Jenson Button über Ferrari nach Vettel: Grosse Gefahr

Von Mathias Brunner
Formel 1
Jenson Button

Jenson Button

​Formel-1-Weltmeister Jenson Button ist davon überzeugt: Vettel-Nachfolger Carlos Sainz kann im Ferrari Rennen gewinnen. Und genau darin wittert der 15fache GP-Sieger auch eine grosse Gefahr.

Vor kurzem hat Weltmeister-Macher Flavio Briatore klargemacht, wie er den jungen Carlos Sainz einstuft: «Das ist ein guter Fahrer, der eine schöne WM-Saison 2019 gezeigt hat, wenn wir daran denken, mit welchem Fahrzeug er unterwegs war.» Aber der italienische Wegbegleiter von Michael Schumacher und Fernando Alonso glaubt auch an eine klare Rollenverteilung bei Ferrari: «Für mich besteht das Siegesrezept immer darin, einen Fahrer zu haben, der ein Wörtchen um den Titel mitreden kann, und einen Piloten, der üppig punktet und so den Gegnern WM-Zähler wegschnappt.»

Ferrari also mit einer Nummer 1 namens Charles Leclerc und einer Nummer 2 namens Carlos Sainz? Für Jenson Button ist das nicht so einfach. Der 40jährige Engländer – Formel-1-Weltmeister von 2009 und heute GP-Experte der britischen Sky – ist vielmehr der Meinung, dass die kommende Fahrerbesetzung bei Ferrari Sprengkraft besitzt.

Sainz wird 2021 als Vettel-Nachfolger in seine sechste GP-Saison gehen. Der 15fache GP-Sieger Button wittert in der kommenden Konstellation bei Ferrari eine grosse Gefahr: «Wenn Ferrari-Teamchef Mattia Binotto den jungen Sainz mit dem Gedanken verpflichtet hat, dass er ein zuverlässiger Helfer ist, der Charles nicht gefährlich werden kann, dann täuscht er sich. Ich halte Sainz für einen Siegertypen, der Siege und den Titel anstrebt. Wenn Binotto eine gute Atmosphäre im Team haben will, dann hat er den falschen Mann verpflichtet.»

McLaren-CEO Zak Brown hat eng mit Carlos Sainz zusammengearbeitet, der Kalifornier findet: «Carlos ist ein toller Mannschaftsspieler. Wir trennen uns im Guten, Sainz hat sich hier viele Freunde gemacht. Er war uns gegenüber sehr offen, was die Möglichkeit Ferrari angeht, und ich bin ein wenig stolz darauf, dass wir das alles ohne Animositäten über die Bühne gebracht haben.»

«Carlos hat 2019 unsere Erwartungen übertroffen. Wir hätten ihn damals nicht verpflichtet, wenn wir nicht an sein Potenzial und sein Steigerungsvermögen geglaubt hätten. Er hat 2019 kaum Fehler gemacht. Er ist schnell, er ist ein Teamplayer. Wenn es gegen Lando Norris um Rad gegen Rad ging, war ich nie nervös. Ich bin davon überzeugt, dass er bei Ferrari ganz stark sein wird. Und er wird Charles Leclerc hübsch auf Trab halten. Ich finde, er passt vom Charakter her gut zu Ferrari. Und wenn die Italiener einen siegfähigen Wagen bauen, dann wird Carlos Grands Prix gewinnen, keine Frage.»

Carlos Sainz ist der fünfte Ferrari-Werksfahrer aus Spanien – nach Alfonso Antonio Vicente Eduardo Ángel Blas Francisco de Borja Cabeza de Vaca y Leighton, Carvajal y Are, Conde de la Mejorada, Marquis de Portago, kurz «Fon» de Portago (1956/1957), Marc Gené, Pedro de la Rosa (beide nur als Testfahrer) und Fernando Alonso (2010 bis 2014).

Carlos Sainz in der Formel 1

2015 mit Toro Rosso: WM-15., 18 Punkte
2016 mit Toro Rosso: WM-12., 46 Punkte
2017 mit Toro Rosso, dann Renault: WM-9., 54 Punkte
2018 mit Renault: WM-10., 53 Punkte
2019 mit McLaren: WM-6., 96 Punkte (3. in Brasilien)
2020 mit McLaren
2021 mit Ferrari

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