Philipp Öttl: «Ein Top-5-Platz in der WM wäre schön»

Von Günther Wiesinger
Moto2
Peter Öttl mit Philipp in der Tech3-KTM-Box

Peter Öttl mit Philipp in der Tech3-KTM-Box

Philiipp Öttl wechselt von der Moto2- in die Supersport-WM. Er weiß, das Cortese und Krummenacher dort die WM gewannen. Aber Öttl hütet sich vor Prognosen. «Es wird nicht easy.»

Sandro Cortese ist vor zwei Jahren von der Moto2-WM notgedrungen in die Supersport-WM umgestiegen – und hat auf der Kallio-Yamaha auf Anhieb die Weltmeisterschaft gewonnen. Randy Krummenacher schaffte es als Moto2-Aussteiger 2019 auf der Bardahl-Yamaha in der dritten Saison.

Philipp Öttl ist in seiner ersten Moto2-Saison 2019 punktelos geblieben, deshalb wechselte der letztjährige Red Bull-Tech3-KTM-Pilot jetzt ebenfalls in die 600-ccm-Klasse – er hat bei Puccetti-Kawasaki als Teamgefährte von Lucas Mahias unterschrieben. «Ich habe im Moment einfach das Gefühl, die Supersport-Klasse ist im Moment das Richtige für mich», sagt der 23-jährige Bayer. «Ich muss weg aus dem GP-Paddock.»

Revanchegelüste spielen nicht mit, beteuert Öttl. Cortese und Krummenacher wollten ihren alten GP-Teams sicher beweisen, dass sie zu mehr fähig sind, als sie zuletzt im GP-Sport gezeigt hatten.
«Du kannst in der Supersport-WM genauso abkacken wie in der Moto2», dementiert Öttl alle Revanchegedanken.

Aber Kawasaki hat in der Supersport-WM seit drei Jahren keinen Titel gewonnen. Yamaha dominierte in den letzten drei Jahren mit der neuen R6 jeweils klar. Doch Öttl glaubte von vornherein an die Grünen, mit Platz 2 beim Jerez-Test im November setzte er beim SSP-Debüt bereits eine Duftmarke.

«Ich kann noch nicht endgültig beschreiben, wie konkurrenzfähig welche Fabrikate in der Supersport sind», sagt Philipp Öttl. «Klar, ich habe mir die Resultate angeschaut. Es fahren viele Yamaha mit. Von der Aktualität der Ergebnisse wirkt Yamaha überlegen. Aber das Yamaha-Chassis ist immer noch von 2008.»

Wäre es für einen Neuling nicht beruhigender, wenn er das gleiche Material wie die Besten hätte? Öttl: «Ja, schon, aber ich habe ja das Gleiche wie die Besten… Unser Motorrad stammt im Grunde aus dem Jahr 2009. Im Endeffekt ist es ein 2008er-Baujahr.»

Welche Ziele hat Öttl für die erste Supersport-Saison? Traut er sich einen Titelgewinn zu – wie Cortese und Krummi?

«Die beiden haben es schon gut gemacht», hält Öttl fest. «Auch sie sind nicht mit der Einstellung hingegangen, dass es easy wird. Ich habe mich im Winter wirklich gut vorbereitet. Dann muss ich mich auf die ungewohnten Pirelli-Reifen einstellen. Leider haben wir nicht viele Tests, weil wir ja Ende Februar schon wieder in Phillip Island sind.»

Es gab nur ein Testverbot zwischen 21. Dezember und 4. Januar. «Da durfte man auf einer Rennstrecke keine 600er fahren. Eine 1000er durfte man fahren…»

«Beim Ziel für 2020 lege ich mich nicht fest, weil ich die Situation schwer einschätzen kann. Ich glaube, das Motorrad ist gut, das Team ist richtig gut. Und ich bin überzeugt, ich kann so stark werden, wie ich schon einmal war. Das hoffe ich halt. Ein Platz in den Top-5 am Jahresende wäre schön. Aber die Supersport fährt in Phillip Island schneller als Moto2, in Jerez manchmal auch. Naja, jetzt gegen die 765-ccm-Moto2-Motoren ist es vielleicht schwieriger. Aber ein Moto-2-Rahmen kostet 25.000 Euro, ein Kawasaki-Rahmen 700 Euro… Da ist ein Rennradrahmen teurer… Die Materialkosten sind so unterschiedlich wie zwischen Superbike und MotoGP.»

Wie kam der Kontakt zu Manuel Puccetti zustande? «Papa und ich sind im Simmer zu ihm nach Italien runtergefahren. Nachher ist er zu uns nach Bayern raufgefahren. Das zeigt, welch großer Respekt da ist. Ich war noch nie in einem Superbike-Fahrerlager. Ich kann es mir nur vorstellen, wie es dort ist. Ich glaube, dass es so ist, wie es im GP-Fahrerlager einmal war.»

Philipp Öttl hat die Moto3-WM zuerst in den Teams von Dani Epp und Terrell Thien absolviert, dann folgten vier Jahre im Team von Papa Peter Öttl. Nach der Saison 2018 wurde die familiäre Zusammenarbeit mit dem fünffachen GP-Sieger (2x 125 ccm, 3x 80 ccm) etwas loser.

Künftig wird der Junior bei etlichen Events ganz auf die Gegenwart des Papa verzichten müssen. «Schon 2019 waren wir nicht mehr in der gleichen Box. Aber er war vor Ort und hat im Training und beim Rennen ab und zu vorbei geschaut. Manchmal hätte ich ihn am Abend gerne zum Unterhalten dabei gehabt, wenn beim Abendessen bei Tech3 alle Teammitglieder Französisch gesprochen haben… Man redet sonst eh schon den ganzen Tag Englisch… Da hätte ich mich gefreut, wenn ich mit dem Papa Deutsch hätte reden können.»

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