Pierre Gasly: «AlphaTauri-Honda überall besser»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​AlphaTauri (vormals Toro Rosso) ist gut in den Wintertest gestartet: Der Wagen von Pierre Gasly und Daniil Kvyat ist für den Kampf im Mittelfeld gerüstet. Eine Zwischenbilanz des Franzosen Gasly.

Pierre Gasly hat eine der Überraschungen 2019 erzeugt: Wer hätte schon mit seinem zweiten Platz beim Grossen Preis Brasilien gerechnet? Inzwischen ist aus Toro Rosso AlphaTauri geworden, aber der 24jährige Franzose sagt: «Neuer Look, aber bewährtes Team. Unsere Mannschaft ist beisammengeblieben, auch wenn wir gegen aussen ganz frisch auftreten. Für euch sieht das vielleicht alles neu und ein wenig ungewohnt aus, aber im Rennstall fühlt sich alles vertraut an.»

Bei den Honda-Teams Red Bull Racing und AlphaTauri ist aufgefallen, wie standfest die Renner laufen. Gasly, 2019 WM-Siebter geworden, sagt weiter: «Das war ganz zentral für uns. Wir haben zwei Tage weniger Tests als in den Jahren zuvor, da zählt jede Runde. Wir haben unser komplettes Programm durchgehen können, das Fahrgefühl stimmt. Ich habe mich auf Anhieb wohlgefühlt im Wagen.»

Einmal erschreckte Gasly die Zuschauer mit einem Dreher: «Ah, das war bei 80 km/h mit kalten Reifen und mit diesen enormen Messgittern, keine grosse Sache. Ausser dem Stolz wurde nichts beschädigt.»

Der GP2-Meister von 2016 (heute Formel 2) gibt zu: «Ich hatte das Fahren wahnsinnig vermisst. Ich rückte im Winter ein wenig im Kart aus, und klar sass ich auch im Rennsimulator. Aber das ist einfach nicht das Gleiche. Mit hat die Power eines Formel-1-Renners gefehlt, dieses Gefühl ist mit nichts zu vergleichen.»

Bei der ganzen Arbeit mit AlphaTauri hat Gasly die Augen offen, was die Gegner angeht. Die neue Lenkung von Mercedes ringt ihm grossen Respekt ab: «Ich weiss nicht, wer sich das hat einfallen lassen, aber ich hoffe, er bekommt einen hübschen Bonus. Das ist wirklich eine sehr intelligente Idee. Ich finde es faszinierend, wenn sich ein Formel-1-Rennstall so etwas Bahnbrechendes einfallen lässt.»

Das Programm von AlphaTauri in der kommenden Woche: «Wir wollen den Wagen noch besser verstehen, dann beginnen Quali- und Rennsimulationen. Es gilt auch, die Reifennutzung auf den Punkt zu bringen. Wir fahren zwar mit der 2019er Generation von Pirelli, aber die muss in Harmonie gebracht werden mit einem 2020er Auto.»

Zum jüngsten Honda-Motor meint der Franzose: «Wir stehen noch am Anfang, in der ersten Woche sind wir eher zurückhaltend gefahren, was die ganzen Motoreinstellungen angeht. Im Zentrum stand die Zuverlässigkeit. In der zweiten Woche werden wir Leistung hochfahren. Die Jungs sind mit ihrer Arbeit zufrieden, das schaut alles gut aus.»

«Ich sehe unseren Wagen als Evolution des 2019er Renners, das Fahrgefühl ist vergleichbar, nur einfach überall besser. Und wir finden mit jeder Runde mehr. Ich bin sicher, der Wagen hat reichlich Potenzial, um im Mittelfeldkampf gut gerüstet zu sein.»

Racing-Point-Technikchef Andy Green hat gesagt: «Die Autos laufen heute so standfest, im Grunde könnten wir die Wintertests auf zwei Tage eindampfen und dann nach Australien fliegen.»

Gasly widerspricht: «Das fänge ich sehr bedauerlich. Denn als Racer willst du so oft es geht auf der Bahn sein. Was mich angeht, so sollten wir mehr testen, nicht weniger.»

Wintertest 1 in Barcelona (19.–21. Februar 2020)

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:15,732 FR C5

2. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:16,516 FR C5

3. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,091 DO C5

4. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:17,102 FR C4

5. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,338 FR C4

6. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,347 DO C3

7. Daniil Kvyat (RU), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,427 FR C4

8. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,469 FR C5

9. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,516 MI C3

10. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:17,574 FR C4

11. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,783 FR C4

12. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:17,842 MI C3

13. Alexander Albon (T), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,912 DO C2

14. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF1000, 1:18,154 DO C4

15. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:18,168 DO C3

16. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:18,289 MI C3

17. Romain Grosjean (F), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,380 FR C3

18. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:18,382 MI C3

19. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:18,386 MI C3

20. Lando Norris (GB), McLaren MCL35-Renault, 1:18,454 FR C3

21. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,466 MI C3

MI = Mittwoch 19.2., DO = Donnerstag 20.2., FR = Freitag 21.2.

Pirelli-Reifen von C1 (hart) bis C5 (extraweich)

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