Eva Stein: Schrauben im Fixateur abgebrochen, neue OP

Von Esther Babel
IDM
Eva Stein

Eva Stein

Ein halbes Jahr ist seit dem Crash der Twin-Cup-Pilotin im Rahmen der IDM in Most vergangenen. Eine erneute Operation war nötig geworden und nun beginnt die Reha-Spirale von vorne.

«Es lief alles ganz ok», beschreibt Eva Stein ihre bisherige Rekonvaleszenz «Naja bis zwei Schrauben vom Fixateur gebrochen sind.» Dieser Fixateur befindet sich an der Wirbelsäule der Pilotin und mit einer aufwendigen Operation im Klinikum Regensburg wurde der Schaden am Rücken der Rhein-Hessin behoben. Für ihre Genesung bedeutet dies allerdings einen herben Rückschlag. Denn mit der Reha geht es wieder zurück auf Null. Den Kopf lässt Stein aber dennoch nicht hängen.

Im zweiten Rennen des Twin Cup, der 2019 im Rahmen der IDM im tschechischen Most dabei war, hatte es vor knapp einem halben Jahr gekracht. Das Rennen wurde abgebrochen und die Pilotin Eva Stein wurde per Helikopter ins Krankenhaus geflogen. «Ich lag zu dem Zeitpunkt auf Platz 4 und mein Hintermann fuhr mir ins Motorrad. Wir stürzten beide und ich zog mir dabei die schweren Verletzungen am Rücken zu», erinnert sie sich. Im Krankenhaus stellte man den Bruch eines Brustwirbels und einen angebrochenen Wirbel fest.

«Am Dienstag nach dem Unfall war es endlich soweit und ich wurde nach Frankfurt in eine Spezial-Klinik geflogen», geht die Geschichte weiter. «Am Mittwoch wurde ich operiert. Die OP verlief gut und ich konnte meine Beine bewegen und fühlen.»

Am 19.12. dann der Rückschlag. Im Rücken von Stein krachte es gewaltig. Aber nicht bei der Reha, beim Motorrad putzen oder sonstiger Überlastung. Beim Treppensteigen hatte es die seit Monaten krankgeschriebene Zweiradmechanikerin erwischt. «Aber ich hatte damals auch eine starke Erkältung», erzählt sie. «Deswegen dachte ich, dass das die Ursache für die Schmerzen war. Doch nach zwei Wochen war die Erkältung weg und die Schmerzen immer noch da. Bei einem Kontrolltermin in Frankfurt, zu dem ich alle fünf bis sechs Wochen muss, wurde dann festgestellt, dass zwei Schrauben am Fixateur gebrochen waren. Drei Wirbel hatte der Fixateur abgedeckt, einer war ja mehrfachgebrochen. Und dieser Wirbel ist jetzt einfach zusammengebrochen, da er die Last nicht halte konnte.»

Dann musste sich Stein einer Mammut-OP in Regensburg unterziehen. Über den seitlichen Brustkorb gingen die Chirurgen über eine Sonde rein, dann wurde Stein umgedreht und der Fixateur kam über einen Schnitt am Rücken wieder raus. Mit Knochen aus dem Becken. Schnitt Nummer 3, wurde dann ein neuer Wirbel modelliert und ein neuer Fixateur eingesetzt. Während der Fixateur eines Tages entfernt werden kann, bleiben die eingesetzten Platte und Schrauben drin.

«Bei der OP musste mein linker Lungenflügel zum Kollabieren gebracht werden», geht die Horrorgeschichte weiter. «Die Narkose habe ich gut weggesteckt, aber hinterher ragten vier Schläuche aus mir raus. Die Lunge funktioniert wieder, aber ich muss sie noch trainieren, und mein Rücken fühlt sich ganz okay an. Im Becken ist leider ein Nerv gereizt, weswegen ich noch auf Krücken gehen muss. Tja und sonst? Alles zurück auf Anfang würde ich sagen.»

In etwa zwei Monate kann Stein wieder mit ersten Reha-Maßnahmen beginnen. Der erste Frust hat sich inzwischen gelegt. «Das war vor allem schlimm, als ich so Schmerzen hatte», gibt die Patientin zu. «Da haben mir die Menschen in meinem Umfeld echt leidgetan. Die Röntgenbilder habe ich dann selber gesehen. Da stellte sich jetzt kein Glücksgefühl ein, aber ich war total erleichtert, als ich wusste, was los ist.»

Der Unfall hat das Leben von Eva Stein auf den Kopf gestellt. Seit dem kann sie nicht mehr im Betrieb, den die Zweirad-Mechanikerin gemeinsam mit den Eltern betreibt, arbeiten. Auch sonst ist die sportliche Pilotin zum Nichtstun verdammt. «Es ist irgendwie krass», beschreibt sie diese Extremerfahrung. «Man erkennt die wahren Freunde. Meine Familie steht voll hinter mir. Mein Freund Normen hat’s zeitenweise nicht leicht mit mir. Aber wir waren vorher schon ein gutes Team und sind jetzt noch enger zusammengewachsen.»

Längerfristige Pläne sind bei Eva Stein aktuell noch nicht auf dem Zettel. Die anstehende Reha wird eine weitere Herausforderung werden und in einem Jahr muss sie erneut unters Messer. Bis dahin hoffentlich schmerzfrei und guten Mutes.

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