David Datzer: «Es gibt keinen Grund, traurig zu sein»

Von Helmut Ohner
Zweiter Lauf in Frohburg: David Datzer vor Marek Cervený und Laurent Hoffmann

Zweiter Lauf in Frohburg: David Datzer vor Marek Cervený und Laurent Hoffmann

Auch wenn die Saison mit einer Verletzung nicht so zu Ende gegangen ist, wie er sich das gewünscht hat, lässt der bayrische BMW-Pilot David Datzer seinen Kopf nicht hängen und denkt bereits an die kommende Saison.

Die Vorfreude auf das vom Veranstaltungsteam rund um Andrea und Tom Nowka in gewohnter Weise bestens organisierte Frohburger Dreiecksrennen war bei David Datzer riesengroß, auch wenn ein Monsterprogramm auf ihn wartete, gab es doch neben den Finalläufen in der IRRC Superbike zusätzlich zwei Rennen zum Pro Superstock-Cup.

Und in beiden Serien durfte sich der BMW-Fahrer Hoffnungen auf Top-3-Resultate machen. Doch erstens kommt es anders zweitens als man denkt!

Im Training lief noch alles wie am Schnürchen. In der International Road Racing Championship fixierte Datzer die drittschnellste Zeit hinter dem Schweizer Lukas Maurer und seinem deutschen Landsmann Didier Grams und im Cup für seriennahe Motorräder konnte sich der bei den Rennsportfans äußerst beliebte Bayer sogar die Pole-Position sichern.

Bereits im ersten Cup-Rennen nahm das Unglück seinen Lauf. In der ersten Runde musste Datzer sein Motorrad mit einem Defekt abstellen und weil Come Geenen den verbliebenen Gegnern auf und davon fuhr und weitere 25 Punkte für die Gesamtwertung einheimsen konnte, war die Entscheidung um den Titel vorzeitig zugunsten des Belgiers entschieden.

«Obwohl sie gesichert war, hat sich die Ritzelmutter selbstständig gemacht und ist abgefallen. Wir hatten leider nicht viel Zeit, weil der Zeitplan für mich als Doppelstarter im Cup und der IRRC ziemlich straff war. Wir konnten zwar alles rechtzeitig reparieren. Auch die Kette wurde überprüft und für gut empfunden, das war ein Fehler», ist sich Datzer nachträglich bewusst.

In Lauf 1 zur IRRC Superbike sollte es für den Familienvater noch schlimmer kommen. Datzer hatte sich mit Grams bereits weit von den Verfolgern abgesetzt, als in der fünften Runde das Hinterrad blockierte. «Die Kette ist gerissen und ins Hinterrad gekommen. Ich bin mit über 160 km/h durch die Frontscheibe abgestiegen und nach einer langen Rutschpartie im Straßengraben gelandet.»

Trotz heftiger Schmerzen biss der 29-jährige Motorradmechaniker aus Vilsiburg auf seine Zähne, weil er sich im IRRC-Finale mit einer Ehrenrunde vom begeisterten Publikum verabschieden wollte. Aber einmal auf dem Motorrad waren alle Probleme vergessen und Datzer lieferte nochmals eine Show ab, als er sich mit drei Konkurrenten einen tollen Kampf um Platz 2 lieferte.

«Mit dem Adrenalin im Körper waren die Schmerzen plötzlich erträglich. Weil ich ja immer noch eine realistische Chance hatte, die IRRC Superbike in den Top-3 zu beenden, habe ich mich nach der Einführungsrunde kurzerhand entschlossen, das Rennen doch noch zu Ende zu fahren und einige Punkte für die Gesamtwertung zu holen.»

«Für mich ist die Saison gelaufen», berichtete Datzer nach seinem fünften Platz. «Nach der Veranstaltung bin ich sofort nach Hause gefahren, um den Handchirurgen im Ort zu konsultieren. Er hat festgestellt, dass ich mir zwei Finger und das Kahnbein in der linken Hand gebrochen habe. Morgen wird entschieden, ob das Kahnbein mit einer Schraube fixiert wird.»

«Das Jahr ist nicht so zu Ende gegangen, wie man es sich wünscht, aber Defekte und Stürze gehören nun einmal zum Geschäft. Es gibt also keinen Grund, traurig zu sein. Die Saison war richtig geil. Ich habe meine ersten Rennen in der IRRC Superbike und im Pro Superstock Cup gewonnen, was will man mehr. Und nächstes Jahr greifen wir in der IRRC nochmals an.»

Ergebnis IRRC Superbike, Frohburg, Rennen 1
1. Didier Grams (D), BMW, 10 Runden in 15:57,983 min. 2. Virgil-Amber Bloemhard (NL), Kawasaki, 9,536 sec. zur. 3. Laurent Hoffmann (B), +9,756 sec. 4. Marek Cervený (CZ), beide BMW. 5. Joey Den Besten (NL), Suzuki. 6. Julian Trummer (A), Yamaha. 7. Markus Karlsson (S), Kawasaki. 8. Ales Nechvatal (CZ). 9. Xavier Denis (F). 10. Marcel Elsner (D), alle Yamaha. Ferner: 16. Patrick Hoff (D), Suzuki. 17. Nico Müller. 19. Gido Nittke, beide BMW. 22. Andreas Gangl (A), Suzuki. 23. Dirk Walter (D), Kawasaki. 25. Michael Wimmi (D). 28. Andreas Böse (D), beide BMW.

Ergebnis IRRC Superbike, Frohburg, Rennen 2
1. Grams, 10 Runden in 15:57,694. 2. Hoffmann, 8,885 sec. zur. 3. Bloemhard, +9,239 sec. 4. Cervený. 5. David Datzer (D), BMW. 6. Trummer. 7. Amalric Blanc (F), BMW. 8. Den Besten. 9. Karlsson. 10. Nechvatal. Ferner: 14. Elsner. 16. Müller. 17. Nittke. 21. Gangl. 22. Walter. 26. Böse. 27. Wimmi.

Endstand IRRC Superbike (nach 8 Rennen)
1. Grams, 141 Punkte. 2. Lukas Maurer (CH), Kawasaki, 101. 3. Den Besten, 97. 4. Hoffmann, 93,5. 5. Cervený, 92. 6. Bloemhard, 88. 7. Datzer, 84,5. 8. Karlsson, 62,5. 9. Kamil Holan (CZ), Kawasaki, 58,5. 10. Nechvatal, 53,5. Ferner: 12. Elsner, 41,5. 14. Johannes Schwimmbeck (D), BMW, 19. 15. Hoff, 15. 18. Vassilios Takos (GR), 4,5.

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

Verstappen gegen Hamilton: So stehen die Chancen

Mathias Brunner
Max Verstappen siedelt die Chancen auf einen Titelgewinn 2021 bei «fünfzig zu fünfzig» an. Wir sagen, auf welchen Strecken der Niederländer gegen Lewis Hamilton die besseren Aussichten hat.
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • Sa.. 23.10., 19:10, Motorvision TV
    BTPA Tractor Pulling
  • Sa.. 23.10., 19:15, ServusTV Österreich
    Servus Sport aktuell
  • Sa.. 23.10., 19:30, ORF Sport+
    Extreme E Magazin 2021
  • Sa.. 23.10., 20:55, Motorvision TV
    Belgian Rally Championship 2021
  • Sa.. 23.10., 20:55, Motorvision TV
    Belgian Rally Championship 2021
  • Sa.. 23.10., 21:05, SPORT1+
    Motorsport - FIA World Rally Championship
  • Sa.. 23.10., 21:25, Motorvision TV
    Tour European Rally Historic 2021
  • Sa.. 23.10., 21:25, Motorvision TV
    Tour European Rally Historic 2021
  • Sa.. 23.10., 21:50, Motorvision TV
    Tour European Rally 2021
  • Sa.. 23.10., 21:50, Motorvision TV
    Tour European Rally 2021
» zum TV-Programm
3DE