Lorenzo Savadori (Aprilia): «Habe guten Job gemacht»

Von Mario Furli
MotoGP
Lorenzo Savadori: Der Portugal-GP endete im Kiesbett

Lorenzo Savadori: Der Portugal-GP endete im Kiesbett

Lorenzo Savadori stürzte in seinem dritten MotoGP-Einsatz zum zweiten Mal. Trotzdem nahm der Aprilia-Pilot Positives aus dem «Grande Premio MEO de Portugal» in die Saison 2021 mit, für die er vorläufig genannt ist.

Das GP-Wochenende in Portimão endete für Lorenzo Savadori am Sonntag drei Runden vor Schluss mit einem Sturz in Kurve 4. Zu diesem Zeitpunkt lag der Italiener auf Rang 17.

«Auch wenn es wichtig gewesen wäre, das Rennen zu Ende zu fahren, bin ich trotzdem zufrieden mit dem Wochenende», resümierte der Aprilia-Pilot anschließend. «Die Steigerung im Vergleich zu Valencia – sowohl im Hinblick auf den Rückstand als auch das Feeling – war deutlich.»

«Leider habe ich zu Beginn viel Zeit verloren, in den Positionskämpfen der ersten Runden, weil ich es mit vollem Tank noch nicht schaffe, aggressiv zu sein. Danach war die Pace aber gut und als ich gesehen habe, dass der Rückstand auf Petrucci und Mir kleiner wurde, habe ich versucht aufzuschließen», berichtete Savadori. «In Kurve 4 bin ich über das Vorderrad weggerutscht. Ein Sturz, den ich nicht erwartet hatte, der mir aber nicht die Überzeugung nimmt, dass ich mit Aprilia einen guten Job gemacht habe.»

Überrascht hatte Savadori, der neben seinem Teamkollegen Aleix Espargaró und Honda-Pilot Stefan Bradl der einzige Fahrer war, der das «Autodromo Internacional do Algarve» schon im Oktober auf einem MotoGP-Bike unter die Lupe genommen hatte, vor allem am Freitag mit Platz 4 im FP1 – allerdings im Gegensatz zu vielen anderen schon mit Zeitattacke auf Soft-Hinterreifen. Auch der 16. Rang (+ 0,668 sec) in der kombinierten Zeitenlisten nach FP2 konnte sich sehen lassen. Im Q1 fehlten ihm dann knapp neun Zehntelsekunden auf ein Q2-Ticket. Auf Startplatz 19 stand er aber immerhin knapp vor Weltmeister Joan Mir, der mit Elektronik-Problemen zu hadern hatte.

«Mit diesem Motorrad hatte ich zuvor drei Tests absolviert, aber mit dem Testteam macht man natürlich eine andere Arbeit. Wir haben erst in Valencia begonnen, für mich zu arbeiten, am Feeling und der Performance mit diesem Motorrad», gab Lorenzo zu bedenken. «Seither hat sich mein Gefühl und meine Herangehensweise an die Sessions wirklich stark verändert. Das ist alles Erfahrung und die MotoGP ist heute wirklich auf einem ungemein hohen Niveau, wo die kleinsten Details den Unterschied ausmachen, nicht nur die Details», gestand er schmunzelnd. «Ich bin zufrieden. Aber man kann und muss sich immer verbessern. Ich entwickle mich und ich muss mich bei Aprilia für diese Chance bedanken, weil sie einen wirklich wachsen lassen, gemeinsam mit dem Team.»

Was muss der Italiener tun, um die Spitze in Noale zu überzeugen? «Ich glaube, dass sie von mir erwarten, dass ich 100 Prozent gebe – und das mache ich. Ich glaube nicht, dass das Rennergebnis etwas an meiner Situation ändert», gab er sich vorsichtig optimistisch. 

Zur Erinnerung: Weil Bradley Smith nach der Sperre von Andrea Iannone 2020 zunächst zum Stammfahrer aufstieg, wurde Savadori zum Beginn der Saison als neuer Aprilia-Testfahrer verpflichtet. Als italienischer Superbike-Meister 2020 bekam der 27-Jährige dann sogar die Chance, sich bei den letzten drei MotoGP-Rennen der Saison auf der RS-GP zu beweisen. Die Zielflagge sah er nur im zweiten Valencia-GP als 18. – trotzdem scheint er in der gestern veröffentlichten vorläufigen MotoGP-Startliste für 2021 auf.

Aprilia teilte aber kurz darauf mit: Auch der Vertrag mit Smith wurde verlängert. Wer von beiden am Ende Test- und wer Stammfahrer wird, entscheidet der Hersteller aus Noale erst nach den Wintertests.

Ergebnisse MotoGP Portimao/P:

1. Miguel Oliveira, KTM, 25 Runden in 41:48,163 min
2. Jack Miller, Ducati, +3,193 sec
3. Franco Morbidelli, Yamaha, +3,298
4. Pol Espargaró, KTM, +12,626
5. Takaaki Nakagami, Honda, +13,318
6. Andrea Dovizioso, Ducati, +15,578
7. Stefan Bradl, Honda, +15,738
8. Aleix Espargaró, Aprilia, +16,034
9. Alex Márquez, Honda, +18,325
10. Johann Zarco, Ducati, +18,596
11. Maverick Viñales, Yamaha, +18,685
12. Valentino Rossi, Yamaha, +18,946
13. Cal Crutchlow, Honda, +19,159
14. Fabio Quartararo, Yamaha, +24,376
15. Alex Rins, Suzuki, +27,776
16. Danilo Petrucci, Ducati, +34,266
17. Mika Kallio, KTM, +48,410
18. Tito Rabat, Ducati, +48,411
– Lorenzo Savadori, Aprilia
– Joan Mir, Suzuki
– Brad Binder, KTM
– Pecco Bagnaia, Ducati

Endstand Fahrer-WM nach 14 Rennen:

1. Mir 171 Punkte. 2. Morbidelli 158. 3. Rins 139. 4. Dovizioso 135. 5. Pol Espargaró 135. 6. Viñales 132. 7. Miller 132. 8. Quartararo 127. 9. Oliveira 125. 10. Nakagami 116. 11. Binder 87. 12. Petrucci 78. 13. Zarco 77. 14. Alex Márquez 74. 15. Rossi 66. 16. Bagnaia 47. 17. Aleix Espargaró 42. 18. Crutchlow 32. 19. Bradl 27. 20. Lecuona 27. 21. Smith 12. 22. Rabat 10. 23. Pirro 4.

Endstand Konstrukteurs-WM:

1. Ducati, 221 Punkte. 2. Yamaha 204. 3. Suzuki 202, 4. KTM 200. 5. Honda 144. 6. Aprilia 51.

Endstand Team-WM:

1. Team Suzuki Ecstar, 310 Punkte. 2. Petronas Yamaha SRT 248. 3. Red Bull KTM Factory Racing 222. 4. Ducati Team 213. 5. Pramac Racing 163. 6. Monster Energy Yamaha MotoGP 178. 7. Red Bull KTM Tech3, 152. 8 LCR Honda 148. 9. Repsol Honda Team 101. 10. Esponsorama Racing 87. 11. Aprilia Racing Team Gresini 54.

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