Covid-19 in Italien: Ferrari stellt Produktion ein

Von Otto Zuber
Formel 1
Nicht nur an der Strecke ruht die Arbeit: Ferrari stellt auch in Maranello und Modena die Produktion ein

Nicht nur an der Strecke ruht die Arbeit: Ferrari stellt auch in Maranello und Modena die Produktion ein

Die berühmteste Sportwagenschmiede der Welt schliesst ihre Tore: Um die Ausbreitung des Coronavirus-Erregers zu bremsen, hat Ferrari an seinen Standorten in Maranello und Modena die Produktion vorläufig eingestellt.

Nicht nur das Formel-1-Team von Ferrari muss wegen der Massnahmen gegen die Coronavirus-Pandemie eine Zwangspause in der WM einlegen, auch bei der Produktion der hauseigenen Sportwagen haben die Entscheidungsträger beim berühmten Sportwagenbauer aus Italien die Reissleine gezogen und die Produktion eingestellt – genauso wie es Lamborghini zuvor vorgemacht hat, allerdings ruht dort die Arbeit bis zum 25. März. Der Produktionsstopp von Ferrari gilt vorerst bis zum 27. März und betrifft auch das F1-Team der Italiener.

Die Entscheidung sei aus Rücksicht auf die Gesundheit der eigenen Mitarbeiter geschehen, die schon zuvor strenge Schutzmassnahmen umsetzen mussten, die angesichts der prekären Covid-19-Verbreitung in Italien beschlossen worden waren. Nun tauchen die ersten ernsthaften Lieferengpässe bei den Zulieferern auf, deshalb könne die Produktion auch nicht mehr fortgeführt werden, heisst es in einer entsprechenden Mitteilung aus Maranello.

Alle Aktivitäten, die nicht mit der Produktion in Verbindung stehen, würden aber wie gewohnt weiterlaufen, versprechen die Italiener. Ferrari-CEO Louis Camilleri erklärte: «In einer Zeit wie dieser gilt mein Dank in erster Linie den Frauen und Männern von Ferrari, die in den letzten Tagen mit ihrem enormen Einsatz die Leidenschaft und das Engagement gezeigt haben, die unsere Marke ausmachen.»

«Zusammen mit unseren Lieferanten haben sie die Produktion des Unternehmens sichergestellt. Und aus Respekt vor ihnen, ihrem Seelenfrieden und dem ihrer Familien haben wir uns zu diesem Schritt entschlossen. Unsere Kunden und Fans stehen für uns in dieser Zeit ebenfalls an erster Stelle, während wir uns auf einen starken Neustart vorbereiten», so der Kopf der Sportwagenschmiede.

Italien ist mit 21.157 Infizierten und 1441 Opfern nach China das am Stärksten vom Coronavirus betroffene Land. Die Zahl der Betroffenen steigt jeden Tag rasant an, weshalb die Regierung das ganze Land abgeriegelt hat. Seit dem Wochenende gilt das ganze Land als rote Zone, und die harten Massnahmen werden etwa im Südtirol rigoros umgesetzt, selbst Fussgänger und Radfahrer in Parks werden gebüsst, wenn sie sich nicht an den Hausarrest halten. Das gilt auch für alle gesunden Personen ohne Symptome.

Auch in anderen GP-Gastgeberländern sieht die Lage nicht gut aus: In den Niederlanden, wo Anfang Mai die GP-Rückkehr in Zandvoort geplant ist, gab es alleine gestern 155 neue Fälle, die Zahl der Infizierten liegt mit 959 knapp unter der 1000er-Marke, in Spanien wurden bereits mehr als 6000 Menschen positiv auf das Coronavirus Sars-CoV2 getestet, die Zahl der Opfer ist um 58 au 191 gestiegen. In Monaco gab es bisher zwei bestätigte Fälle und noch keine Opfer. Deshalb wird nach der Verschiebung des China-GP und den vorläufigen Absagen der Rennen in Australien, Bahrain und Vietnam mit weiteren Terminverschiebungen gerechnet.

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