Paolo Ciabatti/Ducati: «Die Erwartungen übertroffen»

Von Günther Wiesinger
MotoGP
Paolo Ciabatti (links) mit Teamkoordinator Davide Tardozzi

Paolo Ciabatti (links) mit Teamkoordinator Davide Tardozzi

Ducati-Sportdirektor Paolo Ciabatti hat mit den starken Resultaten 2014 nicht gerechnet. Er freut sich über das starke Fahrerduo Dovizioso/Iannone und kann auch mit drei Italienern auf vier den Werksbikes leben.

Ducati sorgte für die grosse Überraschung in der MotoGP-Weltmeisterschaft 2014.

Andrea Dovizioso gelangen zwei Podestplätze (Rang 3 in Austin, Rang 2 in Assen), dazu fuhr er fünfmal aus der ersten Reihe los, in Japan sogar von der Pole-Position, er schloss die WM als Gesamtfünfter ab.

Cal Crutchlow gelang in Aragón immerhin Platz 3, er fuhr in Australien vom zweiten Startplatz los und stürzte in der letzten Runde an zweiter Stelle, er wurde in Valencia Fünfter.

Und Andrea «Crazy Joe» Iannone schaffte den zehnten Gesamtrang, auch er brauste fünfmal aus der ersten Reihe los. In den Rennen chauffierte er die Pramac-Ducati immerhin fünfmal unter die ersten sechs.

Und da Ducati nächstes Jahr alle Open-Class-Vorteile behält, also die weichen Hinterreifen, 24 statt 20 Liter Sprit im Rennen, zwölf statt fünf Motoren, Motorenentwicklung nicht eingefroren, weniger Testverbote.

Und da die nächstjährige Ducati Desmosedici GP15 noch schlagkräftiger sein wird, könnte Ducati 2015 wieder regelmässig um Siege mitmischen.

«Die Ergebnisse von 2014 haben unsere Erwartungen übertroffen», versichert Paolo Ciabatti, Sportdirektor und MotoGP-Projektleiter von Ducati Corse. «Wir haben gehofft, in dieser Saison wieder gut dabei zu sein. Aber du weißt ja, die MotoGP-WM ist eine sehr konkurrenzfähige Meisterschaft. Es gibt hier viele schnelle Fahrer und viele gute Motorräder. Aber sobald sich abzeichnet, dass man stärker wird, wächst der Ehrgeiz. Wenn du siehst, du kannst vorne mithalten, willst du das gewährleisten und auch dauerhaft erreichen. Aber wir haben diese Erfolge in diesem Ausmass nicht erwartet. Wir durften im Winter nicht damit rechnen, dass wir in Japan eine Pole-Position erreichen. das war eine schöne Überraschung. Eine gute Sache.»

2015: Drei Italiener auf den vier Factory-Ducati

Ducati setzt 2015 zwei Italiener (Dovizioso und Iannone) im Werksteam ein, auch im Pramac-Team fährt neben Yonny Hernandez mit Danilo Petrucci ein Italiener.

Drei Italiener auf den vier Factory-Bikes – ist das nicht zu viel Italianità, zu viel italienische Wesensart, für ein global tätiges Unternehmen?

Ciabatti: «Auf der eine Seite ist es immer gut, wenn man unterschiedliche Nationalitäten im Fahrer-Aufgebot hat. Denn Ducati verkauft auf der ganzen Welt Motorräder. Auf der anderen Seite wollen wir immer die bestmöglichen Fahrer-Kombinationen haben. Und ich denke, wir haben haben im Werksteam mit Dovizioso und Iannone eine sehr gute Paarung gefunden. Man darf nicht vergessen, dass neben Phillip Morris Telecom Italia unser grösster Sponsor ist. Für diese Geldgeber passen zwei italienische Fahrer sehr gut ins Konzept. Telecom Italia ist in erster Linie in Italien präsent, dazu in Brasilien und Argentinien. Die Wahl von Petrucci war in erster Linie die Wahl von Pramac-Teambesitzer Campinoti. Ich bin glücklich für Danilo, denn er hatte bisher nie das Material, mit dem er sein Können beweisen konnte. Und man muss auch verstehen, dass nach dem Abgang von Crutchlow keine Spitzenfahrer mehr verfügbar waren. Man hätte sich bei den Superbike-Teams umschauen können. Aber dort verdienen sie bei den Spitzenteams mehr als bei einem privaten MotoGP-Team.»

Bei Pramac gab es erst Interesse an Stefan Bradl, als dieser bereits mit Forward-Yamaha einig war. Johann Zarco und Domi Aegerter wollten lieber in der Moto2-WM bleiben, sie waren bei Pramac ein Thema. «Mit Kallio haben wir nie gesprochen», versichert Ciabatti.
Das war also eher eine Idee von Pramac-Teammanager Francesco Guidotti, der Kallio aus seiner KTM-Zeit kennt.

«Es wäre ein grosses Risiko gewesen, einen Moto2-Fahrer zu nehmen», sagt Ciabatti. «Sie sind sicher schnell. Aber wir hätten das Risiko gehabt, ob sie im ersten Jahr auch beständig genug gewesen wären.»

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