Hans Stuck: «Rücktritt Vettel – absolute Katastrophe»

Von Rob La Salle
Sebastian Vettel und Hans-Joachim Stuck nach dem Grossen Preis von Deutschland 2013 auf dem Nürburgring

Sebastian Vettel und Hans-Joachim Stuck nach dem Grossen Preis von Deutschland 2013 auf dem Nürburgring

​Die deutsche Rennlegende Hans Stuck sagt: «Ein Rücktritt von Sebastian Vettel wäre eine absolute Katastrophe.» Aber auch dem Sportwagen-Weltmeister ist klar: «Vettel hat nur noch ein paar Möglichkeiten.»

Sebastian Vettel wird mehr und mehr Richtung Rücktritt gedrängt. Nach der Trennung von Ferrari machte McLaren-CEO Zak Brown klar: «Ich schätze Sebastian sehr, aber er war bei uns nie ein echtes Thema. Wir wollten von Anfang an Daniel Ricciardo.»

Bei Renault hat Fernando Alonso mehr Fürsprecher als Vettel, zudem steht zu bezweifeln, dass Vettel als vierfacher Weltmeister nochmals mehrere Jahre lang Aufbauarbeit leistet, um eventuell mit Renault Rennen gewinnen zu können.

Die deutsche Rennlegende Hans Stuck war zu Gast in der jüngsten Sendung «Sport und Talk aus dem Hangar-7» von ServusTV. Der Sportwagen-Weltmeister und Le-Mans-Sieger sagt zur Zukunft des vierfachen Weltmeisters Vettel: «Letztlich weiss nur er selber, ob und wie es weitergeht.»

Der 69jährige Garmisch-Partenkirchener weiter: «Aber er wird sich nicht in ein zweitklassiges Auto setzen, das braucht er mit Sicherheit nicht. Dann aber gibt es nicht mehr so viele Möglichkeiten. Ein Wechsel zu Mercedes? Keiner weiss, was dort passiert.»

«Ich kann mir vorstellen, dass Vettel diese Pause zuhause mit seiner Familie sehr genossen hat. Er ist nun mal kein Renntier wie Alonso, der alles macht.»

«Wenn Vettel keine gute Alternative erkennt, dann erachte ich die Chance als relativ gross, dass er aufhört. Das wäre eine absolute Katastrophe.»

Falls Sebastian Vettel seine Formel-1-Karriere nicht fortsetzt, wäre 2021 die erste GP-Saison seit mehr als 30 Jahren ohne deutschen Stammfahrer. Damals musste Bernd Schneider bei Arrows seinen Platz für Alex Caffi räumen.

Was kommt nach Vettel? Ausser den Hoffnungsträgern namens Schumacher (Ferrari-Junior Mick in der Formel 2, Ralf Schumachers Sohn David in der Formel 3) ist da wenig in Sicht. Lirim Zendeli, deutscher Formel-4-Meister 2018, muss sich 2020 in der Formel 3 die Sporen verdienen, ebenso Sophia Flörsch.

Stuck macht sich grosse Sorgen um den Nachwuchs. «Man weiss, was Saisons in den Formelserien kosten. Da ist die Frage, wo das Geld künftig herkommt. Die Nachwuchsfrage ist eine sehr schwierige. Man muss schauen, wie die Wirtschaft wieder angekurbelt wird, was Sponsoren machen. Das wird eine Herausforderung.»

Wichtig ist, dass man oben anfängt, Kosten zu sparen. «Wenn man in der Formel 1 eine vernünftige Kostendeckelung anleiert, dann geht das herunter auf andere Klassen. Man kann in den unteren Serien selbst sicherlich auch sparen. Man sollte auch da anfangen, über Lösungen nachzudenken», so der 74fache GP-Teilnehmer.

«Es wird zudem darüber nachgedacht werden müssen, wie man diese Unzahl an Serien in vernünftiger Art reduziert. Das wäre ein guter Zeitpunkt, Diskussionen zu führen, über den Weltverband FIA und die Landes-Motorsportverbände, um ein vernünftiges Programm auf die Beine zu stellen.»

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