Frauen-Power in Mexiko: 30% mehr weibliche Fans!

Von Adam Cooper
​Wir haben uns das nicht eingebildet: Auf den Tribünen des Autodrómo Hermanos Rodríguez sitzen mehr weibliche F1-Fans denn je. Rennpromoter Alejandro Soberón bestätigt: 30 Prozent mehr als 2018!

Am Freitag schon waren 90.000 Fans zum Autodrómo Hermanos Rodríguez gekommen, um die ersten beiden freien Trainings zu verfolgen. Für den Quali-Samstag erwarten die Mittelamerikaner rund 120.000 Fans. Andere GP-Veranstalter können von solchen Zahlen nur träumen. Was uns am Freitag aufgefallen ist: Wir hatten den Eindruck, dass wir mehr Frauen denn je unter den Besuchern sehen. Und wir haben uns das nicht eingebildet.

Alejandro Soberón ist Präsident der Firma CIE («Corporación Interamericana de Entretenimiento»), welche das «Autódromo Hermanos Rodríguez» für die Rückkehr der Formel 1 aufgefrischt hatte und für die Durchführung des Rennens verantwortlich ist. Der Mexikaner bestätigt: «Wir haben bei den weiblichen Besuchern einen Zuwachs von dreissig Prozent festgestellt. Das ist markant.»

«Wie geht das?» wird sich der eine oder andere Rennpromoter fragen. Soberón weiter: «Wir sind davon überzeugt, dass dabei die Netflix-Serie über die Formel 1 eine ganz elementare Rolle gespielt hat. Frauen, welche den GP-Sport zuvor vielleicht zu technisch und ein wenig eintönig fanden, haben bemerkt – hinter dem Sport steckt sehr viel menschliches Drama. Netflix hat die tolle Story der Formel 1 aus einer ganz frischen Perspektive gezeigt und die Menschlichkeit in den Mittelpunkt gestellt, nicht die Technik. Das scheint zu wirken.»

Soberón erlaubt sich einen Scherz: «Das bringt einige Männer ein wenig in Schwierigkeiten. Bislang hatten sie als Renn-Fans ein freies Wochenende unter den Jungs, nun sagen ihre Frauen – hey, ich komm auch mit!»

«Nein, ernsthaft: Die Netflix-Serie ist enormer Erfolg, weil sie einfach Weltklasse ist. Es war eine grandiose Idee, und die wurde sehr professionell umgesetzt. Vielen gelegentlichen Formel-1-Zuschauern ist klargeworden, wie viel Schweiss und Tränen hinter den Einsätzen stehen.»

«Die Formel 1 konnte zuvor unnahbar und elitär wirken, ein wenig abgehoben, aber Netflix hat gezeigt: Das ist ein Sport zum Anfassen, mit einer atemberaubenden Weltraumtechnik und diesen Irren, die mit diesen Autos 300 Sachen fahren. Aber wer in diesem Zirkus arbeitet, ist eben kein Ausserirdischer, sondern das sind alles Menschen, und die Serie hat es geschafft, die Leidenschaft dieser Menschen zu zeigen, ihre Gefühle, ihre Sorgen und ihre Freude.»

«Wir schauen uns immer sehr genau an, wer Tickets kauft: Geschlecht, Alter, Herkunft. Für uns ist das wichtig, weil wir wissen wollen, wer ich für unsere Veranstaltung interessiert. Ich weiss nicht, wie es Anderen geht, aber für den Mexiko-GP war die Netflix-Serie wie ein Turbo.»

Eine Woche nach dem Grossen Preis von Mexiko tritt die Formel 1 in Austin (Texas) an. Rennpromoter Bobby Epstein hat bestätigt – auch bei den Ticketverkäufen für den WM-Lauf der USA ist der Netflix-Effekt zu spüren.


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