Bart Schaap: «So eine Chance kriegt man nur einmal»

Von Manuel Wüst
Eisspeedway-GP
Bart Schaap hofft jetzt, dass der GP in Heerenveen stattfinden wird

Bart Schaap hofft jetzt, dass der GP in Heerenveen stattfinden wird

Der Niederländer Bart Schaap erhielt für den Eisspeedway GP 2020 von der FIM neben dem Österreicher Charly Ebner eine permanente Wildcard. Er will seine Chance nutzen.

«Ich war sehr überrascht, ich konnte es eigentlich nicht glauben, denn die Weltmeisterschaft ist eigentlich noch nicht mein Niveau», gesteht Bart Schaap, der sich aber dennoch entschloss, die sich bietende Chance beim Schopf zu packen, «so eine Chance kriegt man nur einmal und darum habe ich gesagt, ich nehme die Wildcard.»

Da die Wildcard für den 20-Jährigen recht überraschend kam, gab es dann auch Probleme, in der Kürze der Zeit die entsprechenden Visa zu besorgen. So war die Reise zum ersten Grand Prix nach Almaty in der Kürze der Zeit nicht zu bewältigen. «Die beiden ersten Rennen in Almaty konnte ich leider nicht fahren, es hätte viel zu lange gedauert für meinen Vater und mich, die Visa zu bekommen. Wir haben alles mit dem KNMV und der MFR probiert, aber das hat leider auch nicht geholfen», berichtet Schaap von den erfolglosen Bemühungen, die entsprechenden Reisedokumente für die Reise nach Kasachstan zu besorgen.

In Togliatti fuhr der Niederländer dann seinen ersten GP. «Ich war sehr gespannt auf die besten Fahrer der Welt, die megaschnell sind. Ich habe alles gegeben, was möglich war und war zufrieden», so Schaap zu seinen ersten Einsätzen im GP, in denen er je einen Laufpunkt und einen WM-Punkt einheimsen konnte.

Der zweite Grand Prix in Russland, der in Shadrinsk ausgetragen wurde, lief dann gerade am zweiten Tag mit zwei Laufpunkten und drei Wertungspunkten zur WM besser. »Shadrinsk war echt super. Das Training war sehr gut gelaufen und die Starts waren gut. Am ersten Tag hatte ich leider keine Punkte und am Sonntag zwei», blickt Schaap auf den GP in Shadrinsk zurück. Er kann auch Entwicklung in seinen Leistungen feststellen: «Ich denke persönlich, dass ich durch diese vier Grands Prix den ein oder anderen Schritt nach vorne gemacht habe.»

Gerne wäre Schaap auch in Berlin beim Eisspeedway der Nationen erneut gegen die besten Fahrer der Welt angetreten. Da die Niederlande dort jedoch kein Team stellte, blieb Schaap im Rahmen der deutschen Meisterschaft nur der Reserveplatz im Feld. «Es ist schade, dass wir kein Team hatten. Wir haben jetzt zwei Fahrer in der WM, aber kein Team, hoffentlich sind wir nächstes Jahr dabei», sagt das Talent aus Julianadorp, einem Ort der Gemeinde Den Helder in Nordholland.

Nachdem die Grands Prix in Inzell abgesagt wurden und auch die EM in Polen gecancelt wurde, hofft der Niederländer, dass sein Heimspiel in Heerenveen Anfang April trotz des kursierenden Corona-Virus gefahren werden kann und die Saison noch nicht beendet ist. «Natürlich hoffe ich, dass wir in Heerenveen fahren können. In Holland haben wir jetzt auch über 400 Leute, die von Corona befallen sind, auch in der Nähe von Heerenveen», erklärt der WM-Rookie, «ich habe mit den Organisatoren gesprochen und die sagen, wenn von der Regierung nichts kommt, dann fahren sie hoffentlich die Rennen.»

Wenn die Saison dann zu Ende ist, will Schaap erneut aufs Bike steigen, denn Schaap, der aus dem Trial-Sport kommt, beabsichtigt im Sommer auch Speedway zu fahren, wie er SPEEDWEEK.com verrät: »Ich werde nach der Eisspeedwaysaison anfangen Speedway zu fahren. Das wollte ich schon letztes Jahr, aber leider hatte ich mit einer stark entzündeten Bauchspeicheldrüse zu kämpfen.»

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