Auch ohne Rennen 500 Fans auf dem Sachsenring

Von Thorsten Horn
MotoGP
Beim Katar-GP zahlen selbst am Renntag kaum 1500 Zuschauer Eintritt. Zum Sachsenring-Spaziergang trafen sich heute mindestens 500 Fans auf der deutschen GP-Strecke – zum «Spaziergang für den MotoGP».

Dass sich trotz der Corona-bedingten Absage des Motorrad Grand Prix auf dem Sachsenring einige Fans am ursprünglich geplanten Termin zu ihrem «Ring» aufmachen würden, war irgendwie klar. Als dann noch in privaten sozialen Netzwerken ein Aufruf zu einem «Spaziergang für den MotoGP» gestartet wurde, nahm die Sache sogar Konturen an. Am Ende kamen rund 500 Sachsenring-Anhänger, um mit Gleichgesinnten etwas Benzin zu reden, in Erinnerungen zu schwelgen und auch ein bisschen zu trauern, dass sie heuer auf ihr Highlight des Jahres verzichten müssen.

Aufgerufen hatte Kevin Pohlers, der in Oberlungwitz, nur ca. 200 Meter vom Sachsenring entfernt, zu Hause ist. «Mein Bruder Ralf und ich hatten die Idee, irgendetwas trotzdem zu machen. Wir wollten keine kommerzielle Veranstaltung und trotzdem ein Zeichen für den Sachsenring setzen. Da kam uns die Idee von einem völlig unpolitischen Spaziergang, quasi als Sympathiebekundung für die vielen Unternehmen, die durch die Absage große Probleme haben», erklärt der 28-jährige Kevin Pohlers.

Das ganze Wochenende war ringsum den Sachsenring schon ein erhöhter Publikumsverkehr spürbar. So verzeichnete zum Beispiel das Rennsportmuseum Hohenstein-Ernstthal mehr Besucher als üblich. «Für viele Leute geht es offenbar nicht ohne Motorsport. Dass viele das eigentliche Rennwochenende nutzten, freut uns natürlich», gab die Museumsleiterin Marina Palm Auskunft.

Am Samstagabend wurden kleinere und mittlere Partys gefeiert, die wegen der Abstandsregeln zum Teil von der Polizei aufgelöst werden mussten. Gegen ein kleines Feuerwerk, quasi Ankerberg-light, waren die Ordnungshüter allerdings machtlos.

Am heutigen Sonntag versammelten sich dann nach Mittag mehr und mehr Fans, die zum Teil von sehr weit her angereist waren. Neben Kenzeichen aus dem ganzen Freistaat Sachsen bis in den hintersten Zipfel sowie dem benachbarten Thüringen und Bayern sah man auch einige aus weiter entlegenen Regionen Deutschlands. «Meines Wissens kamen die mit der weitesten Anreise aus Niedersachen und sind wohl rund 500 Kilometer hierher gefahren», schilderte Kevin Pohlers sichtlich beeindruckt.

Der Start zum Spaziergang, an dem sich nicht alle, aber der Großteil der angereisten Fans beteiligte, erfolgte dann bewusst um 14.00 Uhr. Im Normalfall hätte zu diesem Zeitpunkt die MotoGP-Asse ihr Rennen gestartet. Die Runde im Außenbereich der Kultrennstrecke vor den Toren Hohenstein-Ernstthals führte durch die Stadt und war so gewählt, dass man in etwa so lange unterwegs war, wie das MotoGP-Rennen gedauert hätte.

Am Ende war Kevin Pohlers von der Resonanz total überwältigt. «Wir hatten mit 30 oder 40 Leuten gerechnet, aber von diesem Aufmarsch bin ich ein bisschen erschlagen», räumte Pohlers ein. «Wir wollten, dass der Sachsenring weiter in aller Munde bleibt. Ich denke, das haben wir erreicht. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass der Sachsenring-Grand-Prix im Kalender bleibt und dass wir irgendwann mal wieder den am besten besuchten Grand Prix des Jahres hier haben.»

Nun, der heutige Tag hat zumindest gezeigt, dass die Strahlkraft des deutschen WM-Laufes nach wie vor enorm ist, denn etwas Vergleichbares ist uns von anderen GP-Pisten nicht bekannt.

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