Silverstone-GP geplatzt? Keine Sondergenehmigung!

Von Adam Cooper
Formel 1

​War’s das für die beiden geplanten WM-Läufen in Silverstone vom 26. Juli und 2. August? Die britische Regierung will innerhalb der neuen Quarantäne-Regeln nun doch keine Ausnahmen für den Sport machen!

Die Formel 1 soll im Juli endlich Schwung aufnehmen, mit zwei WM-Läufen auf dem Red Bull Ring am 5. Juli und am 12. Juli. Das Sicherheitskonzept liegt derzeit der österreichischen Regierung zur Prüfung vor. Danach wollte Formel-1-CEO Chase Carey mit der Königsklasse nach England weiterziehen.

Stuart Pringle, Geschäftsleiter der Traditionsrennstrecke von Silverstone, sagt: «Wir haben mit der Formel 1 eine finanzielle Übereinkunft getroffen, um im Sommer hier zwei Formel-1-Rennen durchzuführen, natürlich ohne Zuschauer.» Angedacht waren für die beiden Läufe in England die Daten 26. Juli und 2. August.

Aber nun steht ein noch grösseres Fragezeichen hinter der Austragung dieser Rennen, denn die britische Regierung will wohl doch keine Ausnahmen gestatten, wenn es um die neuen Quarantäne-Regeln geht.

Am 10. Mai hatte Premierminister Boris Johnson in einer Fernsehansprache angekündigt, eine Quarantäne für Flugreisende nach Grossbritannien einzuführen. Die Menschen müssen nach ihrer Einreise sofort 14 Tage in Isolation, an einer Adresse, welcher den Behörden gemeldet werden muss. Im 50seitigen Leitfaden der Regierung war von einer «kurzen Liste von Ausnahmen» die Rede. Darin eingeschlossen sollten nach Informationen der BBC Fussballklubs sein und auch die Formel 1.

Die neue Einreiseregel soll Anfang Juni eingeführt werden. Nach jüngsten Informationen aus Regierungskreisen wird es nun wohl doch keine Ausnahmen für den Sport geben. Grund: Oliver Dowden – Staatssekretär für Kultur, Medien und Sport – sei vom Gesundheitsministerium überstimmt worden. Ausnahmeregeln soll es ab 1. Juni nur für Lastwagenfahrer (Transport lebenswichtiger Güter) und für Diplomaten geben. «The Sun» berichtet, das letzte Wort sei noch nicht gefallen, aber bei zu vielen Ausnahmen werde befürchtet, dass mehr und mehr Menschen solche Anträge stellen. Das würde den Sinn der Massnahme aushebeln. Die 14tägige Isolationspflicht solle alle drei Wochen neu überdacht werden.

Drei von zehn GP-Teams stammen ausserhalb von Grossbritannien: Ferrari und AlphaTauri aus Italien, Alfa Romeo Racing aus der Schweiz. Zahlreiche Rennställe aus den Formel 2 und 3 sowie aus dem Porsche-Supercap stammen aus ganz Europa, auch zahlreiche Ausrüster, angefangen mit Pirelli aus Mailand.

Bleibt die Regierung hart, wird es vorderhand keine Formel-1-WM-Läufe in Silverstone geben. Ein Sprecher der Formel 1 bestätigt: «Eine 14tägige Quarantäne verunmöglicht die Durchführung eines britischen Grand Prix. Das hätte direkte Auswirkungen auf zehntausende Jobs, die mit der Formel 1 zusammenhängen. Wenn der Sport ins Fernsehen zurückkehren soll, dann müssen Ausnahmen gestattet werden.»

Die strikte Auslegung der Regel bedeutet auch: Die Mitglieder eines Rennstalls mit Basis in England (Mercedes, Red Bull Racing, McLaren, Renault, Force India, Haas, Williams) müssten nach Rückkehr eines Rennens in 14tägige Quarantäne. Hier würde die einzige Lösung lauten: Das Fachpersonal reist von einem WM-Beginn in Österreich direkt zum darauffolgenden GP-Austragungsort (beispielsweise Deutschland oder Ungarn). Formel-1-CEO Chase Carey und F1-Sportdirektor Ross Brawn erwägen seit Längerem den Hungaroring oder den Hockenheimring als Alternative, falls Rennen in Silverstone nicht wie geplant durchgeführt werden können.

Formel-1-Kalenderentwurf 2020

5. Juli: Spielberg (A)
12. Juli: Spielberg (A)
26. Juli: Silverstone (GB), Hockenheim (D) oder Budapest (H)
2. August: Silverstone (GB), Hockenheim (D) oder Budapest (H)
9. August: Silverstone (GB), Hockenheim (D) oder Budapest (H)
23. August: Barcelona (E)
30. August: Spa-Francorchamps (B)
6. September: Monza (I)
20. September: Baku (AZ)
27. September: Sotschi (RUS)
4. Oktober: Shanghai (RC)
11. Oktober: Suzuka (J)
25. Oktober: Austin (USA)
1. November: Mexiko-Stadt (MEX)
8. November: São Paulo (BR)
22. November: Hanoi (VN)
29. November: Sakhir (BRN)
6. Dezember: Sakhir (BRN)
13. Dezember: Abu Dhabi (UAE)

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