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Ross Brawn: «Keine Experimente – wegen Mercedes»

​Formel-1-Sportchef Ross Brawn erklärt, wie er die Königsklasse bei ihrer Rückkehr ein wenig aufpeppen wollte. «Aber wir sind mit unseren Plänen für die Startaufstellung gescheitert – wegen Mercedes.»

Formel 1

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Der frühere Technik- und Teamchef Ross Brawn, heute Sportdirektor der Formel 1, hatte es angekündigt: "Wir suchen nach Mitteln und Wegen, wie wir ein GP-Wochenende spannender gestalten können." Wenn die Königsklasse ab Juli zurückkehrt, so wollten Brawn und Serien-CEO Chase Carey zum Beispiel bei einigen Läufen Quali-Rennen mit umgedrehten Startaufstellungen einführen.

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Angedacht war, das klassische Abschlusstraining zu ersetzen, durch ein 30-minütiges Quali-Rennen. Die Startaufstellung dazu würde in umgekehrter Reihenfolge des WM-Stands erfolgen. Das Ergebnis des Mini-GP ergäbe die Aufstellung fürs Hauptrennen.

Aber der Vorschlag scheiterte am Veto von Mercedes-Benz. Für eine kurzfristige Änderung des sportlichen Reglements hätten alle Rennställe zustimmen müssen. Mercedes-Teamchef Wolff lehnte das ab: "Die Formel 1 ist eine Leistungsgesellschaft. Der beste Fahrer im besten Fahrzeug soll gewinnen. Wir brauchen keine Spielereien, wie die Reihenfolge umzudrehen, um aufregenden Sport zu bieten."

Ross Brawn bedauert, dass die Chance für ein Experiment dahin ist. Der Engländer sagt: "Wir haben das im vergangenen Jahr schon einmal für 2020 aufs Tapet gebracht und erhielten zu wenig Unterstützung. Jetzt, wo wir wegen Corona teilweise zwei Mal auf der gleichen Bahn fahren, dachten wir, das sei die perfekte Gelegenheit, um etwas auszuprobieren. Aber wir sind mit unseren Plänen für die Startaufstellung gescheitert – wegen Mercedes. Toto war sehr ehrlich: ‘Wir sind in der besten Ausgangslage, wir jagen den siebten Titel in Folge, wieso sollten wir freiwillig unsere Chancen schmälern?’"

Ross Brawn weiter: "Ich kann das nachvollziehen und respektiere diese Entscheidung. Ich wünschte einfach, er hätte das grössere Bild im Blick behalten."

Brawn hat den Plan noch nicht fallengelassen, ein wenig Leben in die Bude zu bringen, ohne allerdings bestimmte Wettbewerber zu benachteiligen. Deshalb denkt er darüber nach, am jeweils zweiten Wochenende auf dem Red Bull Ring und in Silverstone die Auswahl Reifenmischungen zu ändern.

"Wir haben drei Mischungen pro Wochenende. Wenn wir diese drei für den zweiten Lauf auf der gleichen Bahn belassen, dann wird im Freitagtraining des zweiten Wochenendes viel zu wenig gefahren – denn die Techniker haben schon alles über das Verhalten der Reifen gelernt, am ersten Wochenende. Wir glauben auch, dass eine Veränderung der Mischungen die Reihenfolge ein wenig ändern könnte, weil die Autos unterschiedlich sensibel sind auf die verschiedenen Reifentypen. Ob wir das wirklich machen werden, steht noch nicht fest. Wir erwägen derzeit einfach einige Ideen. Es ist auch gut möglich, dass sich gar nichts ändert."

2019 brachte Pirelli zum Red Bull Ring die Mischungen C2, C3 und C4 nach Österreich, in England wurde – aufgrund der hohen Querbeschleunigung – mit dem härtesten Reifen gefahren, mit C1, dazu gab es C2 und C3.

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