Fabio Quartararo (Yamaha/12.) «Mir fehlen die Worte»
Yamaha-Werksfahrer Fabio Quartararo hatte gehofft, mit der M1 auf dem kurvenreichen Circuit Bugatti vorne mitmischen zu können. Aber nach Platz 12 am Freitag war er ratlos.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Fabio Quartararo verpasste als Zwölfter der beiden Freitagtrainings bei seinem Heim-GP in Le Mans den direkten Einzug in Qualifying und wirkte danach ratlos und ernüchtert – wie schon so oft in diesem Jahr. Dabei hatte ihm Yamaha ein konkurrenzfähigeres Motorrad in Aussicht gestellt, Ing. Marmorini sollte mehr Motorleistung finden. Und dass der Reihen-Vierzylinder noch nicht zum alten Eisen gehört, hat Suzuki 2022 bewiesen, als Alex Rins mit der GSX-RR zwei der letzten drei MotoGP-Rennen gewann.
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Doch "El Diablo" hat momentan wenig Chancen, die erfolgreichen letzten drei Jahren zu wiederholen, die ihm 2020 und 2022 zwei zweite WM-Ränge einbrachten und als Glanzpunkt den Weltmeistertitel 2021.
Noch vor dem ersten Rennen 2026 wurden hinter den Kulissen Fahrerverträge für 2027 vorbereitet. Bei allem Neuigkeitswert dürfte das dem Sport mehr Schaden als Nutzen bringen. Ein Kommentar.
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Ich habe einfach kein Gefühl auf dem Bike. Es ist superaggressiv. Es lässt sich nicht so einlenken wie üblich.
Wir verlieren alle unsere Stärken, die uns gerettet haben, als wir auf den Geraden zu langsam waren. Damals hatten wir gewisse Vorteile in anderen Bereichen, zum Beispiel beim Kurvenspeed. Heute machen wir auf irgendeinem Gebiet Fortschritte, aber das ändert nichts am Ergebnis, weil wir dadurch irgendwo anders langsamer werden.
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Es gelingt uns nicht, auf zwei Gebieten gleichzeitig Fortschritte zu erzielen. Es sieht so aus, als hätten wir jetzt mehr Power, aber wir verlieren beim Kurvenfahren mehr als wir auf den Geraden gewinnen. Letztes Jahr bist du beim Jerez-GP bis zum Schluss an Sieger Pecco Bagnaia dran geblieben. Er hat dich nur um 0,285 sec besiegt. Diesmal reichte es nicht einmal für die Top-Ten. Hat sich die Konkurrenz so stark verbessert? Oder geht die Entwicklung bei Yamaha rückwärts? Ahh… Ich würde sagen, "rückwärts" ist ein hartes Wort. Aber wir haben uns seither nicht im Geringsten verbessert, die Gegner verbessern sich konstant. Wir sind beim Motor besser geworden, aber wir haben die Balance verloren.
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Ich hatte als Fahrer noch nie ein so aggressives Motorrad. Und wir haben die Vorteile beim Turning verloren. Wenn das Motorrad aggressiv wäre, könnte ich damit leben, wenn wir trotzdem eine Performance hätten, die uns um die Spitzenplätze fighten lässt. Aber gegenwärtig haben wir das Problem, dass wir nicht vorne mitmischen können. Nicht einmal auf kurvenreichen Pisten wie Le Mans. Ing. Luca Marmorini kommt aus der Formel 1. Es gab viele F1-Motorendesigner, die in der MotoGP viel zu aggressive Motoren gebaut haben, weil in der Formel 1 auf manchen Pisten wegen der breiten Reifen 70 Prozent pro Runde Vollgas gefahren wird, in der MotoGP manchmal nur 10 Prozent. In der 500er-WM war in Shah Alam das Gas nur 7 Prozent pro Runde voll aufgedreht. Ich weiß nicht… Ich hoffe, dass wir in Zukunft mehr Motorleistung bekommen. Aber wenn der Charakter des stärkeren Motors das Bike superaggressiv macht, braucht es viel Zeit, um das Gesamtpaket wieder schlagkräftig zu machen. Das ist unglaublich.
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Ich bin ein Fahrer, dem es nicht schwerfällt zu sagen, wo ich mir Verbesserungen wünsche und wo ich Mühe habe. Aber momentan bewegt sich das Motorrad so stark, dass mir die Worte fehlen. Ich bin sprachlos. Ich fahre aus den Kurven raus, das Bike ist instabil, es wackelt – und es wackelt überall. Deshalb ist es schwierig, einen Kommentar abzugeben. MotoGP, kombinierte Zeiten nach FP2, Le Mans (12.05): 1. Miller, KTM, 1:30,950 min 2. Aleix Espargaró, Aprilia, + 0,119 sec 3. Bezzecchi, Ducati, + 0,200 4. Martin, Ducati, + 0,285 5. Zarco, Ducati, + 0,326 6. Viñales, Aprilia, + 0,392 7. Brad Binder, KTM, + 0,402 8. Marc Márquez, Honda, + 0,482 9. Bagnaia, Ducati, + 0,517 10. Alex Márquez, Ducati, + 0,558 11. Marini, Ducati, + 0,561 12. Quartararo, Yamaha, + 0,700 13. Mir, Honda, + 0,850 14. Rins, Honda, + 0,992 15. Augusto Fernández, KTM, + 1,040 16. Nakagami, Honda, + 1,048 17. Morbidelli, Yamaha, + 1,139 18. Di Giannantonio, Ducati, + 1,361 19. Petrucci, Ducati, + 2,072 20. Savadori, Aprilia, + 2,539 21. Folger, KTM, + 2,722 MotoGP-Ergebnis FP2, Le Mans (12.05):
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