Marc Márquez: Muskelschwund – Schulter macht Kummer

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Im Dezember 2018 wurde Marc Márquez an der Schulter operiert, Ende November 2019 war die rechte Schulter an der Reihe. Beim Sepang-Test wird er nicht richtig fit sein.

Als Weltmeister Marc Márquez vor einem Jahr beim ersten MotoGP-Saisontest in Sepang mit 0,931 Sekunden Rückstand nur auf Platz 11 landete und Ducati mit Petrucci, Bagnaia Miller und Dovizioso die ersten vier Plätze beschlagnahmte, keimte bei den Roten aus Borgo Panigale die Hoffnung auf den ersten MotoGP-WM-Titel seit Casey Stoner 2007. Aber Dovizioso wurde schließlich um 151 Punkte geschlagen. Von Marc Márquez.

Die schwache Performance des Repsol-Honda-Stars in Malaysia hatte viel mit seiner linken Schulter zu tun, die während er Saison 2018 immer wieder aus dem Gelenk gesprungen war. Sogar bei der Umarmung nach dem Titelgewinn durch Bruder Alex in Japan.

In der vergangenen Saison hingegen entpuppte sich beim achtfachen Weltmeister die rechte Schulter als Schwachstelle. Er ließ sie gleich am Tag nach dem Jerez-Test am 27. November 2019 operieren, um, keine Zeit zu verlieren.

Aber jetzt ist durchgesickert, dass sich Márquez Sorgen um seine Fitness macht. Er postete Videos und Bilder, die ihn beim Training zeigen. Diese Aufnahmen offenbaren aber auch einen eklatanten Muskelschwund in der frisch operierten rechten Schulter. Offenbar kann sie der Spanier noch nicht lange wieder belasten.

Márquez sagte deshalb kurzfristig auch seine Reise zum Hahnenkammrennen in Kitzbühel ab. «Ich muss trainieren», meldete er bei Sponsor Red Bull.

Die rechte Schulter war bei schweren Stürzen in Buriram und Sepang in Mitleidenschaft gezogen worden. Dann hatte ein harmloser Crash in Jerez Ende November 2019 wieder zu einer Luxation geführt. Erst beim Frankreich-GP im Mai 2019 hatte Marc festgestellt, dass die operierte linke Schulter inzwischen keine Sorgen mehr bereite.

Marc Márquez versichert zwar, der Eingriff rechts sei nicht so schwerwiegend gewesen wie jener vor einem Jahr. Aber er spricht gleichzeitig von einer komplizierteren Rehabilitation. Denn er musste sich wochenlang schonen – und in zwei Wochen steckt er schon mitten im dreitägigen Sepang-Test.

Der ehrgeizige Honda-Star will unbedingt am Sepang-Test teilnehmen und sich mit der 2020-Honda anfreunden. Aber er konnte seit der Operation mit keinem Motorrad fahren. Long-runs wird er sich also auf jeden Fall aus dem Kopf schlagen müssen.

Schon vor einem Jahr erzählte Marc, sein Freunde und Trainer hätten als Vorsichtsmaßnahme in seiner Garage alle seine Motorräder zerlegt und die Räder ausgebaut, damit er während der Reha nicht auf die Idee kommt, sich auf ein Cross-, Dirt-Track- oder Supermoto-Motorrad zu schwingen.

Márquez geht davon aus, dass er in Sepang nicht so viel «track time» haben wird wie seine Gegner. Er wird sich Pausen gönnen müssen und wohl viele 5-Runden-Stints fahren.

Letztes Jahr fehlte der verletzte Repsol-Honda-Pilot Jorge Lorenzo in Sepang. Stefan Bradl sprang bei Repsol-Honda für den Mallorquiner ein. Vorläufig ist der deutsche Honda-Testfahrer nur für den Shakedown-Test (2. bis 4.2.) vorgesehen, nicht für den IRTA-Test (7. bis 9.2.).

«Anfang Januar war ich nicht sehr optimistisch», sagt Márquez. «Aber in den letzten zwei Wochen habe ich einen ziemlich großen Fortschritt gemacht. Als die Ärzte die rechte Schulter geöffnet haben, gab es Nerven und Muskeln, die eventuell in Mitleidenschaft gezogen worden sind. Deshalb dauert die Genesung länger als erwartet. Ich habe mich bei Social Media einige Zeit still verhalten, weil ich mich zu 100 Prozent auf das konzentrieren wollte, was vorrangig war.»

«Ich will jetzt so bald wie möglich wieder Motorradfahren. Ich möchte vor dem Abflug nach Malaysia zumindest einen Typ Motorrad probieren», ergänzte der 56-fache MotoGP-Sieger, der am 17. Februar 27 Jahre alt wird.

Márquez: 2018 war die rechte Schulter lädiert

Bevor die rechte Schulter operiert wurde, bereitete Marc Márquez in den letzten Jahren die rechte Schulter immer wieder Schmerzen. Der Weltmeister klagte bereits beim letzten Rennwochenende 2019 in Valencia: «Seit Motegi ist meine Schulter nicht in bester Verfassung, auch in Sepang machte sie mir einigen Ärger.»

Im letzten Qualifying der Saison beim Valencia-GP 2018 sprang die Schulter des Weltmeisters erneut bei einem Sturz aus dem Gelenk. Deshalb beschloss der Spanier, sich operieren zu lassen. «Denn das Problem lässt sich nur operativ beheben», lautete seine knappe Begründung.

Am 4. Dezember 2018 wurde der Repsol-Honda-Star im Dexeus-Universitätskrankenhaus in Barcelona von Dr. Xavier Mir, Dr. Victor Marlet und Dr. Theresa Marlet vom Institut für Traumatologie und Sportmedizin operiert. Mit Erfolg – nach 48 Stunden konnte der Superstar damals entlassen werden.

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