Michael Rinaldi (2.): «Mama hat bis morgens geweint»
Michael Ruben Rinaldi aus dem Team Go Eleven Ducati erlebte im MotorLand Aragon das beste Wochenende seines Lebens. Er fuhr in allen drei Superbike-Rennen aufs Podium und leistete Johnny Rea heftige Gegenwehr.
Erster, Dritter und Zweiter – diese Ergebnisse konnte sich Michael Rinaldi vor dem fünften Event der Superbike-WM 2020 nur wünschen. Doch dann mischte der 24-Jährige in Aragon von Anfang an vorne mit, fuhr Bestzeit in allen drei freien Trainings und brauste in der Superpole auf Startplatz 2.
Sein Sieg im ersten Hauptrennen am Samstag mit 5,888 sec Vorsprung auf den Zweiten Jonathan Rea (Kawasaki) war sehr eindrucksvoll. Was er nach seinem dritten Platz im Sprintrennen aber am Sonntagnachmittag im zweiten Hauptrennen gegen den Rekord-Weltmeister aufführte, war atemraubend!
In der sechsten Runde brauste Rinaldi unerschrocken und in einem Aufwasch am erstplatzierten Scott Redding (Aruba Ducati) sowie an Rea vorbei und führte bis drei Runden vor Schluss.
"Als ich vorne lag, konnte ich nicht die gleiche Pace wie am Samstag fahren, weil es etwas wärmer war", erzählte Rinaldi. "Trotzdem pushte ich so stark ich konnte und versuchte, keine Fehler zu machen. Ich hörte, dass Johnny hinter mir war. Und ich wusste, dass er versuchen würde mich zu überholen. Also dachte ich mir: Lass uns kämpfen! Ich wollte auch gewinnen. Aber als er an mir vorbei war sah ich gleich, dass sein Hinterreifen mehr Grip bot als meiner. Eine Runde lang versuchte ich an ihm dranzubleiben, dann wurde mir klar, dass ich riskiere zu stürzen, wenn ich so weiterfahre. Also gab ich mich mit Platz 2 zufrieden."
Vor diesem Wochenende schaffte es Michael Rinaldi, der wie Ducati-Legende Troy Bayliss mit der Startnummer 21 fährt, neunmal in die Top-6, jetzt ist er in der Weltspitze angekommen.
"Von Samstag auf Sonntag habe ich gut geschlafen", grinste der Youngster aus Rimini. "Ich habe viel darüber nachgedacht, was wir erreicht haben. Am Sonntagmorgen sagte ich mir aber, dass wir wieder bei null beginnen müssen, das ist ein neuer Tag. Als ich in mein Hotelzimmer kam und den Pokal mit der 1 sah, das war ein unglaubliches Gefühl. Meine Eltern haben mich nach dem Rennen angerufen. Meine Mutter fing um 15 Uhr zu weinen an und hörte erst am Sonntagmorgen wieder auf, sie ist sehr emotional. Als ich auf dem Podium das Weinen anfing könnt ihr euch vorstellen, wie sie reagiert hat."
Wer hat dich sonst beglückwünscht? "Ich bin ein guter Freund von Dovi, er hat mir Samstagnachmittag eine Sprachnachricht geschickt", erzählte Rinaldi. "Am Sonntagmorgen sah ich dann eine Nachricht von einer Nummer, die ich nicht kannte. Die war von Rossi – diese Nachricht war wie der Sieg am Samstag, es war das gleiche Gefühl. Es macht mich sehr stolz, was wir geleistet haben."
In der Weltmeisterschaft liegt Rinaldi mit 131 Punkten jetzt auf Platz 6. Zu Michael van der Mark auf P5 fehlen ihm nur zwei Punkte, zu Gesamtrang 3 (Razgatlioglu) sind es 16.
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