JJ Lehto: «Keiner will das Risiko Alonso eingehen»

Von Mathias Brunner
Formel 1

​Fernando Alonso hat wiederholt erklärt, ein Formel-1-Comeback sei denkbar. Auch wenn er 2021 schon 39 Jahre alt wäre. JJ Lehto kann sich das nicht vorstellen: «Keiner will das Risko Alonso eingehen.»

Lange haben die spanischen Formel-1-Fans davon geträumt: Fernando Alonso 2021 wieder in der Königsklasse, am Start in einem Feld mit komplett neuen Rennwagen. Aber inzwischen leben wir in einer anderen Welt. Der Alltag der spanischen GP-Anhänger wird von der Coronavirus-Krise bestimmt, nicht von Gedankenmodellen um den zweifachen Formel-1-Champion. Die F1-Führung hat bereits bestätigt: Die neue Modellgeneration kommt erst 2022. Und Alonso geht die Zeit aus.

Der Asturier hat wiederholt zugegeben, dass er über ein Comeback nachdenkt. «Meine Liebe für die Formel 1 wird immer da sein», sagte der Spanier im Rahmen der Rallye Dakar. Den 32fachen GP-Sieger reizt es, sich mit jüngeren Kollegen zu messen. Viele Fans fragten sich freilich: Sollte der Champion der Jahre 2005 und 2006 im nächsten Jahr zurückkehren, dann wäre er schon 39 Jahre alt. Ist das nicht ein wenig zu alt? Allerdings: Kimi Räikkönen nimmt die GP-Saison 2020 auch als 40-Jähriger auf, wenn es denn eines Tages losgehen sollte.

Alonso sieht im Alter jedenfalls kein Hindernis, wie er den Kollegen von F1Racing verraten hat: «Alter ist kein Problem. Denn die Autos sind ohne Tankstopps nicht mehr so anspruchsvoll zu fahren. Du fährst im Rennen sieben oder acht Sekunden pro Runde langsamer als im Abschlusstraining.»

Kritiker würden einwenden: Die Rückkehr von Michael Schumacher war nicht so erfolgreich, wie sich das der Rekord-Champion vorgestellt hatte. Lag das nicht auch am Alter? Alonso ist nicht dieser Ansicht: «Michael kam zurück, als die Reifen überaus sensibel waren. Wir Anderen hatten inzwischen die Fähigkeit entwickelt, mit diesen Walzen so behutsam umzugehen, dass sie nicht überhitzen, Michael tat sich schwer damit.»

Alonso sieht die Formel 1 als unerledigtes Geschäft. «Ich hätte in den letzten Jahren meiner GP-Karriere mehr Erfolg verdient. Im Musem von Oviedo stehen all diese Formel-1-Trophäen, es wirkt seltsam, dass zuletzt keine mehr dazugekommen sind.»

Aber vermutlich wird Alonso die Entscheidung abgenommen, denn der früherer finnische Formel-1-Fahrer JJ Lehto behauptet: «Keiner wird das Risiko Alonso eingehen wollen.»

Der 54jährige Lehto, in der Formel 1 zwischen 1989 und 1994 bei 62 WM-Läufen im Einsatz, sagt in der finnischen Tageszeitung Iltalehti: «Die Respektlosigkeit damals Honda gegenüber war ungeheuerlich, diese Art und Weise, den eigenen Arbeitgeber anzublaffen. Keinem Autohersteller ist damals dieses Verhalten entgangen.»

Lehto, Le-Mans-Sieger 1995 und 2005, gibt zu: «Niemand zweifelt am Talent von Alonso. Aber wenn wir uns in Erinnerung rufen, wie viele Brücken er hinter sich verbrannt hat, dann kann ich es mir einfach nicht vorstellen, dass ein Formel-1-Rennstall ihn noch nehmen will.»

«Seit 2018 hat Alonso keinen Formel-1-Renner mehr richtig gefahren. Und er kommt langsam in die Jahre. Auf dem Markt finden wir jüngere und pflegeleichtere Fahrer, die erst noch weniger kosten.»

Fernando Alonso weiss derzeit nicht, wann er zum nächsten Mal ein Autorennen bestreitet. Er will eigentlich am Indy 500 im Mai teilnehmen. Die US-Amerikaner glauben noch immer daran, dass ihr Traditionsanlass wie geplant über die Bühne gehen wird.

Wahrscheinlicher ist, dass früher oder später der Realität ins Auge geblickt werden muss – entweder eine Verschiebung (wie des 24 Stunden-Rennens von Le Mans, das im September gefahren werden soll) oder eine Absage wie beim Monaco-GP. Vorderhand letztmals kein Indy 500 gab es in den Kriegsjahren 1942 bis 1945.

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