BMW-Rennchef: «Der Abstand zu Ducati ist unglaublich»
Scott Redding und Tom Sykes aus dem BMW-Werksteam kassierten in der Superbike-WM am Sonntag in Misano eine Schlappe sondergleichen. Es herrscht allgemeine Ratlosigkeit.
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Wie schon in Barcelona sorgte auch in Misano Garrett Gerloff aus dem deutschen Team Bonovo action für das beste BMW-Ergebnis. Der Texaner schaffte es als Einziger der vier Stammfahrer auf einer M1000RR am Sonntag in die Top-10 und holte die Plätze 9 und 8. Die Freude darüber bei der Bonovo-Truppe ist nachvollziehbar. Denn auch wenn sie beinahe identisches Material wie das Team ROKiT BMW Motorrad Motorsport haben, handelt es sich um ein Privatteam, das 2020 noch mit Yamaha in der IDM Superbike unterwegs war und mit Jonas Folger den Titel gewann.
Für das Nummer-1-Team sind die Leistungen von Gerloff ein Tritt in die Weichteile, denn Scott Redding wurde am Sonntag 11. und 14., Ersatzfahrer Tom Sykes 20. und 13.
Noch bedenklicher als die Platzierungen sind die Rückstände: Gerloff büßte im zweiten Hauptrennen über 21 Runden 24,9 sec auf Misano-Dominator Alvaro Bautista aus dem Ducati-Werksteam ein, Sykes und Redding verloren 38 und 52,2 sec. So etwas macht selbst hartgesottene BMW-Fans sprachlos.
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Als mir nach dem Rennen Redding in der Boxengasse entgegengestiefelt kam, hatte er den Blick eines gebrochenen Mannes. Kein Außenstehender kann sich ausmalen, wie sehr es den Vizeweltmeister von 2020 (auf Ducati) und 12-fachen Laufsieger wurmt, unter ferner liefen herumzugurken.
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"Wir hatten wieder nicht die nötige Pace", brachte es Redding auf den Punkt. "Im Rennen waren wir immer zwei, drei Zehntelsekunden langsamer als die zweite Gruppe hinter der Spitze. Wir haben versucht, einen guten Start hinzulegen und so lange wie möglich dranzubleiben. Aber es war selbst in den ersten Runden schwierig. Im Lauf des Wochenendes wurden alle schneller, ich langsamer. Ich hatte Schwierigkeiten mit der Motorbremse. Wir haben die Daten überprüft, es gab Unregelmäßigkeiten bei der Motorbremse, die mir nicht dabei halfen, in die Kurve einzubiegen und mich auf den Ausgang vorzubereiten, denn das Motorrad schob die ganze Zeit nach außen. Es ist momentan schwierig für uns."
Motorsport-Direktor Marc Bongers nannte den achten Platz von Gerloff einen Lichtblick. Dem Niederländer ist aber auch bewusst, dass die BMW-Vorstellung insgesamt ein Reinfall war.
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"Der Abstand zur führenden Ducati ist unglaublich", räumte der Rennchef ein. "30 Sekunden hinter dem Sieger anzukommen entspricht nicht unseren Erwartungen und dem, was wir anstreben. Es zeigt sich immer wieder, dass die Startposition für das Rennen extrem wichtig ist. Einige unserer Fahrer hatten eine ähnliche Pace wie die Piloten auf den Plätzen 4, 5 und 6. Aber wir wurden in der Superpole durch die rote Flagge hart getroffen, auch wenn es anderen ebenso ging. Das bestimmt dann den weiteren Verlauf des Wochenendes. Wir arbeiten weiter und fokussieren uns auf Donington Park, eine Strecke, auf der wir in den vergangenen Jahren immer eine starke Leistung gezeigt haben. Wir hoffen, dass wir dort zumindest wieder in die Top-5 fahren können."
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