Mercedes-Benz: Ein Bluff von Hamilton und Bottas

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Glaubt wirklich jemand ernsthaft, dass die Mercedes-Renner in Australien auf den Rängen 7 (Lewis Hamilton) und 9 (Valtteri Bottas) auftauchen werden? Die Wahrheit ist: Das ist reiner Test-Bluff.

Red Bull Racing-Honda-Pilot Alex Albon wird schon Recht haben, wenn er sagt: «Ich bin sicher, Mercedes zeigt nicht, was sie wirklich können.» Ein Blick in die Zeitenliste des vierten Wintertesttags untermauert das. Oder glaubt wirklich jemand in allem Ernst, dass die Silberpfeile in Melbourne auf den Rängen 7 (Lewis Hamilton) und 9 (Valtteri Bottas) auftauchen werden, wenn die Hosen runtergelassen werden? Eben.

Nein, die sechsfachen Weltmeister wissen ziemlich genau, wie gut sie sind und spulen in aller Ruhe Grundlagenarbeit ab. Auch am vierten Wintertesttag, der bereits der drittletzte hier auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya ist.

Das Programm der Silbernen an diesem Mittwoch: Hamilton arbeitete in längeren Läufen an der Abstimmung und sammelte Aerodynamik-Daten, ein ähnliches Arbeitspensum absolvierte Bottas.

Weltmeister Lewis Hamilton sagt: «Das war ein schöner Start in die zweite Testwoche hier in Barcelona. Wir haben daran gearbeitet, mehr Kilometer zurückzulegen und unser Verständnis für das Auto weiter zu verbessern. Dabei haben wir kleine Veränderungen an der Fahrzeugabstimmung, den Reifen und dem Aerodynamik-Paket vorgenommen. Alles in allem war es ein weitgehend normaler Tag, aber es war ein wenig windiger als bislang. Dadurch hatte ich das Gefühl, dass die Strecke weniger Grip geboten hat – ich bin etwas herumgerutscht. Insgesamt fühlte sich das Auto nicht ganz so gut an wie in der ersten Woche, aber ich bin sicher, dass sich das im Laufe der Testwoche ändern wird, wenn die Bedingungen sich verbessern.»

Valtteri Bottas findet: «Für einen halben Testtag sind 90 Runden richtig gut. Wir haben solide Arbeit mit dem Set-up geleistet und uns auf längere Läufe konzentriert. Ich glaube, dass wir dabei viele Dinge gelernt haben. Aufgrund des starken Winds war es am Nachmittag jedoch etwas schwierig. Dadurch war es nicht ganz einfach, die Abstimmungsänderungen im Detail zu verstehen. Der Tag an sich verlief reibungslos, abgesehen von einem leicht verspäteten Beginn, weil wir über die Mittagspause ein paar grössere Veränderungen vorgenommen haben. Aber wir konnten trotzdem viele Kilometer zurücklegen.»

Mercedes-Technikchef James Allison: «Das war produktive Arbeit, sowohl am Vormittag als auch am Nachmittag. Dadurch konnten wir die Gelegenheit nutzen, das Auto besser kennenzulernen, was in dieser Form nahezu unmöglich ist, sobald die Saison einmal begonnen hat. Wir haben mit Lewis am Vormittag einen neuen Prototypen-Reifen getestet, der reibungslos funktioniert hat, und konnten mit beiden Fahrern unterschiedliche Abstimmungsänderungen ausprobieren. Alles in allem war das interessant, obschon es zeitweise ziemlich windig war. Doch dies war nützlich für uns, weil wir so lernen konnten, wie wir bei stärker werdendem Wind das Beste aus dem Auto herausholen können. Morgen werden wir weiter am grundsätzlichen Verhalten des Autos arbeiten, bevor wir uns am letzten Testtag mehr auf die Leistungsfähigkeit konzentrieren werden.»

Barcelona-Test, Tag 4

1. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:16,942 (53 Runden) C5
2. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,347 (84) C3
3. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,428 (48) C3
4. Daniil Kvyat (RUS), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,456 (61) C3
5. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,540 (25) C4
6. Alex Albon (T), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,550 (29) C2
7. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:17,562 (89) C2
8. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,787 (43) C3
9. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:18,100 (90) C3
10. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF1000, 1:18,113 (84) C3
11. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:18,214 (53) C2
12. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:18,221 (46) C3
13. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:18,244 (80) C3
14. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:18,300 (48) C4
15. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:18,535 (59) C3
16. Romain Grosjean (F), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,670 (107) C3
17. Lando Norris (GB), McLaren MCL35-Renault, 1:18,826 (57) C2
18. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:19,515 (51) C3
19. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:21,542 (74) C2

Pirelli-Reifen von C1 (hart) bis C5 (extraweich)

Wintertest 1 in Barcelona (19.–21. Februar 2020)

1. Valtteri Bottas (FIN), Mercedes W11, 1:15,732 FR C5
2. Lewis Hamilton (GB), Mercedes W11, 1:16,516 FR C5
3. Kimi Räikkönen (FIN), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,091 DO C5
4. Esteban Ocon (F), Renault RS20, 1:17,102 FR C4
5. Lance Stroll (CDN), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,338 FR C4
6. Sergio Pérez (MEX), Racing Point RP20-Mercedes, 1:17,347 DO C3
7. Daniil Kvyat (RU), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,427 FR C4
8. Antonio Giovinazzi (I), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:17,469 FR C5
9. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,516 MI C3
10. Daniel Ricciardo (AUS), Renault RS20, 1:17,574 FR C4
11. Pierre Gasly (F), AlphaTauri AT01-Honda, 1:17,783 FR C4
12. Carlos Sainz (E), McLaren MCL35-Renault, 1:17,842 MI C3
13. Alexander Albon (T), Red Bull Racing RB16-Honda, 1:17,912 DO C2
14. Sebastian Vettel (D), Ferrari SF1000, 1:18,154 DO C4
15. George Russell (GB), Williams FW43-Mercedes, 1:18,168 DO C3
16. Charles Leclerc (MC), Ferrari SF1000, 1:18,289 MI C3
17. Romain Grosjean (F), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,380 FR C3
18. Nicholas Latifi (CDN), Williams FW43-Mercedes, 1:18,382 MI C3
19. Robert Kubica (PL), Alfa Romeo-Sauber C39-Ferrari, 1:18,386 MI C3
20. Lando Norris (GB), McLaren MCL35-Renault, 1:18,454 FR C3
21. Kevin Magnussen (DK), Haas VF-20-Ferrari, 1:18,466 MI C3

MI = Mittwoch 19.2., DO = Donnerstag 20.2., FR = Freitag 21.2.
Pirelli-Reifen von C1 (hart) bis C5 (extraweich)

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