Maurizio Arrivabene (Ferrari): «Kimi? Ein Rennunfall»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Maurizio Arrivabene

Maurizio Arrivabene

​Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene ist mit der 30-Sekunden-Strafe für Kimi Räikkönen (damit Rang 8 statt Platz 5) nicht einverstanden: «Das war ein reiner Rennunfall.»
Maurizio, einer der grossen Aufreger dieses Rennens war er Unfall kurz vor Schluss zwischen Kimi Räikkönen und Valtteri Bottas. Wie hast du das erlebt?

Strafe hin oder her, für mich bleibt das ein Rennzwischenfall. Das ist für mich vergleichbar mit der Situation zwischen Ricciardo und Kimi in Monaco, und damals haben die Rennkommissare entschieden, es sei ein Rennzwischenfall. Kimi hat damals unfassbar geschimpft. Ich habe ihm im Mai gesagt – das kann in einem Rennen vorkommen. Ich erkenne eigentlich keinen Unterschied zwischen dem Vorkommnis in Monte Carlo und dem Zwischenfall nun, also wieso eine Strafe? Doch letztlich bin ich kein Rennkommissar und habe das nicht zu entscheiden.

Vor dem Hintergrund der WM-Situation mit Vettel und Kimi: Ändert das etwas an eurer Vorgehensweise?

Wir müssen derzeit viele Faktoren mit einrechnen. Wie sehr soll man schon für nächstes Jahr arbeiten, wenn Vettel in der WM noch Aussenseiterchancen hat? Das müssen wir uns alles in Ruhe überlegen. Dann entscheiden wir, wie wir weiter vorgehen wollen.

Wie siehst du die WM-Situation von Vettel?

Die Mathematik sagt, Vettel kann es noch schaffen. Aber unsere Bescheidenheit sagt nein, das ist nicht mehr möglich. Klar werden wir bis zum Schluss alles versuchen. Bis der Titel eben rein rechnerisch nicht mehr drinliegt. Wir nehmen es Grand Prix um Grand Prix, alles andere ergibt sich von selber.

Habt ihr je daran gedacht, bei der Safety-Car-Phase die Strategie zwischen Vettel und Räikkönen zu teilen?

Nein, das war nie geplant.

Gibt es wirklich ein Ferrari-Angebot für Toro Rosso, mit Motoren für 2016?

Wenn wir Neuigkeiten haben, werden wir sie euch wissen lassen. Will heissen: keine News.

Bernie Ecclestone hat vor dem Russland-GP einen neuen Deal mit Pirelli verkündet. Was ist deine Meinung dazu?

Nach Belgien haben wir unterschiedliche Meinungen ausgetauscht. Aber sie scheinen weiter Reifenlieferant zu sein, also werden wir auch weiterhin sehr eng mit ihnen zusammenarbeiten. In Monza hatten wir ein gutes Meeting mit Pirelli-Chef Tronchetti Provera, um ab 2017 eine spektakuläre neue Formel 1 zu haben. Wenn Bernie sich nun für Pirelli entschieden hat, dann ist er wohl der Meinung, dass Pirelli für diese neue Formel 1 der ideale Partner ist.

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