Jenson Button über Sebastian Vettel: «Wahnsinn»

Von Mathias Brunner
Formel 1
Sebastian Vettel und Jenson Button

Sebastian Vettel und Jenson Button

​Die Wege von Ferrari und Sebastian Vettel trennen sich. Formel-1-Weltmeister Jenson Button hat kein Verständnis, dass die Italiener Vettel nicht mehr haben wollten: «Das ist doch Wahnsinn.»

Grundsätzlich wollte Sebastian Vettel über 2020 hinaus Ferrari-Fahrer bleiben. Aber nicht um jeden Preis. Grundsätzlich wollte Ferrari-Teamchef Mattia Binotto seinen Weltmeister behalten. Aber nicht um jeden Preis. In Italien fanden viele Ferrari-Fans: Vettel nach fünf Jahren aufopfernder Arbeit nur ein Drittel seines Gehalts zu bieten, das grenzte an Majestäts-Beleidigung. Aus Maranello sickerte durch: Im Grunde stand Ende 2019 fest, dass Mattia Binotto keine Vertragsverlängerung mit Vettel anstrebe – in der Öffentlichkeit hat der 50jährige Teamchef monatelang das Gegenteil beteuert.

Inzwischen haben wir Gewissheit: Die Wege des Deutschen und Ferrari trennen sich, vermutlich wird der 32jährige Heppenheimer aufhören, seinen Platz übernimmt Carlos Sainz. Mitte Mai sagte Mattia Binotto: «In den vergangenen Wochen hat sich die Welt verändert, nicht nur aus wirtschaftlicher Perspektive, sondern auch aus technischer und sportlicher Sicht. Wir stehen vor Herausforderungen und Hindernissen. Wir giessen das Fundament für die Zukunft. Als wir mit Seb diskutiert haben, da haben wir gemerkt – wir haben ungleiche kurz- und langfristige Ziele.»

Für Formel-1-Champion Jenson Button (40), heute als GP-Experte in Diensten der britischen Sky, steht fest: «Nach dem, was auch ich höre, hat Sebastian nie ein ernsthaftes Angebot erhalten. Wenn er quasi rausgedrückt wurde, dann ist das doch Wahnsinn, ich meine, wir reden hier von einem vierfachen Weltmeister!»

«Er hat seinen Speed 2019 bewiesen. Gut, es war bestimmt nicht einfach, als er gesehen hat, wie stark der junge Charles Leclerc ist, und ich kann mir schon vorstellen, dass dies bei Vettel zu einem mentalen Knacks geführt hat. Aber in der zweiten Saisonhälfte ist er ganz stark gefahren – so ein Fahrer würde ich für mein Team auf der Stelle engagieren.»

«Da muss noch mehr dahinter sein. Ich weiss nicht, ob Ferrari darauf zielt, keine Nummer 2 zu haben, aber unterm Strich kommt mir diese Wahl wirklich seltsam vor, und ich stehe noch immer unter Schock, dass Sebastian nicht mehr in einem roten Auto sitzen wird.»

Aus Perspektive des erfolgreichsten Rennstalls der Welt hat sich Vettel letztlich in fünf Jahren nicht durchsetzen können, er wurde 2017 und 2018 hinter Lewis Hamilton jeweils WM-Zweiter. Gewiss, Vettel hat dabei Fehler am Lenkrad gemacht, aber niemand würde behaupten, dass Ferrari in der Turbohybrid-Ära konstant ein Mercedes ebenbürtiges Auto gebaut hat. Von strategischen Ferrari-Patzern ganz zu schweigen.

Aus Perspektive von Vettel blieben Narben zurück durch fragwürdige Entscheidungen am Kommandostand. Mit dem Thema Stallorder ging Mattia Binotto 2019 nicht übertrieben geschickt um, das führte zwischen Vettel und Leclerc zu Spannungen, die in der Kollision von Brasilien 2019 gipfelten. Allen Liebesschwüren zum Trotz musste in Vettel die Einsicht keimen, dass er zum Auslaufmodell wird, als Charles Leclerc einen Vertrag bis 2024 unterzeichnete.

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