Wir glauben, dass diese Strecke grundsätzlich nicht eine der besten für uns ist.»

Tatsächlich? Sehen wir uns mal kurz die Ergebnisse von Mercedes im Bahrain-GP der letzten Jahre an.

Mercedes hat von acht Bahrain-GP seit 2014 (ohne den Sakhir-GP auf einer anderen Pistenführung) sechs gewonnen. Von 16 möglichen Podesträngen des jeweiligen Mercedes-Duos (zuerst Hamilton und Nico Rosberg, später Hamilton und Valtteri Bottas) hat die Marke mit dem Stern 15 erreicht (nur 2020 standen nicht beide Fahrer auf dem Podest). Dazu gab es fünf Pole-Positions und fünf beste Rennrunden.

Alles in allem also fette Beute, und so ist es wenig verwunderlich, dass in sozialen Netzwerken unter vielen Fans der Verdacht kursiert, Mercedes staple tief oder bluffe.

Aber Andrew Shovlin beteuert: «Wenn wir uns ansehen, wie sich das Auto von Red Bull Racing im Test und im Training benommen hat, dann war klar zu erkennen, wie gut ihr Wagen liegt. Wir brauchen Strecken, die unserem Fahrzeug eher entgegenkommen. Wir geben offen zu: Derzeit haben wir nicht das beste Auto, aber gleichzeitig glauben wir auch, dass wir aus dem W12 noch viel mehr herausholen können.»

«Wir versuchen derzeit, die Leistungsfähigkeit des neuen Rennwagens schrittweise zu steigern, und von einigen Bereichen haben wir den Eindruck gewonnen – diese Steigerung ist nicht wie erhofft passiert. Daran werden wir hart arbeiten. Wir hatten Mühe mit der Hinterachse in Bahrain, und Highspeed-Passagen sind derzeit nicht unsere Stärke.»

Sieger Lewis Hamilton hat nach dem Bahrain-GP betont: «Im Rennen konnten wir Red Bull Racing die Stirn bieten, aber in der Quali-Abstimmung können wir im Moment nicht mithalten.»

Bahrain-GP in Sakhir

01. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W12, 1:32:03,897 h
02. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16B-Honda, +0,745 sec
03. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W12, +37,383
04. Lando Norris (GB), McLaren MCL35M-Mercedes, +46,466
05. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing RB16B-Honda, +52,047
06. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF21, +59,090
07. Daniel Ricciardo (AUS), McLaren MCL35M-Mercedes, +1:06,004 min
08. Carlos Sainz (E), Ferrari SF21, +1:07,100
09. Yuki Tsunoda (J), AlphaTauri AT02-Honda, +1:25,692
10. Lance Stroll (CDN), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1:26,713
11. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1:28,864
12. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo C41-Ferrari, +1 Runde
13. Esteban Ocon (F), Alpine A521-Renault, +1 Runde
14. George Russell (GB), Williams FW43B-Mercedes, +1 Runde
15. Sebastian Vettel (D), Aston Martin AMR21-Mercedes, +1 Runde
16. Mick Schumacher (D), Haas VF-21-Ferrari, +1 Runde
Out
Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT02-Honda (Fahrzeug nach Kollision beschädigt)
Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43B-Mercedes (Turbolader)
Fernando Alonso (E), Alpine A521-Renault (Bremsen)
Nikita Mazepin (RUS), Haas VF-21-Ferrari (Unfall)

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