Vordergabel ging auf Block: Scott Redding stürzte

Von Ivo Schützbach
Superbike-WM
Scott Redding (li.) und Chaz Davies

Scott Redding (li.) und Chaz Davies

Ducati schloss den Phillip-Island-Test mit Scott Redding auf dem sechsten Platz ab – und war damit Langsamster der fünf Superbike-Hersteller. Der Engländer ist überzeugt, dass das nichts für die Rennen bedeutet.

Alle fünf Hersteller in den Top-6: Die Superbike-WM 2020 verspricht Hochspannung. Dass Ducati vorerst den letzten Platz einnimmt, ist Makulatur. Werksfahrer Scott Redding verlor auf die Bestzeit von Jonathan Rea (Kawasaki) gute 4/10 sec.

«Wir konnten unseren Rückstand auf die Spitze reduzieren, ich bin glücklich», unterstrich Redding nach zwei Testtagen auf Phillip Island. «Wir haben uns verbessert und ich fühle mich jetzt wohler. Jetzt wissen wir, wie unsere Basis für das Rennwochenende aussehen muss. Ich glaube, dass wir dann besser dastehen werden.»

Der Engländer musste am Dienstagnachmittag einen Sturz wegstecken. «Den Berg runter bremste ich so hart, dass die Vordergabel auf Block ging», schilderte Redding sein Missgeschick. «Dann rutschte mir das Vorderrad weg. So etwas passiert halt, wenn man pusht. Ich hatte zum ersten Mal während der zwei Tage ein gutes Gefühl fürs Vorderrad, auch wenn ich dann stürzte. Das ist okay, es ist meine Schuld, das Motorrad funktionierte gut.»

Der Britische Meister glaubt, dass das «Rennen der einfachste Teil wird. Mein größtes Problem ist, eine schnelle Runde zu fahren. Mein Konstanz ist hingegen sehr gut. Was ich noch lernen muss, ist wie sich die Pirelli-Reifen im Rennen verhalten, wenn ich anderen Fahrern folge. Ich fuhr einige Long-runs, um das zu simulieren, aber Rennen sind immer etwas anderes. Das erste Rennen wird vielleicht etwas eigenartig für mich. Aber ich werde alles tun, damit ich am Ende so gut wie möglich dastehe und ich so viel wie möglich lerne.»

«Gewinnen tut man in Rennen, nicht in Tests», unterstrich Redding. «Darum geht es. Tests sind nett, aber langweilig. Diese Arbeit muss aber getan werden, um für die Rennen bereit zu sein. Ich glaube, dass wir gute Rennen sehen werden, weil verschiedene Hersteller an der Spitze mitmischen. Es gibt einige wilde Jungs, die zu Beginn sehr stark sein werden und andere, die erst gegen Rennende richtig kommen werden. Das wird für jeden interessant zuzuschauen. Für mich könnte das Sprintrennen schwierig werden, weil andere da ihren guten Hinterradgrip ausspielen können. Ich gehe aber davon aus, dass es für mich einfacher wird, wenn ich jemandem folgen kann. Während der Tests fuhr ich die ganze Zeit alleine.»

Hast du dir eine spezielle Strategie zurechtgelegt, um gegen Weltmeister Rea zu kämpfen? «Ich wurde geboren, um zu kämpfen», hielt Redding fest. «Darum geht es im Rennsport. Ich komme aus der Britischen Meisterschaft, da bist du dauernd am kämpfen. In der WM gibt es Leute wie Toprak, van der Mark und Rea, die auch heftig kämpfen. Wenn es zum Kampf kommt, will ich dabei sein. Mir ist guter Rennsport lieber, als mit zehn Sekunden Vorsprung spazieren zu fahren.»

Der 27-jährige Rookie schloss die Tests als bester Ducati-Fahrer ab und bekam dafür viel Lob. «Es ist immer so, dass du als Erstes deinen Teamkollegen schlagen musst, als nächstes alle anderen auf dem gleichen Motorrad», stellte Redding fest. «Wo genau ich stehe, sehe ich aber erst am Samstag, wenn im ersten Rennen die Ampel auf Grün schaltet. Das Superbike ist auf Phillip Island etwas leichter zu fahren als eine MotoGP-Maschine, die Ducati macht Spaß. Sie fühlt sich ähnlich wie ein MotoGP-Bike an, besonders der Motor. Dass es sich um einen V4 handelt, macht es mir mit meinem Fahrstil einfacher, als wenn ich mit einem Reihenvierzylinder fahren müsste.»

Kombinierte Zeitenliste Phillip-Island-Test:

1. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:30,448 min
2. Loris Baz (F), Yamaha, 1:30,524
3. Tom Sykes (GB), BMW, 1:30,568
4. Toprak Razgatlioglu (TR), Yamaha, 1:30,740 min
5. Leon Haslam (GB), Honda, 1:30,882
6. Scott Redding (GB), Ducati, 1:30,885
7. Michael van der Mark (NL), Yamaha, 1:31,077
8. Michael Rinaldi (I), Ducati, 1:31,407
9. Eugene Laverty (IRL), BMW, 1:31,436
10. Alvaro Bautista (E), Honda, 1:31,453
11. Chaz Davies (GB), Ducati, 1:31,533
12. Alex Lowes (GB), Kawasaki, 1:31,560
13. Sandro Cortese (D), Kawasaki, 1:31,565
14. Xavi Fores (E), Kawasaki, 1:31,653
15. Maximilian Scheib (RCH), Kawasaki, 1:31,810
16. Garrett Gerloff (USA), Yamaha, 1:31,941
17. Federico Caricasulo (I), Yamaha, 1:31,944
18. Leon Camier (GB), Ducati, 1:32,676
19. Takumi Takahashi (J), Honda, 1:36,314

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