Danilo Petrucci (Ducati/10.): Hoffnung für Valencia

Von Nora Lantschner
MotoGP
Danilo Petrucci war mit seiner Aufholjagd zufrieden

Danilo Petrucci war mit seiner Aufholjagd zufrieden

«Der Startplatz vor dem Safety Car war nicht der beste», beschrieb Danilo Petrucci seine Ausgangslage für den Teruel-GP in Aragón. Mit dem Endergebnis war der Ducati-Pilot zufrieden, ein Problem aber bleibt.

Danilo Petrucci feierte am Samstag seinen 30. Geburtstag und glänzte nach dem verpatzten Qualifying (Startplatz 19) immerhin noch mit Galgenhumor: «Ich starte vor dem Safety Car, ich habe mir ein schönes Geschenk gemacht.»

Am Sonntag kreuzte der Ducati-Werksfahrer die Ziellinie zwar als Zehnter und damit vor seinem Teamkollegen Andrea Dovizioso (13.), beim Le Mans-Sieger kam aber wieder das mittlerweile altbekannte Problem zum Vorschein. «Ich habe große Probleme auf den Geraden, ich kann keinen überholen, ich kann gar nicht dranbleiben. Zum Glück hatte ich ein sehr gutes Gefühl auf der Bremse und war dort auch sehr aggressiv, das hat mir ein bisschen geholfen, um andere Fahrer zu überholen. Der Punkt war, dass ich zu Beginn große Mühe hatte, Bradl zu überholen und überhaupt im Windschatten zu bleiben. Im vierten, fünften und sechsten Gang leide ich. Das ist das Hauptproblem.»

«Abgesehen davon bin ich ziemlich zufrieden mit unserer heutigen Pace und der Aufholjagd, aber klar, der Startplatz vor dem Safety Car war nicht der beste», fasste «Petrux» zusammen. «Wir mussten noch das Maximum aus der Situation herausholen und wenigstens war meine Pace nicht so schlecht, wenn ich alleine unterwegs war. Mir fehlen zwei Zehntel im Vergleich zu anderen Bikes – und die verliere ich alle vom vierten bis in den sechsten Gang.»

Diese Top-Speed-Schwäche war vor der Saison 2020 noch kein Problem. «Nein, vor zwei Jahren war ich auf den Geraden sogar oft der Schnellste», bestätigte der zweifache MotoGP-Rennsieger. «Wahrscheinlich hat sich die Aerodynamik in diesem Jahr ein bisschen verändert. Schon seit Österreich habe ich diese Sache bemerkt. Es hat wohl mit der Aerodynamik zu tun, ich bin ja auch größer und so ist auch der Luftwiderstand größer. Ich leide sehr unter diesem Problem, nicht so sehr wegen der Zeit, mehr weil ich mich nicht verteidigen kann. Und um zu überholen, muss ich wirklich spät bremsen und viel riskieren. Aber heute fühlte ich mich gut auf der Bremse und Schritt für Schritt habe ich auf die anderen aufgeholt. Es ist nur schade, dass ich viele Runden gebraucht habe, um einige Fahrer zu überholen, weshalb ich viele Sekunden verloren habe.»

Trotzdem stimmt ihn das wiedergefundene Vertrauen auf der Bremse und im Kurveneingang positiv für die restliche Saison. «Ja, das gibt mir viel Hoffnung für Valencia», betonte der Italiener. «Denn hier auf dieser Strecke haben wir große Mühe, nicht mit der Traktion generell, aber in dem Moment, in dem wir in maximaler Schräglage fahren, weil der Asphalt sehr alt ist. In Valencia sollte es gut sein, ich habe ein gutes Feeling mit dem Bike, das Set-up ist mehr oder weniger das von Barcelona. Ich habe mein gutes Gefühl auf der Bremse wiedergefunden und bin im Hinblick auf Valencia sehr positiv gestimmt, auch weil es dort nicht so viele Geraden gibt. Ich will in Valencia um die Positionen kämpfen, die zählen», gab er sich kämpferisch.

Wie sieht Petrux eigentlich die Situation im Titelkampf, aus dem sich sein Teamkollege Dovizioso mehr und mehr zu verabschieden scheint? «Joan Mir scheint immer das Beste herauszuholen, im Rennen ist er immer dabei, auch wenn er im Qualifying etwas leidet. In diesen zwei Aragón-Rennen war Fabio nicht so schnell, wie er es zum Beispiel in Barcelona oder Le Mans war. Meiner Meinung nach könnte Morbidelli ein Problem werden – sowohl für Quartararo, als auch für Mir. Aber wie man sieht, verschieben sich die Kräfteverhältnisse bei jedem Rennen. Das macht es schwierig vorherzusagen, was passiert, bevor man auf die Strecke geht. Ich glaube, dass der WM-Titel erst in Portimão vergeben wird», so der WM-Elfte.

Im Hinblick auf das Valencia-Doppel (8. und 15. November) ergänzte der zukünftigte Tech3-KTM-Pilot: «Ich erwarte, in Valencia gut abzuschneiden, auch wenn es dort im Vorjahr nicht leicht war. Denn ich komme mit einem anderen Spirit dahin. Nach so einer Aufholjagd bin ich ziemlich zufrieden.»

Ergebnisse MotoGP Teruel-GP, 25.10.

1. Franco Morbidelli, Yamaha, 23 Runden in 41:47,652 min
2. Alex Rins, Suzuki, +2,205 sec
3. Joan Mir, Suzuki, +5,376
4. Pol Espargaró, KTM, +10,299
5. Johann Zarco, Ducati, +12,915
6. Miguel Oliveira, KTM, +12,953
7. Maverick Viñales, Yamaha, +14,262
8. Fabio Quartararo, Yamaha, +14,720
9. Iker Lecuona, KTM, +17,177
10. Danilo Petrucci, Ducati, +19,519
11. Cal Crutchlow, Honda, +19,708
12. Stefan Bradl, Honda, +20,591
13. Andrea Dovizioso, Ducati, +22,222
14. Tito Rabat, Ducati, +26,496
15. Bradley Smith, Aprilia, +31,816
– Aleix Espargaró, Aprilia
– Alex Márquez, Honda
– Pecco Bagnaia, Ducati
– Takaaki Nakagami, Honda
– Brad Binder, KTM
– Jack Miller, Ducati

Stand Fahrer-WM nach 11 von 14 Rennen:

1. Mir, 137 Punkte. 2. Quartararo 123. 3. Viñales 118. 4. Morbidelli 112. 5. Dovizioso 109. 6. Rins 105. 7. Nakagami 92. 8. Pol Espargaró 90. 9. Miller 82. 10. Oliveira 79. 11. Petrucci 71. 12. Binder 67. 13. Alex Márquez 67. 14. Zarco 64. 15. Rossi 58. 16. Bagnaia 42. 17. Lecuona 27. 18. Aleix Espargaró 27. 19. Crutchlow 26. 20. Bradl 12. 21. Smith 12. 22. Rabat 10. 23. Pirro 4.

Konstrukteurs-WM:

1. Yamaha, 208 Punkte. 2. Ducati 171. 3. Suzuki 163. 4. KTM 143. 5. Honda 117. 6. Aprilia 36.

Team-WM:

1. Team Suzuki Ecstar, 242 Punkte. 2. Petronas Yamaha SRT 235. 3. Ducati Team 180. 4. Monster Energy Yamaha MotoGP 176. 5. Red Bull KTM Factory Racing 157. 6. Pramac Racing 128. 7. LCR Honda 118. 8. Red Bull KTM Tech3, 106. 9. Repsol Honda Team 79. 10. Esponsorama Racing 74. 11. Aprilia Racing Team Gresini 39.

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