Günther Steiner: «Nur dann macht F1 langfristig Sinn»

Von Vanessa Georgoulas
Formel 1
Haas-Teamchef Günther Steiner

Haas-Teamchef Günther Steiner

Derzeit ist die Formel 1 eine Zweiklassengesellschaft. Das muss sich bald ändern – denn nur so mache eine WM-Teilnahme längerfristig Sinn, ist sich Haas-Teamchef Günther Steiner sicher.

Der Blick auf die Formel-1-Statistik der jüngsten Jahre bestätigt: Im WM-Feld herrscht ein grosser Abstand zwischen den drei grossen Teams (Mercedes, Ferrari und Red Bull Racing) und dem Rest der Teilnehmer. Und weil diese Zweiklassengesellschaft dem Sport schadet, setzen die F1-Verantwortlichen alles daran, um das Kräfteverhältnis in Zukunft ausgeglichener zu gestalten.

Helfen sollen dabei etwa Ausgaben-Bremsen wie etwa eine Budget-Obergrenze, welche die Unterschiede bei den Ressourcen etwas verringern soll. Auch soll eine gerechtere Verteilung der Formel-1-Einnahmen dafür sorgen, dass die kleineren Rennställe eine Chance gegen die Grossen haben.

Das ist auch wichtig, betont etwa Günther Steiner im Gespräch mit «Autosport». Der Teamchef der US-Truppe Haas kann den Status Quo zwar noch kurzfristig akzeptieren. Längerfristig mache eine Teilnahme aber keinen Sinn, wenn seine Mannschaft nie eine Chance auf Podestplätze und Siege bekomme: «Ich denke, für zwei Jahre ist es noch nachhaltig, aber langfristig geht das nicht. Wenn sich das nicht ändert, dann macht es keinen Sinn, einfach nur mitzufahren.»

«Das Geschäft funktioniert nicht, wenn man nicht die Freude erleben kann, um Podestplätze und Siege mitkämpfen zu können», ist sich der Südtiroler sicher. «Es würde nach einer gewissen Zeit keinen Sinn mehr machen, dabei zu sein. Wieso sollte ich mein Leben dieser Aufgabe opfern, Tag und Nacht arbeiten und rund um den Globus reisen, wenn ich weiss, dass ich nicht mehr als im Vorjahr erreichen kann? Das macht ja keinen Sinn.»

Dabei glaubt Steiner an einen Wandel: «Alles ändert sich stetig und hier sehr schnell, deshalb denke ich nicht, dass wir auch nur in drei Jahren die gleiche Formel 1 wie heute sehen werden. Man schaue sich etwa an, wie der Sport zu Beginn des Jahrtausends war. Damals konnte man leicht Geld machen, heutzutage ist das unmöglich – und das ist nur 18 Jahre her. Die Dinge ändern sich, und das ist ein Aspekt der Formel 1, der mich interessiert. Man macht nicht das Gleiche für die nächsten 20 Jahre. Jedes Mal ändert sich etwas.

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