Aragón-GP: Rins siegt, Quartararo durchgereicht

Von Nora Lantschner
MotoGP
Das Podium im ersten Aragón-GP: Alex Márquez, Alex Rins und Joan Mir

Das Podium im ersten Aragón-GP: Alex Márquez, Alex Rins und Joan Mir

Suzuki-Ass Alex Rins hielt in Aragón dem Druck von Repsol-Honda-Rookie Alex Márquez stand und ist der achte unterschiedliche MotoGP-Sieger der Saison 2020. Joan Mir übernahm als Dritter die WM-Führung.

Die verkürzte MotoGP-Saison 2020 bescherte uns in neun Grand Prix sieben Sieger und 15 unterschiedliche Fahrer auf dem Podium. Dabei sollte es nicht bleiben, denn die Ausgangslage für den «Gran Premio Michelin de Aragón» versprach Spannung pur: WM-Leader Fabio Quartararo, seinerseits dreifacher Saisonsieger, fuhr zum zehnten Mal in seiner MotoGP-Karriere von der Pole-Position los, neben ihm standen sein Yamaha-Kollege Maverick Viñales sowie Cal Crutchlow. Erstmals seit Austin 2019 war der LCR-Honda-Routinier damit zurück in der ersten Startreihe.

In der zweiten Startreihe lauerte allerdings Suzuki-Ass Joan Mir. So weit vorne stand der WM-Zweite seit dem Steiermark-GP im August nicht mehr, damals nahm der 23-Jährige bis zur roten Flagge Kurs auf seinen ersten Sieg in der Königsklasse.

Eine Premiere würde es auf jeden Fall geben, denn alle bisherigen MotoGP-Sieger im MotorLand Aragón – Marc Márquez, Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Casey Stoner – waren 2020 nicht dabei. Außerdem sorgte die Corona-bedingte Abwesenheit von Valentino Rossi dafür, dass erstmals seit 1999 ein Grand Prix ohne «premier class»-Champion im Grid gestartet wurde, bei strahlendem Sonnenschein und 31 Grad Asphalttemperatur.

In der Anfangsphase hatte noch der von vielen stark eingeschätzte Viñales die Nase vorn, aber mit einem Bombenstart aus der vierten Reihe legte Alex Rins den Grundstein zum Erfolg. Repsol-Honda-Pilot Alex Márquez, der sich ebenfalls erst aus der vierten Startreihe nach vorne arbeiten musste, sorgte aber dafür, dass der Suzuki-Werksfahrer bis zum Schluss hart für seinen insgesamt dritten MotoGP-Sieg (nach Austin und Silverstone 2019) arbeiten musste.

Mir konnte die Pace nicht bis zum Schluss mitgehen, Platz 3 reichte aber, um die WM-Führung zu übernehmen. Denn der große Verlierer des Tages war am Ende Quartararo: Der Pole-Mann wurde bis auf Platz 18 durchgereicht.

So lief das Rennen:

Start: Morbidelli erwischt einen guten Start, aber er geht weit – Viñales führt vor Quartararo, Morbidelli, Rins, Mir, Miller, Nakagami und Dovizioso, der nur von Startplatz 13 kam.

2. Runde: Alex Márquez geht auf der Bremse in Kurve 1 an Dovizioso vorbei. Viñales hat einen kleinen Vorsprung von 0,6 sec auf seine Markenkollegen. Mir findet keinen Weg an Miller (5.) vorbei.

3. Runde: Rins schnappt sich Platz 3 von Morbidelli. Mir kommt an Miller vorbei. Der Australier wählte im Gegensatz zu den Fünf vor ihm den Medium-Hinterreifen. Gleiches gilt übrigens für Dovi. Bagnaia verabschiedet sich mit einem Sturz.

4. Runde: Rins, der schnellste Mann auf der Strecke, hängt am Hinterrad von Quartararo. Morbidelli kommt nicht mit. Dahinter hat Alex Márquez Platz 7 von seinem Honda-Kollegen Nakagami übernommen.

5. Runde: Quartararo lässt die Tür offen, Rins schlüpft durch. Stefan Bradl liegt unterdessen auf Platz 18.

6. Runde: Alex Márquez kämpft sich an Miller vorbei und ist nun Sechster. Miller will zurückschlagen – aber der Rookie behauptet sich.

7. Runde: Rins ist an Viñales dran. Weitere 0,7 sec dahinter folgt Quartararo, der sich vor seinem Teamkollegen Morbidelli in Acht nehmen muss. Das Petronas-Duo kämpft nach der Gegengerade auf der Bremse um Platz 3 – beide gehen weit, Mir bedankt sich und ist neuer Dritter. Nakagami hat sich Miller geschnappt.

8. Runde: Rins übernimmt in der letzten Kurve die Führung! Alex Márquez geht am WM-Leader vorbei und ist Fünfter. Quartararo hat offensichtlich Mühe, die Linie zu halten.

9. Runde: Rins kommt eine halbe Sekunde weg. Alex Márquez schnappt sich in Kurve 16 auch Morbidelli.

10. Runde: Dovizioso und Crutchlow kämpfen um Platz 9.

11. Runde: Quartararo (6.) muss sich nach hinten orientieren, Nakagami geht vorbei und Miller lauert dahinter. Alex Márquez ist unterdessen der schnellste Mann im Feld.

12. Runde: Alex Márquez ist an Mir dran. Quartararo fällt bis auf Rang 9 zurück – und damit auch hinter Dovi.

13. Runde: Rins führt 0,6 sec vor Viñales, der sich vor Mir in Acht nehmen muss. Der Yamaha-Pilot versucht auf der Gegengerade dagegen zu halten, aber er kann die Linie nicht halten und der Suzuki-Werksfahrer geht vorbei.

14. Runde: Alex Márquez zieht nach und schiebt sich ebenfalls an Viñales vorbei. Rins profitiert von den Positionskämpfen hinter ihm, die Lücke wird größer. Quartararo wird auf Platz 15 durchgereicht.

15. Runde: Mir schiebt sich wieder näher an seinen Suzuki-Teamkollegen Rins heran. Alex Márquez lässt auch nicht locker.

16. Runde: Dovizioso kommt an Miller vorbei und ist Siebter.

17. Runde: Viñales weist schon einen Rückstand von zwei Sekunden auf Platz 3 auf. Binder geht an Aleix Espargaró vorbei, als Zwölfter ist der Südafrikaner die erste KTM im Feld. Quartararo ist nur noch 17., vor Bradl.

18. Runde: Rins hat immer noch eine halbe Sekunde Guthaben auf die Verfolger. Alex Márquez setzt Mir unter Druck – und geht in Turn 16 vorbei.

19. Runde: Alex Márquez saugt sich an Rins heran. Der Repsol-Honda-Pilot entschied sich im Gegensatz zu den Suzuki-Assen für den Medium-Vorderreifen.

20. Runde: Mir fehlen vier Runden vor Schluss 0,8 sec auf das Duo an der Spitze. Viñales folgt weitere zwei Sekunden dahinter.

21. Runde: Alex Márquez lauert am Heck von Rins. Der Repsol-Rookie muss in Turn 17 allerdings einen heftigen Rutscher überstehen.

22. Runde: Rins hat 0,3 sec Luft, aber Alex Márquez gibt nicht auf. Mir ist abgerissen.

Letzte Runde: Alex Márquez kommt nicht nahe genug heran, um einen Angriff zu starten. So ist Rins der achte MotoGP-Sieger der Saison 2020. Mir übernimmt als Dritter die WM-Führung – als erster Suzuki-Pilot seit Kenny Roberts jr. im Jahr 2000.

Ergebnis, MotoGP-Rennen, Aragón (18.10.):

1. Rins, Suzuki, 41:54,391 min
2. Alex Márquez, Honda, + 0,263 sec
3. Mir, Suzuki, + 2,644
4. Viñales, Yamaha, + 2,880
5. Nakagami, Honda, + 4,570
6. Morbidelli, Yamaha, + 4,756
7. Dovizioso, Ducati, + 8,639
8. Crutchlow, Honda, + 8,913
9. Miller, Ducati, + 9,390
10. Zarco, Ducati, + 9,617
11. Binder, KTM, + 13,200
12. Pol Espargaró, KTM, + 13,689
13. Aleix Espargaró, Aprilia, + 14,598
14. Lecuona, KTM, + 15,291
15. Petrucci, Ducati, + 15,941
16. Oliveira, KTM, + 18,284
17. Bradl, Honda, + 20,136
18. Quartararo, Yamaha, + 21,498
19. Smith, Aprilia, + 25,300
20. Rabat, Ducati, + 25,558

Fahrer-WM-Stand nach 10 von 14 Rennen:

1. Mir, 121 Punkte. 2. Quartararo 115. 3. Viñales 109. 4. Dovizioso 106. 5. Nakagami 92. 6. Morbidelli 87. 7. Rins 85. 8. Miller 82. 9. Pol Espargaró 77. 10. Oliveira 69. 11. Binder 67. 12. Alex Márquez 67. 13. Petrucci 65. 14. Rossi 58. 15. Zarco 53. 16. Bagnaia 42. 17. Aleix Espargaró 27. 18. Crutchlow 21. 19. Lecuona 20. 20. Smith 11. 21. Bradl 8. 22. Rabat 8. 23. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM:

1. Yamaha 183. 2. Ducati 160. 3. Suzuki. 4. KTM 130. 5. Honda 112. 6. Aprilia 35.

Team-WM:

1. Team Suzuki Ecstar 206. 2. Petronas Yamaha SRT, 202 Punkte. 3. Ducati Team 171. 4. Monster Energy Yamaha MotoGP 167. 5. Red Bull KTM Factory Racing 144. 6. Pramac Racing 128. 7. LCR Honda 113. 8. Red Bull KTM Tech3 89. 9. Repsol Honda Team 75. 10. Esponsorama Racing 61. 11. Aprilia Racing Team Gresini 38.

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