Superbike-WM

Pedercini Kawasaki: Das Kartenhaus brach zusammen

Von Ivo Schützbach - 23.01.2020 13:08

Der Traditionsrennstall Pedercini Kawasaki hatte für die Superbike-WM 2020 und ihre Unterkategorien hochtrabende Pläne. «Jetzt müssen wir wieder bei null beginnen», jammert Teamchef Lucio Pedercini.

Die Bombe platzte kurz vor Weihnachten: Teamchef Lucio Pedercini erfuhr von seinem letztjährigen Hauptsponsor Global Service Solutions, dass es keine weitere Zusammenarbeit gibt.

Dabei hatte man gemeinsam weitreichende Pläne. Um vier Millionen Euro wollte GSS Pedercini einen neuen Teamstandort bauen, in den WM-Klassen Supersport 300, Superport und Superbike sollten insgesamt sechs Fahrer in die Rennen geschickt werden. Damit wäre Pedercini zum größten Team im SBK-Fahrerlager geworden.

«Dann brach das ganze Kartenhaus zusammen», erzählte Pedercini SPEEDWEEK.com im Fahrerlager des Jerez Circuits. «Bis zum Saisonende waren der GSS-Chef und ich wie Brüder – ich weiß nicht, was dann passiert ist.»

Der Auftritt in der Supersport-300-WM wurde gestrichen. David Salom, mit dessen Team Pedercini eine Kooperation eingegangen war, engagiert sich stattdessen im Superbike-Team des Italieners. «Wir möchten zum Saisonstart mit einem Superbike dabei sein», unterstrich Lucio.

Vom Tisch ist auch das Supersport-WM-Team, für das ursprünglich Ayrton Badovini und Kyle Smith verpflichtet wurden. Vorstellbar ist, dass GSS ein eigenes Team an den Start schickt und die beiden Plätze von Pedercini übernimmt.

Superbike-Pilot Lorenzo Savadori hat sich inzwischen zu Aprilia abgeseilt und wird dort MotoGP-Testfahrer. Ob Jordi Torres eine zweite Saison für Pedercini fährt, ist fraglich.

«Jordi ist unsicher wegen des Materials», erläuterte Pedercini. «Ich halte das aber für eine Ausrede. Er kennt das Team und unser Material. Es stimmt, dass uns einige der neuesten Teile fehlen und jetzt sind wir auch sehr spät dran. Wir müssen mit allem bei null beginnen. Selbst wenn ich die Teile heute bestelle, werden wir kaum alle vor Phillip Island bekommen. Ich rede mit neuen Partnern – jetzt bin ich aber vorsichtig und warte auf die Unterschrift auf den Verträgen.»

Der 47-Jährige spricht mit Provec, der spanischen Firma hinter dem Kawasaki-Werksteam, über die Lieferung von ZX-10RR Modelljahrgang 2020. Ob das ausreichend ist, um Torres zu überzeugen, bleibt abzuwarten. «Vielleicht zieht er es auch vor, MotoE oder Spanische Meisterschaft zu fahren – obwohl wir in Laguna Seca per Handschlag ein Abkommen trafen.»

Pedercini hat seine Fühler vorsichtshalber auch nach anderen Fahrern ausgestreckt. «Im Moment kann ich nicht versprechen, dass wir ein 2020-Bike haben werden», hob der Italiener hervor. «Es ist nicht unsere Schuld, dass wir in diese Situation gerutscht sind. Wir setzen alles daran, dass wir spätestens ab dem Europa-Auftakt in Jerez die neuen Maschinen haben.»

Von den letztjährigen Superbike-WM-Piloten ist derzeit nur einer verfügbar, der konstant in die Top-10 fahren kann: Sandro Cortese.

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